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 Diebischer Christian und königlicher Julian

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Yuna
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BeitragThema: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:34 pm

Christian:

Ein kräftiges Husten aus Richtung Wohnzimmer ließ mich aufschrecken und hinüber laufen, wo ich meine Mutter auf der Couch liegen sah, sich krümmend und mit Schmerzen ringend. „Hast du deine Tabletten heute nicht genommen, Mutter, du weißt wie wichtig sie sind.“, murmelte ich kaum hörbar, aber noch so, dass ich das Husten übertönte. Sie blickte erschrocken zu mir rüber, da sie wohl nicht bemerkt hatte, wie ich das Wohnzimmer betreten hatte, als sie so schrecklich gehustet hatte. „Ich habe keine Medikamente mehr.“, gestand sie mir leise. „Ich will aber nicht, dass du dich wegen mir wieder in Gefahr begibst.“, hörte ich sie besorgt und mit brüchiger Stimme sagen. Ich schüttelte bloß mit dem Kopf, wollte das alles gar nicht hören. „Du weißt genau, dass wir uns deine Medikamente sonst nicht leisten können!“, brummte ich schließlich und schnappte mir meinen Mantel, welchen ich achtlos über den Stuhl gehängt hatte, und zog ihn mir rasch über. Meine Mutter wusste von den kriminellen Machenschaften, in die ich mich reinziehen ließ, bloß um ihr zu helfen. Wieso hätte ich sie denn auch belügen sollen? Doch auch wenn sie nicht begeistert davon war, dass ich mich jedes mal dem Risiko aussetzte, entdeckt zu werden, wusste sie wohl gut genug, dass sie mich nicht aufhalten konnte. Immerhin wollte ich nicht zusehen wie sie elendig starb und das bloß, weil die unteren Schichten benachteiligt wurden, sich die teuren Medikamente nicht leisten konnten. So blieb mir nie eine andere Möglichkeit wie zu stehlen. Doch um danach kein allzu schlechtes Gewissen zu haben, nahm ich mir nur das Geld was ich brauchte, von Menschen welche sowieso genug davon hatten. Meine Mutter war verstummt und blickte mich ratlos an. So wie sie immer blickte, wenn ich vorhatte mich in eine Gefahr zu begeben und sie mich einfach nicht abhalten konnte. „Pass auf dich auf.“
Es war beinahe mein Glückstag, wie mir schien, denn in dem Dorf angekommen, bemerkte ich größere Menschenmassen welche sich dort bloß auftaten um einen bestimmten Mann zu bewundern. Das auch nicht ohne Grund. Es handelte sich hierbei um den Bruder unseres Herrschers, welcher nun, auch wenn es selten vorkam, unten im Dorf helfen wollte. Er war ziemlich attraktiv, was die Mädchen um ihn herum erklärte und bewies nun mit der Feldarbeit Stärke, was dann wiederum die Männer brennend interessierte. Denn da er sich so wenig blicken ließ, mussten sie ja schließlich nun die Gelegenheit ergreifen zu schauen, ob er es auch würdig war an Seiten des Herrschers zu leben. „Unser lieber Herr Bruder scheint nicht allzu gut in Form zu sein.“, hörte ich einen der Männer murmeln und hörte darauf gleich einen widersprechenden Kommentar von einer Frau, welche doch die tolle Figur lobte. Ich schmunzelte bloß und gab mir die ganzen Unterhaltungen noch eine Zeit lang, während ich Julian selbst ein wenig beobachtete und zu einschätzen versuchte. Er fühlte sich bestimmt wie auf einem Präsentierteller und vermutlich wäre es mir nicht anders ergangen. Doch machte dies wirklich so viel aus, wenn man sonst alles haben konnte was man sich wünschte?
Nach ein zwei Stunden in denen das Getümmel mal weniger wurde oder drastisch zunahm, beschloss der Junge nun auch mal eine Pause zu machen und redete mit dem Mann für den er dort arbeitete, während er sich den Schweiß von der Stirn strich. Er sah wirklich gut aus, dass musste man ihm lassen. Als er dann die Erlaubnis erteilt bekommen hatte sich die Beine zu vertreten, lösten sich die Mengen vor dem Zaun des Feldes auch wieder und die Menschen gingen ihren alltäglichen Aufgaben nach. Ich war jedoch anders. Ich folgte Julian schließlich auf Schritt und Tritt, versuchte aber dennoch noch genügend Abstand zu halten, damit er mich nicht bemerkte. So ging es dann eine ganze Weile, bis ich ihm auf einer Straße näher kommen konnte, da der ganze Platz bloß von Menschen wimmelte, die sich an Ständen umsahen, an welchen sämtliche Lebensmittel aber auch Stoff und andere Dinge verkauft wurden. Ich hatte völlig vergessen, dass heute Markt war. Während ich, so gut es mir eben möglich war, versuchte an die Brieftasche von Julian, welche teilweise ein wenig aus der Tasche seiner Hose hervorstand, heranzukommen, durfte ich schnell feststellen wie wenig das möglich war. Er würde mich bemerkten bevor ich überhaupt dazu gekommen war, die Brieftasche ganz zu stibitzen, selbst wenn die Brieftasche noch merklich locker in seiner Tasche lag. Also musste ich wohl oder übel umdenken und mir schnellstmöglich etwas besseres einfallen lassen.
Als er dann in eine Gasse einbog, hatte ich eine unglaublich riskante und waghalsige Idee. Ich lief ein wenig schneller und als ich Julian erreicht hatte, umfasste ich schließlich sein Handgelenk und drückte ihn, dennoch vorsichtig und sanft, gegen die Wand rechts von uns, während ich meine Hände neben seinem Kopf stemmte. Dann blickte ich hinab in seine blauen Augen, welche mich sofort an das Wasser des Meeres erinnerte. Jedoch durfte ich mich davon nun nicht beirren lassen. Seinen vollkommen schockierten und teils auch fragenden Blick wich ich geschickt aus, umging sämtliche Barrikaden die ich mir selbst aufzustellen versuchte und senkte schließlich meine Lippen wortlos auf seine warmen und weichen Lippen. Er kannte mich nicht, nicht einmal meinen Namen, ich hatte kein Wort gesagt und küsste ihn einfach. Grund genug, dass er mich nachher umbringen lassen wollen würde, wenn ich nicht schneller war wie er. Eine meiner Hände legte ich nun auf seine Brust, vertraute ganz darauf, dass er glaubte meine andere ruhte noch weiterhin neben seinem Kopf, entzog ihm mit der anderen jedoch kaum merklich seine Brieftasche und legte diese in die Tasche meines Mantels. Da er noch vor mir stand und mich noch nicht von sich drückte, fragte ob ich denn geisteskrank sei, glaubte ich er hatte nichts von dem Diebstahl mitbekommen. Ansonsten hätte er mich wohl direkt von sich gewiesen und an Ort und Stelle geköpft, was ich sehr bedauert hätte. Noch nie hatte ich zu solch Mitteln greifen müssen um an Geld zu kommen, welches meiner Mutter weitere Medikamente und demnach weitere Tage ihres Lebens schenkte. Ich hoffte bloß er würde gleich noch zu benebelt sein um mir nachzulaufen und mich zumindest für den Kuss zu verurteilen, auch wenn er den Diebstahl wohl erst später bemerken würde, wenn er schon nicht mehr wusste, wer ihn bestohlen haben konnte. Somit nahm ich dann schon einmal meine Hand von seiner Brust und löste mich noch Recht zaghaft von ihm, bangend welche Reaktion er mir gegenüber bringen würde. Doch ich hatte geglaubt ihn nur mit solch einer vollkommen übertriebenen Frechheit irgendwie abzulenken und ein Kuss mit jemandem des selben Geschlechts, den man zudem nicht kannte, schien mir doch am meisten abschreckend zu sein, selbst wenn ich es nicht als abschreckend betiteln konnte. Denn obwohl ich gerade mal seinen Namen kannte, musste ich mir eingestehen, dass ich diesen Kuss keinesfalls abstoßend gefunden hatte. Im Gegenteil. Doch wieso sollte ich es zu geben? Er würde nach diesem Kuss wohl sowieso denken ich würde ein gewisses Interesse an Männern hegen und mich dafür vors hohe Gericht schleppen lassen, auch wenn ich bisher nie im Glauben gewesen war, mich auf Gleichgeschlechtliche Liebe einzulassen. Doch durfte ich gerade eben erschreckend feststellen, dass es mich nicht anwiderte. Nun aber hatte ich mich wenige Zentimeter von seinen Lippen gelöst, wagte gar nicht meine Augen wieder zu öffnen und seine Reaktion mit anzusehen.
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Yuna
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:36 pm

Julian:

Es musste irgendwann mal dazu kommen, dass mein eigener Bruder jemanden aus dem Dorf dazu verdonnerte, mir ordentliche Arbeit zu geben. Aber dass man mich dort unten so bloß stellte, mich jedem präsentierte wie ich meine Arbeit brav erledigte, störte mich schon. Immerhin war ich das nicht gewohnt und würde mich daran auch nicht gewöhnen wollen. Schließlich wusste ich dass mein Bruder sich nun öfters damit befassen würde, mich unten ins Dorf zu schicken, damit ich dort ein wenig aushalf. Körperlich war das auch eigentlich kein Problem, ich hatte genügend Kraft um auch etwas schwerere Aufgaben zu erledigen, hatte durch viele andere Beschäftigungen auch genügend Ausdauer und angemessenen Anstand, um nicht irgendwann dumme Kommentare von mir zu geben, falls ich plötzlich die Lust verlor. Ich war eigentlich perfekt für solche Arbeiten. Und das hörte ich auch. Denn während die Menschenmengen um mich herum immer weiter wuchsen, konnte ich aus dem Augenwinkel beobachten wie Cato sich daraus einen Spaß machte. Es amüsierte ihn wie viele sich hier an seinem eigentlichem Arbeitsplatz aufhielten und seinen neuen Arbeiter beobachteten, ihn für seinen Körper lobten und über ihn sprachen. Ich mochte das irgendwann überhaupt nicht mehr, und doch machte ich weiter. Ich kümmerte mich um die Felder, befreite diese von sämtlichem Unkraut und grub sie um, besorgte mir irgendwann dann auch noch einige von den Samen die dort eingepflanzt werden sollten und erledigte auch dies ohne Murren. Hinterher schleppte ich mich noch mit einer viel zu großen Gießkanne ab, durfte dafür direkt dreimal laufen weil Cato es nicht nötig hatte mir zu helfen, ehe ich mich dann auch mal auf den Feldern umsah. So schlimm sah es gar nicht aus, im Grunde genommen hatte ich getan wonach man verlangt hatte. Und ich wusste dass es nach und nach auf meinen Feierabend zuging. Zumindest vernahm ich das auch hinter mir. Denn die Meute klang langsam ab. Die Menschenmassen wollten ihrem Alltag weiter nachgehen, und doch standen dort noch immer genügend Frauen die mich angafften als sei ich eine Attraktion. Immerhin waren sie nicht befugt mir nun irgendwie nahe zu kommen, mich mit den Träumen zu plagen die sie Nachts hatten, in denen sie einzig und alleine den Mann ihres Lebens zu sehen schienen. Ich mochte dieses ganze Getratsche nicht. Ich war viel lieber in der Realität, als in irgendwelchen Traumwelten. Es gab nämlich wichtigeres, als den ganzen Tag vor sich her zu träumen, sich vielleicht hier und da etwas besseres zu wünschen. Ich brauchte nichts, ich hatte alles was ich wollte. Das glaubte ich sogar für den Augenblick wirklich. Aber ob das lange halten würde war mir auch nicht ganz bewusst. Meine Meinung konnte sich durchgehend ändern. Plötzlich würde ich mir irgendwann eingestehen dass mir irgendwas fehlte. Aber was brauchte ich? Ich hatte einen liebevollen Bruder, Reichtum und auch Macht, wenn es danach verlangte. Hatte einen Körper den ich ohne Bedenken zeigen konnte, und im Allgemeinen war ich wirklich nicht sehr unattraktiv. Mir fehlte es an nichts. Nicht mal an Charakter. Vielleicht mochte ich ab und an ein wenig tollpatschig sein, naiv oder auch nervig. Aber wenn man mich kennen lernte, pendelte sich das leicht ein. „Julian“, vernahm ich aus leichter Entfernung. Ich rammte die Axt somit in den Stamm vor mir, als ich auch endlich fertig mit dem Holzhacken geworden war. Dann blickte ich zu Cato, welcher dort erwartungsvoll stand und mir eine Tasse mit etwas Tee hinhielt. Diese nahm ich ihm ab, nahm einige Schlücke und gab ihm die warme Tasse wieder. „Von mir aus mach kurz Pause, ich habe den andren Jungs auch eben gesagt dass sie ein wenig durch das Dorf latschen dürfen. Es wird auch immer später, somit ist hinterher kaum noch etwas zu tun.“ Ich nickte leicht, wischte mir etwas Schweiß von meiner Stirn und zupfte dann mein Hemd ein wenig zurecht, bevor ich mich noch einmal umsah. Es war wirklich leerer geworden, nur noch einige Leute standen dort und beobachteten dieses Schauspiel. Viel zu bieten hatte ich nicht mehr, also konnten auch die letzten Frauen sowie Männer sich verziehen. Ich atmete tief durch und machte mich langsam auf den Weg in Richtung des Marktes. Etwas kaufen wollte ich nun nicht unbedingt, aber es war angenehm zu sehen wie die meisten Leute langsam den Weg nach Hause einschlugen. Ich beobachtete einige der Kinder mit ihren Müttern, bevor ich mich auch anderem widmete. Eigentlich hatte ich genug Zeit um kurz einer Freundin einen Besuch abzustatten, um ihr beizubringen dass mein Bruder mich zum Arbeiten verdonnert hatte. Ich war verwöhnt, bisher hatte ich kaum arbeiten müssen. Wenn ich es ihr also nur erzählte, würde sie mir niemals glauben.
Plötzlich kam doch alles anders. Ich hatte gewusst dass etwas nicht stimmte. Die Schritte die bis eben hinter mir in der Gasse gehallt waren, verstummten. Und ich mit ihnen. Ich spürte wie jemand mein Handgelenk umfasste, mich gegen eine der Wände drückte und mich vorerst ansah. Ein Mann. Der Mann, der auch vorhin schon weit abseits meines Arbeitsplatzes gestanden hatte. Ich war nicht dumm, solche Leute erkannte ich ja wohl wieder. Völlig perplex beobachtete ich seine Handlungen, sah wie er zögerte. Ich musterte seine Arme die er jeweils neben meinem Kopf abgestemmt hatte, um mir bloß noch deutlich zu machen dass er momentan machthabend war. Dann beendete er diese unangenehme Stille, und machte aus ihr eine Angenehme. Ich spürte seine warmen Lippen auf meinen, während eine seiner Hände auf meiner Brust ruhte. Ich konnte gar nicht anders. Selbst wenn ich ihn nicht kannte, niemals erfahren würde wer er war, musste ich diesen Kuss erwidern. Viel zu sehr hatte mich damals schon fertig gemacht, wie es meinem Bruder mit seinem Freund ergangen war. Wie ich da schon gewusst hatte dass Frauen mich nicht interessieren, und ich Männer bevorzuge. Und doch hatte ich mich zurückgehalten. Nun aber, wo sich mir ein völlig Fremder ohne sämtliche Gründe näherte, hörte ich auf nachzudenken. Es war so unglaublich dumm von mir, und doch befreite mich das Gefühl von Verlangen einfach nicht, als er sich plötzlich wieder von mir löste. Angespannt und vollkommen verwirrt musterte ich den Mann vor mir, musste feststellen dass er unglaublich gut aussah. Das war die Art von Mann an die ich niemals kommen würde, bei derer ich nie zuvor eine Chance gehabt hatte. Aber weshalb beschäftigte ich mich mit seinem Aussehen? Viel wichtiger war, was ihm das gebracht hatte. Aber wollte ich mich damit wirklich befassen? Immerhin bot sich nicht jeden Tag die Möglichkeit, einem Kerl wie ihm zu begegnen, genau nach meinem Geschmack. Eigentlich wollte ich mich nicht beirren lassen, aber wie sollte ich anders agieren? Er hatte mich geküsst. Einfach so, ohne Vorwand. Ich wusste welche Frechheit das mit sich trug. Aber er hatte mich geküsst, er konnte nicht damit rechnen, dass ich auf Männer stand. Und so konnte ich auch mit keiner mir lieben Reaktion rechnen. Aber er hatte uns in diese Lage gebracht, wohl eher mich. Und nun sollte er die Konsequenzen zu spüren bekommen. Ich legte meine Hände auf seinen Oberkörper und drückte ihn gegen die Wand hinter ihm, drehte dieses dumme Spiel von eben einfach um und näherte mich ihm wieder. Ich ließ meine Hände auf seinem Oberkörper ruhen, als er mich leicht entgeistert beobachtete und noch nichts sagte. Ich erwiderte seinen Blick bloß kurz, bevor ich mich auch schon auf anderes konzentrierte. Er brauchte mich nicht ermahnen, mich nicht abhalten. Er hatte nicht gewusst wie es um mich stand, und nun sollte er damit leben. Weshalb hatte er mich schon geküsst? Eigentlich war mit der Grund egal. Hauptsache er stieß mich nicht von sich. Und falls doch, würde ich wohl protestieren. Aber momentan war mir sowieso egal wie er dachte. Ich machte mich ein wenig größer, um an ihn heranzukommen. Und dann hatte ich ihn auch schon ein zweites Mal in einen Kuss verwickelt, ohne, dass er das wohl gewollt hatte. Es war mir egal. Dieser Mann würde mich niemals wiedersehen, ebenso wenig wie ich ihn. Da störte auch kein zweiter Kuss der mir nur nochmal verdeutlichte, worauf ich verzichtet hatte. Weshalb ich kein Interesse an Frauen hatte. Weshalb ich dieses Abenteuer liebte, wenn man sich mal genau ansah, in welcher Gefahr wir momentan standen; ich liebte die Gefahr.
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Yuna
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:37 pm

Christian:

Nachdem Julian dann scheinbar vollständig begriffen hatte, dass ich ihn gerade in aller Öffentlichkeit geküsst hatte und das mehr wie nur gefährlich gewesen war, erwartete ich eigentlich, dass er mich anfuhr und fragte was das gesollt hatte. Ich erwartete, dass er mich hinter sich herschleppte und auf schnellstem Weg verurteilen ließ, dafür, dass ich ihn bloßgestellt hatte. Doch es kam vollkommen anders wie erwartet. Er schrie mich weder an, noch zog er mich hinter sich her. Er drückte mich bloß an die Wand hinter mir und zog das selbe Spielchen, welches ich mit ihm gespielt hatte, mit mir ab. Ein wenig ungläubig starrte ich ihn an und wartete sein weiteres Vorgehen ab. Ihn nun zu fragen was das sollte, konnte ich mir sparen, schließlich war ich derjenige gewesen, welcher dieses absurde, viel zu gefährliche, Spiel angezettelt hatte. Als ich dann seine Lippen auf meinen spürte, schloss ich schließlich widerwillig die Augen und erwiderte seinen Kuss, da mein angebliches Interesse an ihm ja nicht von der einen auf die andere Sekunde abgeklungen sein konnte und es schließlich die einzige Ausrede war die mir blieb, wenn er mich tatsächlich fragen wollte, was meine Aktion zu bedeuten hatte. Ich konnte ihm wohl kaum erzählen, dass ich ihn bestohlen hatte und eine Taktik gebraucht hatte, mit der ich ihn ablenken konnte. Er hätte nie verstanden weswegen ich dies tat, denn wahrscheinlich hatte er sich nie um eine Familie sorgen müssen und dann erst Recht nicht um seine todkranke Mutter. Auch wenn ich gar nicht der Typ dafür war, anderen Leuten zu nehmen, was ihnen gehörte, mir blieb doch keine andere Wahl. Oder hätte ich etwa zusehen sollen, wie meine Mutter ohne Medikamente zu Grunde ging? Es war unfair von mir ihm sein Geld zu nehmen, auf welches ich ja wirklich kein Anrecht hatte, und ihn auch noch ohne Vorwand zu küssen, sodass er es mir sogar noch gleichtat, weil ich vermutlich genau seinen Wundenpunkt getroffen hatte. Ein gewisses Interesse an Männern. Dabei war das so gar nicht meine Absicht gewesen, selbst wenn ich nicht leugnen konnte, dass es mir nicht gefallen. Viel zu lange kümmerte ich mich schon bloß um meine Mutter, als das ich so etwas hatte genießen können. Ich konnte nicht sagen das ich einsam war – immerhin war ich ziemlich lange bei meiner Mutter, um für sie da zu sein, falls es ihr plötzlich rapide schlechter ging. Dennoch fehlten mir solche Zärtlichkeiten einfach. Zärtlichkeiten wie ein einfacher Kuss. Genauso wie ich dadurch, was die Liebe betraf, immer eingeschränkt gewesen war und gar nicht daran dachte, mich einer Beziehung hinzugeben, so durfte ich sagen, dass ich das mit ihm wirklich genoss. Selbst wenn er ein Mann war und ich bisher nie ein wirkliches Interesse an Männern gezeigt hatte, dies war gegenüber Frauen auch nie der Fall gewesen, also was hatte es mich zu interessieren? Dennoch musste ich mich irgendwann von ihm lösen und tat das vermutlich nach einem viel zu langen Moment, welcher verstrichen war, bevor ich ihn ein wenig von mir wegschob. Ich musste dringend die Medikamente für meine Mutter besorgen, denn deswegen hatte ich Julian erst bestohlen und so verwirrt, denn so wie er mich ansah, wusste er wohl nicht, was er von alldem halten sollte. „Ich.. Es tut mir leid. Ich hätte euch wohl nicht so nah kommen sollen. Es war völlig falsch von mir, ich weiß ja auch nicht was da über mich gekommen ist. Es wäre wohl besser, wenn ich nun gehe.“, murmelte ich bloß leise und beobachtete Julian noch einen Moment lang, bevor ich dann auch einige Schritte Richtung Marktplatz machte. Ich musste hier wegkommen, denn nun, nachdem ich sein Interesse geweckt hatte, würde er wohl später doch noch ein Gespräch mit mir anfangen und währenddessen nachher noch bemerken was ich getan hatte. Selbst wenn er dies später erst bemerkte, würde er wohl nach mir suchen lassen, um mich angemessen zu bestrafen, ob er mich nun dafür umbringen lassen wollte oder die Strafe milder ausfiel.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber zumindest meiner Mutter geholfen, welche die Tabletten dringend brauchte, alleine weil sie sie bisher nicht genommen hatte, und so würde ich meine Strafe zumindest dann ordentlich antreten können und das sogar ohne mir vorerst Sorgen machen zu müssen, außer er würde es tatsächlich darauf ankommen lassen mich zu töten. Denn dann gab es ja tatsächlich niemanden mehr, der sich um meine Mutter kümmern würde, niemanden mehr, der sie mit Medikamenten versorgte. Doch wieso sorgte ich mich nun darum, wenn mein Verstand sich eigentlich erst damit abfinden musste, einen so attraktiven und tollen Mann einfach stehen gelassen zu haben ohne die Grenzen weiter getestet zu haben. Vielleicht hätte er ja noch weitere Schritte akzeptabel gefunden, welche ich auch so lange hatte missen müssen, wenn ich nur dort geblieben und es ausprobiert hätte. Dennoch hätte ich ihn dann in zweierlei Hinsichten ausgenutzt, beinahe sogar betrogen und damit würde ich wohl kaum umgehen können. Somit stellte ich mich meiner eigenen Verwirrung, meinen Gedanken und dem Verlangen, welches doch schon aufgetreten war, während ich versuchte so lässig wie möglich wieder unter die Menschen zu kommen. Doch fiel mir das gar nicht mehr so einfach, wenn bedachte, was ich hier nun tat. Es war das erste Mal, dass ich mich wirklich richtig schlecht fühlte, nachdem ich jemanden bestohlen hatte, von dem ich eigentlich wusste, dass er genügend Geld hatte. Bei ihm hatte ich jedoch das Bedürfnis umzukehren und ihm die Brieftasche zurück zu geben, was aber nur mehr Probleme hätte auftreten lassen, als wie es gelöst hätte. Denn damit hatte ich den Zustand meiner Mutter nicht verbessert und was war nun im ersten Moment wichtiger? Meine Mutter oder ein Kerl den ich noch nie zuvor gesehen hatte und welcher wohl in Geld schwimmen konnte, wenn er nur wollte? Die Wahl fiel ausgesprochen leicht. Ich arbeitete ja eigentlich auch, nur verdiente ich nicht sonderlich viel. Das war schließlich auch der Grund, warum ich nicht selbst für die Medikamente aufkommen konnte, zumal ich uns noch ernähren musste. Dennoch schwor ich mir, zumindest bei ihm und so lange es auch dauerte, das Geld zurück zu zahlen. So konnte ich mich zumindest, was meine Gedanken anbelangte, beruhigen, indem ich mir sagte dem wundervollen Mann nicht alles genommen zu haben was ihm vielleicht lieb war. Seine Macht, die Männlichkeit und sein Geld, sowie seinen klaren Verstand. So konnte ich ihm immerhin das Geld wieder geben. Irgendwann. Wenn er mich bis dahin nicht schon aufgespürt, gefunden und getötet hatte.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:38 pm

Julian:

Ich wusste dass ich mich lieber hätte beherrschen sollen, und im Grunde genommen hätte ich wissen müssen, dass das alles nur ein dummer Scherz gewesen war. Bisher hatte mich sonst niemand so schnell abserviert. Weder eine Frau noch ein Mann, bisher war ich gut bei ihnen angekommen. Und wenn nicht mit meinen Worten, lag es wohl an meinen Augen. Und diese Abfuhr verletzte meinen Stolz. Meine Männlichkeit litt unter so etwas schon lange nicht mehr, ich hatte mir ja eingestanden dass Frauen nichts für mich waren, und ich nicht mal zur Befriedigung bei ihnen ankam. Entweder ich schlief mit einem Mann, oder ließ es eben komplett bleiben. Und wie mein Bruder schon früh genug gesagt hatte, ich hetze bloß der Liebe hinterher, nicht dem Spaß. Aber diesmal schien es andersherum. Die Worte des Fremden ließ ich mir einige Male durch den Kopf gehen, bevor ich sie zu akzeptieren versuche. Dann aber gefiel mir absolut nicht mehr, was er gesagt hatte. Er wollte mich hier nun zurücklassen, so wuschig wie mich dieser Kuss eben gemacht hatte? Ich merkte dass es zu spät war, um zu protestieren. Denn er hatte bereits den Weg aus der Gasse angetreten, lief geradewegs in Richtung des Marktplatzes um so schnell wie möglich von mir weg zu kommen. Ich hatte ihm überhaupt nichts getan, ich hatte bloß sein dämliches Spiel umgedreht und mir für einen Moment meine Macht genommen. Und wenn man mal bedachte, dass ich einen ziemlich guten Ruf hatte, und ein Fremder sich einfach so mir genähert, ich das sogar genossen hatte, machte es mich langsam immer skeptischer. Er muss seine Gründe gehabt haben sich mir zu nähern, immerhin küsste man nicht einfach irgendwelche Fremden. Vor allem nicht wenn dieser Fremde ein Adliger war, und sich so natürlich auch geben wollte. Ich brauchte darüber nicht weiter nachdenken, ich sollte ihm lieber folgen und die Gründe für seine Tat herausfinden. Und falls er nicht von alleine sprechen wollte, hatte ich immer noch andere Möglichkeiten zur Verfügung. Ich war nicht umsonst so machthabend. Ich konnte seine Gründe erzwingen, auch wenn es mich danach gar nicht gelüstete. Dennoch war das alles gerade egal. Erst einmal musste ich ihm hinterher, und so setzte ich mich in Bewegung. Ich merkte wie ich mit der Zeit auch schneller wurde und mich um einiges hektischer umsah. Es war gar nicht so leicht jemanden zu finden in den Massen auf dem Marktplatz. Entweder war es voller geworden, oder ich machte mir die Aufgabe ihn zu finden einfach unglaublich schwer. Angespannt blieb ich für einen kurzen Moment einfach mal stehen um mich in Ruhe umzuschauen, setzte mich aber direkt wieder in Bewegung. Ich hasste diese ganzen Menschenmassen, und doch musste ich hindurch. Noch recht höflich stupste ich jeden an der mir im Weg stand, entschuldige mich für den Aufruhr und schummelte mich an ihnen vorbei. Aber irgendwann wurde ich aufgehalten. Ein junges Mädchen hielt mich von meinem Plan ab, versucht sich mit mir zu unterhalten. „Du bist so selten hier im Dorf! Woran liegt das? Ich finde es voll traurig, du bist hier nämlich eine große Hilfe!“ Ich sah zu ihr hinunter und zog leicht eine Augenbraue hoch. Was erlaubte die sich eigentlich, mich so niedrig anzusprechen? „Ich habe noch andere Dinge zu tun, als hier zu helfen. Außerdem kommt mein Bruder am Hof nicht alleine klar.“ „Dein Bruder sieht so verdammt gut aus!“ Ich zuckte leicht mit den Schultern und wandte meinen Blick langsam ab, versuchte wieder den Fremden von eben zu finden. Aber für den Moment war er aus meinem Blickfeld verschwunden. Dann blieb mir immerhin die Zeit mich mit dem Mädchen zu unterhalten. „Er ist ziemlich attraktiv, ja. Ich denke als sein Bruder kann ich das behaupten, ohne dass man mich tötet.“ „Du bist aber auch nicht ohne.“ Sie lächelte mich an und fuhr sich durch ihre Haare, was mich nur erneut seufzen ließ. „Werd ein wenig älter, dann sehen wir uns sicherlich nochmal wieder“, gab ich ihr lasch zurück und schob sie vorsichtig ein Stück zur Seite, bevor ich loshetzte. Ich musste diesen verfluchten Mann finden. Und das schien mir leichter zu sein als erwartet. Er war nicht weit gekommen in der Zeit wo man mich aufgehalten hatte, ich sah ihn wie er eine der Straßen überqueren wollte. Entweder ich ging mit, oder ich hielt ihn auf. Aber in diesem Falle tat ich ersteres. Mit langsam Schritten marschierte ich in seine Richtung, musste dann aber wieder schneller werden als er es plötzlich auch wurde. Als ich ihm dann immer näher kam, griff meine Hand fast automatisch nach seiner. Er drehte sich erschrocken zu mir um und sah mich ungläubig an, so ließ ich sofort wieder von ihm ab und versuchte Blickkontakt mit ihm zu halten. „Was soll das?“, raunte ich ihm unzufrieden zu und kam ihm einen Schritt näher. „Findet ihr es etwa angemessen, einfach so auf mich zuzukommen, mich zu küssen und hinterher zu verschwinden, mit einer der schlechtesten Ausreden die ich in meinem ganzen Leben jemals gehört habe? Ihr hattet einen Grund mich so zu überfallen, nennt ihn mir wenigstens, bevor ich euch euren Weg weitergehen lasse“, fügte ich noch leicht gereizt hinzu und wandte meinen Blick stets nicht von ihm ab. Ich wollte ihn ja eigentlich nicht dazu drängen mir nun zu antworten, aber die Skepsis in mir verlangte danach. „Es ist nämlich weniger so, dass ihr meine, sondern wahrscheinlich eher eure Männlichkeit damit verletzt habt. Und das muss sich gelohnt haben, oder etwa nicht? Es hatte seinen Zweck. Fragt sich bloß welchen?“ Noch immer sah ich ihn fragend an, hoffte eigentlich gar nicht dass er mir antwortete. Denn er schien nicht begeistert darüber dass ich ihm gefolgt war. Interessieren tat mich das allerdings wenig. Entweder er antwortete mir auf diese normale, ruhige Tour, oder ich musste ihn dazu zwingen. Einfach weil diese Ungewissheit mich störte. Wenn dann wollte ich wissen, weshalb er mich einfach so geküsst hatte, und dann verschwunden war. Ich wollte ja nicht so wirken als würde ich jeden beliebigen Kerl an mich heranlassen.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:38 pm

Christian:

Ich hatte mich durch all die Menschenmassen durchkämpfen können, hatte den Marktplatz dann auch schon fast hinter mir gelassen, als mich Julian am Handgelenk umfasste und zu sich drehte. Mehr erschrocken wie alles andere blickte ich zu ihm hinüber und überlegte mir was ich ihm nun zurück geben sollte auf all seine Fragen, die er verständlicher Weise hatte. Ich wäre an seiner Stelle wohl nicht anders gewesen, hätte wohl wissen wollen warum ich einfach geküsst und dann links liegen gelassen worden war. Doch stand ich nicht an seiner Stelle und so war es mir unangenehmer denn je auf seine Fragen einzugehen. Ich konnte ihm doch nicht einfach sagen, dass ich sein Geld gebraucht hatte? Doch im Grunde war das bloß die faire Art und Weise die ich hätte anwenden können, so eindringlich wie er mich ansah. Er schien wirklich aufgebracht zu sein und im Grunde ging es mir ja nicht anders, da meine Gedanken vollkommen verrückt spielten und ich ein wirklich schlechtes Gewissen gegenüber Julian hatte, da ich ihn nicht nur hatte ausnutzen wollen, wie bei allen anderen. Seitdem ich ihn geküsst hatte, war es für mich etwas anderes wie sonst. „Gut, ich werde ehrlich zu euch sein, was ihr danach mit mir anstellt ist mir gleich, ich habe wohl eh nur das schlimmste verdient.“, brummte ich leise in seine Richtung bevor ich in meine Jackentasche griff und ihm seine Brieftasche zuwarf, einfach darauf hoffend, dass er sie auffing. „Meine Mutter ist todkrank, sie braucht ihre Medikamente, die ich so aber nicht bezahlen kann. Ich kann uns gerade mit meiner Arbeit, was die Nahrung angeht, über Wasser halten.“, begann ich und konnte mir schon denken, dass er mich wutentbrannt ansah, weswegen ich seinen Blick mied und dafür einfach nochmal zurück zu all den Menschen sah. „Ich bin nicht stolz auf das was ich tue, dennoch habe ich schon unzählige Männer bestohlen, von denen ich wohl weiß, wie viel Geld sie haben. Nie hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass diese Medikamente meine Mutter am Leben halten und mir das unglaublich wichtig ist.“, gestand ich ihm kurzerhand und wusste er konnte mich für diese Aussage mein Leben lang in den Kerker sperren, mir meine Finger abhacken lassen oder schlimmeres. Dennoch fuhr ich fort: „Nun habe ich heute morgen erfahren dürfen, dass meine Mutter keine Tabletten mehr hat, brauchte Geld, welches ich mir wohl wieder stehlen wollte, weil ich keinen anderen Weg sehe. Euch habe ich zufällig getroffen, habe anfangs von euch gedacht, wie von jedem anderen. Und ich muss zugeben, im ersten Moment war diese Aktion in der Gasse wohl auch nur ein Ablenkungsmanöver, da ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte, doch nachdem ich euch.. geküsst hatte, war es alles andere als das. Als ihr mich noch einmal gegen eine Wand gedrückt habt um das Spielchen umzudrehen, ist mein Herz beinahe stehen geblieben. Mir war bewusst, dass ich euch nicht einfach nur beraubt hätte, sondern ich hätte euch ausgenutzt und euch vieles genommen, was ich so gar nicht gewollt hatte. Doch hätte ich euch eure Brieftasche sofort zurück gegeben, hättet ihr wohl nicht mit der Wimper gezuckt und mich verurteilt, ohne mir zuzuhören. Dieser Weg ist wohl keinesfalls besser, doch muss ich euch so nicht anlügen, was das alles anging. Und jetzt, da ich sowieso schon abgestempelt worden bin, kann ich euch auch noch gestehen, dass ich diesen Kuss jedoch weder schlecht fand oder bereue was ich getan habe. Ihr seid vermutlich ein wundervoller Mensch und ich hätte all das nicht tun dürfen, doch kenne ich keinen anderen Weg. Ich habe keine Mittel um meiner Mutter zu helfen, keine Möglichkeiten ihr sonst all die Medikamente zu besorgen. Und ohne diese müsse sie sterben.“, erklärte ich ihm dann schließlich alles und blickte erst jetzt einmal zu ihm hinüber.
Ob er mich in eine Schublade mit all den anderen Dieben steckte, die ihm wohl tagtäglich begegneten, oder sah, dass ich ernst meinte was ich sagte, war mir noch nicht klar. Doch eins war sicher – nun belog ich ihn schließlich nicht mehr und er wusste mehr über meine Familie, wie all die Bekanntschaften, die ich nebenbei hatte pflegen können. Er wusste mehr wie die einzige Freundin die ich je mit nachhause gebracht hatte, da meine Mutter so gerne eine Frau an meiner Seite gesehen hatte. Ich hatte das Mädchen nie richtig lieben können, ihr dennoch immer gegeben wonach sie verlangte und ihr tolle Orte gezeigt. Selbst wenn ich nicht an der Liebe festhalten konnte, sie war unsterblich in mich verliebt gewesen, bis ich ihr jemanden gezeigt hatte, mit dem all das noch viel schöner war. Jemanden den sie wirklich verdient hatte, da er lieben konnte, wozu ich nie fähig gewesen war. Ich hatte nie ein Interesse an Frauen gezeigt und Männern nie nahe gekommen. Doch nun, nachdem ich wusste wie sehr ich auf Julian reagiert hatte, sah ich einiges anders, stellte mir Unmengen an Fragen, während mein Verstand sowieso drohte zu kapitulieren, denn es gab so vieles was ich überdenken musste. Den Zustand meiner Mutter, die Tatsache, dass er mich nun für so viele Verbrechen zur Rechenschaft ziehen konnte, wenn er denn nur wollte. Ich hoffte bloß, dass sein Urteil über mich nicht zu hart ausfiel und ich schnell wieder zurück zu meiner Mutter gehen konnte oder mein Glück woanders versuchte. Denn wenn meine Mutter nicht bald ihre Medikamente bekam.. ich wollte gar nicht weiter darüber nachdenken. Ich zwang mich nun jedoch erst mal dazu mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren, darauf, dass der Bruder des Herrschers vor mir stand, welchen ich beklaut, geküsst und nun noch gebeichtet hatte, wie es um meine Familie und unsere finanzielle Notsituation stand. Wahrscheinlich war ihm das alles viel zu viel, was ich ihm echt nicht verübeln konnte, wenn ich mir das ganze Desaster mal genauer anschaute. Mit dem Kuss war ich einfach zu weit gegangen, selbst wenn ich ihn, so absurd es klingen mochte, unglaublich gerne wiederholen wollte. Nur würde es nie dazu kommen, nie würde er mich nochmal in seine Nähe lassen. Er würde mich nun wohl wie einen Verbrecher behandeln, nicht anders. Doch war es mein Ernst gewesen. Der Junge gefiel mir und auch der Kuss hatte mir gefallen, selbst wenn es schwer zu glauben war, wenn man bedachte, dass ich ihn vorher bestohlen hatte. Wieso aber hätte er mir denn auch nicht glauben sollen? Gründe zu lügen hatte ich nicht mehr, nachdem ich ihm gestanden hatte, dass ich bisher schon viele Diebstähle begangen hatte.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:38 pm

Julian:

Seine Worte beruhigten mich auf keine Weise, machten mir nur deutlich dass man hier wirklich kaum jemandem vertrauen konnte. Dass es einfach zwecklos war sich um die schlimmsten Fälle hier unten im Dorf zu kümmern, da diese einem kein Stück entgegen kamen und sich dann auch noch als äußerst skrupellos verhielten. Ich hatte so etwas eigentlich ewig nicht mehr erlebt, und gerade nicht von einem so derartig attraktivem Mann, aus dem so viel werden konnte. Er hatte nur einfach nicht die Möglichkeiten, sich groß zu irgendwas ausbilden zu lassen. Wahrscheinlich würde ich mich dem sogar annehmen, aber wieso sollte ich ihn für diesen Diebstahl belohnen? Vielleicht weil er mir einfach schrecklich leid tat. Weil ich nicht die Schuld an dem Tod seiner Mutter tragen wollen würde, bloß weil ich Narr ihm noch gefolgt war. Immerhin war ihm bisher sicher niemand noch hinterhergelaufen, er hatte es ja immer geschickt gemacht. Aber nun wo ich meine Brieftasche wieder bei mir hatte, wollte ich sie auch nicht mehr haben. Erst recht nicht wo ich begann mich schlecht zu fühlen. Ich wusste dass es mein Geld war, und er derjenige war der mich beklaut hatte. Doch reines Gewissens konnte ich mein Geld nicht wieder an mich nehmen. Ich stellte mich wieder ziemlich nahe vor ihn und griff nach seiner Hand, legte ihm die Brieftasche in diese und blickte rauf in seine Augen. „Ich brauche das Geld nicht. Ihr braucht es mehr wie ich, ich habe genügend davon.“ Ich lächelte ihn schwach an, bevor ich seinem Blick dann auswich. Die Geschichte mit seiner Mutter war wirklich mehr als traurig, und damit wollte ich ihn momentan nicht alleine lassen. Denn ich wusste wie mein Bruder damals um unsere Mutter gekämpft hatte. Sie war schwer krank gewesen und hat Hilfe gebraucht, aber zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keinen guten Arzt gekannt. Zwar gab es den einen oder anderen der ihre Schmerzen lindern konnte, aber sie am Leben erhalten konnte er damit nicht. Aber wenn bei ihm nun noch die Möglichkeit bestand, dass man seine Mutter auf eine längere Zeit vor dem Tod bewahren konnte, wollte ich ihm diese Sorge um sie nehmen. Denn er verdiente es dass wenigstens etwas gutes in seinem Leben passierte. Und so konnte ich meine Aussage und mein Geschenk was das Geld anging sogar noch unterstreichen. Wir standen in naher Entfernung zu einem ziemlich gutem Freund von mir, welcher auch regelmäßig Kontakt zum Schloss hatte. Bevor der Fremde mir irgendwas sagen konnte, zog ich ihn am Handgelenk hinter mir her rüber zu Arian und blieb bei diesem stehen. Ich stupste ihn leicht an und beobachtete nur wie er verwirrt grinste, als er sah, dass der Fremde noch immer meine Brieftasche in den Händen hielt. Erklären brauchte ich ihm das nicht, das würde ich später mal machen. „Magst du David sagen, dass wir einen Notfall unten im Dorf haben?“ Ich sah den bildhübschen Mann neben mir leicht fordernd nach der Straße an, welche er Arian dann nannte, woraufhin er rasch nickte. „Also soll ich mich beeilen?“, meinte er grinsend. „Naja, wenn du nicht läufst muss ich selbst gehen und dich für deine Untat bestrafen.“ Ich erwiderte sein Grinsen bevor er sich eigenhändig auf den Weg machte ohne noch zu protestieren. Dann blickte ich den Mann wieder an und fuhr mir kurz durchs Haar. „Das eben war Arian, ein guter Freund. Also, Plan ist folgender. Er macht sich nun auf den Weg um einen unserer besten Ärzte vom Schloss ins Dorf zu holen, damit er sich mal um deine Mutter kümmert. Und wir beiden gehen nun gemeinsam die Medikamente besorgen. Ich bin mir sicher David wird nachher genau so gut etwas dabei haben, aber wenn du nun schon so viel Geld hast, kannst du es auch investieren“, erklärte ich ihm lächelnd. Erst fiel mir gar nicht auf wie niedrig ich ihn nun angesprochen hatte, was er ja eigentlich auch war. Aber ich stufte so etwas einfach als unglaublich unhöflich ein, weswegen ich mich kurz räusperte und meinen Blick für einen Moment senkte. „Tut mir leid“, säuselte ich. „Ich bin es eigentlich gewohnt mich mit jedem ohne Formalitäten zu unterhalten, da ich die meisten kenne. Ich bin ja kaum unterwegs“, erklärte ich ihm entschuldigend. „Ihr-“, hörte ich ihn sagen. Ich schüttelte leicht den Kopf als ich meinen Blick wieder gehoben hatte. „Du.“ „Du.. brauchst dich nicht entschuldigen. Ich denke eher dass ich das denn nun sollte. Alleine dafür, dass ich mich dir nicht vorgestellt habe. Ich bin Christian.“ Als er mir nun endlich freiwillig seinen Namen genannt hatte, begann ich leicht zu lächeln. Ein schöner Name für einen äußerst schönen Mann. Diesen Kommentar behielt ich jedoch bei mir, und fuhr einfach fort. „Dann würde ich sagen, Christian, wir machen uns auf den Weg“, meinte ich während ich auf meine Armbanduhr deutete. „Es wird nämlich langsam immer später. Mal abgesehen davon dass ich eigentlich arbeiten müsste..“ Ich seufzte leise. Ich hatte vollkommen vergessen dass ich noch arbeiten musste! Mein Bruder würde mich dafür sicher in Grund und Boden stampfen.. aber momentan war mir Christian wichtiger, komme was wolle. „Vielleicht solltest du dann lieber arbeiten gehen, ich möchte nicht, dass du wegen mir Ärger bekommst.“ „Ruhig“, gab ich ihm rasch zurück. „Wir gehen nun zusammen los und kümmern uns um deine Angelegenheit. Was nachher dann mit den Leuten ist die mir die Arbeit aufgetragen haben, werde ich sehen.“
Mittlerweile waren wir endlich bei dem kleinen Häuschen von Christian und seiner Mutter angekommen, wo wir auf der Türschwelle auch schon David begegneten. Ich hatte gemeinsam mit Christian sämtliche Medikamente besorgt die seine Mutter sonst auch nahm, und wusste bereits dass auch David bestens ausgestattet war. Somit ließen wir Chris den Vortritt, folgten ihm dann damit r uns seiner Mutter rasch vorstellen konnte. Auch wenn diese nicht schlecht staunte als sie hörte, dass ich Chris mein Geld nach seinem Geständnis einfach so überlassen hatte. Sie wollte das alles erst nicht glauben, aber ich versicherte ihr dass ich Christian so oder so mit Geld unterstützen würde, wenn er wieder welches brauchte. Bloß damit er nicht noch den Rest des Dorfes um Geld erleichterte. Immerhin benötigte hier unten im Dorf jeder sein Geld, nicht wie oben am Schloss, wo ich wahrscheinlich in Geld schwimmen könnte, wenn ich nur wollte. Dennoch gab es natürlich auch die Schattenseite. Ich wusste dass Chris nicht daran glaubte, dass seine Mutter wieder komplett gesund werden könnte. Sie war nun mal schon ziemlich alt, aber das hieß nicht, dass David sie nicht richten konnte, damit sie sich immerhin für eine lange Zeit besser fühlen könnte. Ich beobachtete wie Chris langsam den Weg in die Küche antrat während David sich um seine Mutter kümmerte. Ich folgte ihm mit leisen Schritten und blieb dann im Türrahmen stehen. „Ich weiß dass du dir Sorgen machst. Aber du kannst nicht dauernd Trübsal blasen. Ich werde dich, wie ich sagte, so gut es geht mit Geld unterstützen. Heißt sobald du welches brauchst werde ich mich zu Verfügung stellen. Und David kann von mir aus jeden Tag hier vorbeikommen und nach deiner Mutter sehen. Aber ich will dich nicht weiter so niedergeschlagen sehen“, meinte ich ziemlich selbstsicher und marschierte langsam einige Schritte in seine Richtung. Unmittelbar hinter ihm blieb ich stehen, atmete tief durch und hielt mich bloß davon ab, ihn nun in den Arm zu nehmen. Er war mir fremd... das musste ich in meinen Kopf kriegen. „Wir können eine Runde rausgehen. Mal wieder an die frische Luft, tut dir sicher ganz gut. Dann musst du dir hier nicht den Kopf darüber zerbrechen was noch so passiert. Und deine Mutter wäre auch glücklicher, würde sie dich mal wieder lächeln sehen. Ich meine, ich kann schon echt wenig. Ich habe keine Nerven gehabt um nun wieder arbeiten zu gehen, weil mir das hier wichtiger war. Aber wenn ich schon nichts kann, kann ich wenigstens eines. Menschen wie dich irgendwie zum Lächeln bringen.“
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:40 pm

Christian:

Die Tatsache, dass sich Julian einfach vollkommen anders benahm wie ich ihn einschätze, ließ mich doch stutzig werden. Nicht nur, dass er mich in der Gasse nicht zur Rede gestellt, sondern ein weiteres Mal geküsst hatte, dass er mir gefolgt war, obwohl ich geglaubt hatte ihm wäre all das egal gewesen, nun gab er mir noch Geld welches ich ihm eigentlich gestohlen hatte, bot mir seine Hilfe an. Als ich ihn dann schon kleiner ansprechen durfte, wie es sich eigentlich gehörte, wurde ich schließlich noch hinüber zu einem seiner Freunde, Adrian, gezogen welchen Julian losschickte, um einen Arzt zu organisieren, welcher sich um meine Mutter kümmerte. Warum tat er das alles für mich? Ich hatte ihm Unrecht getan, gleich zwei mal, und nun erklärte er sich dazu bereit mir zu helfen, was meine Mutter anging, welche er gar nicht kannte. Ein wenig ungläubig musterte ich Julian schließlich noch, als er bereits neben mir her lief, bevor ich meinen Blick dann auf den Weg richtete, den wir entlang schlenderten, um zu der nahegelegenen Apotheke zu kommen, zu welcher ich sowieso gewollt hatte. Auf dem Weg dorthin wurden wir jedoch von vielen Menschen ungläubig angesehen, da sie wohl alle wussten, wer sich zu meiner Linken befand. Ob es nicht irgendwann nervig wurde mit Blicken immer verfolgt zu werden, immer beobachtet zu werden, egal wo man sich befand? Kurz blickte ich abschätzend zu ihm hinüber, doch ihm schien das ganze schon gar nichts mehr auszumachen. Seufzend und teils auch schweigend blickte ich dann wieder weg, da ich es für unhöflich hielt, ihn die ganze Zeit über anzustarren, auch wenn dies berechtigt gewesen wäre, bei seinem unglaublich tollen Aussehen. Mein Blick glitt hinunter zu seiner Brieftasche, welche ich ja immer noch hielt, und trotz der Versicherung seinerseits, dass er mehr wie genug an Geld hatte, fühlte ich mich nun unwohl mit seinem Geld herum zu laufen. Ich hatte es ihm entwendet, gestanden und er hatte es mir dennoch überlassen. Das war doch nicht richtig so? Seine komplette Hilfe hatte ich nicht verdient. Dennoch war ich ihm überaus dankbar, denn vielleicht hatte meine Mutter so wirklich eine Chance ihr Leiden nun loszuwerden und wenigstens noch ein paar Jahre zu leben, welche sie dann wohl auch entspannter und froher verbringen konnte.
In der Apotheke hatten wir ziemlich schnell das erledigt, weswegen wir auch dort aufgekreuzt waren, selbst wenn der Apotheker mich erst kritisch musterte, nachdem ich solch ein Vorrat an Tabletten gekauft hatte und er Julian neben mir gesehen hatte. Aber es war ja verständlich, immerhin passierte es nicht alle Tage, dass Julian hier im Dorf war und selbst wenn, nie kam es sonst dazu, dass er sich persönlich um einen Bürger oder eine Familie kümmerte. Nun hatte ich wohl alles geändert indem ich ihm anfangs geklaut hatte, was er mir nun freiwillig überlassen hatte. Abgesehen davon, dass ich ihn einfach, ohne Vorwarnung, geküsst hatte. In meinen Gedanken spielte sich das Szenario immer wieder ab, während ich mir beinahe bloß sehnlichst wünschte, dass es ein weiteres Mal dazu kam. Doch wohin sollten meine Gedanken schon führen? Ich war ein einfacher Bürger und er Bruder des Herrschers. Nie würde es noch einmal zu so etwas kommen, denn ich würde ihn wohl nie mehr mit einem Kuss so penetrieren. Ihn damit so unterwürfig zu machen im ersten Moment hatte ich ja gar nicht gewollt und vermutlich hätte ich mich ihm nie genähert, würde ich nicht in solch einer Situation stecken.
Nachdem wir dann schließlich das kleine Häuschen, in der die Apotheke war, verlassen hatten, entschuldigte ich mich noch einmal bei Julian und bedankte mich. „Mein Handeln war falsch und es tut mir wirklich leid. Das du mir nun so unter die Arme greifst.. das kann ich doch nie wieder gut machen. Ich stehe wirklich in deiner Schuld. Falls du etwas weißt, womit ich dich irgendwann unterstützen oder etwas gutes tun könnte, lass es mich wissen. Auch wenn es niemals gut machen würde, was du für mich getan hast oder noch dabei bist zu tun. Ich danke dir, Julian, wirklich.“, murmelte ich leise in seine Richtung wobei wir schon ziemlich in der Nähe unseres bescheidenen, dennoch ausreichenden, Häuschens ankamen und wir beinahe kurz vor meiner Haustüre auf den Hausarzt von Julian trafen, welchen er ja schließlich angefordert hatte. Gemeinsam betraten wir das Haus und ich erklärte meiner Mutter wer dort überhaupt zu „Gast“ war, was sie zuerst nicht glauben wollte. Genauso wenig wie, dass Julian mir das Geld überlassen hatte und mich zu der Apotheke begleitete. Doch es stimmte tatsächlich. Selbst wenn ich von dem Kuss nichts erwähnte, was auch äußerst ungeschickt gewesen wäre. Als dann auch Julian meiner Aussage zugestimmt hatte, bedankte sich meine Mutter bei Julian, bevor sie sich dann auch mit dem Arzt beschäftigte, welcher ihr ein paar Fragen stellte und ein paar Tests machte, bevor sie wieder anfing so fürchterlich zu Husten. So wendete ich mich dann auch von dem ganzen Geschehen ab um mir nicht ansehen zu müssen, wie meine Mutter litt, denn das hatte ich mir schon Tag für Tag angesehen und nun konnte ich sie endlich in Obhut eines Arztes geben, ohne sehen zu müssen, wie schlecht es ihr ging. Kurz nachdem ich die Küche erreicht hatte, erschien auch schon Julian dort, welcher mich dort fordernd ansah und dazu beinahe aufforderte mit ihm an die frische Luft zu gehen, einfach mal wieder zu Lächeln. Es stimmte, ich hatte die letzte Zeit kaum an mich selbst gedacht, was aber auch nie nötig gewesen wäre und wahrscheinlich war es nicht der beste Weg gewesen. Doch ich musste erst einmal realisieren, dass Julian mir all die Lasten von meinen Schultern nehmen wollte, ohne das ich mich dafür revanchieren konnte, was ich zu gern gewollt hätte. Es kam schließlich nicht jeden Tag vor, dass ich jemanden Unrecht tat und mich dieser noch behandelte, als hätte ich alles richtig getan. Das hatte ich nicht. Im Gegenteil. Alleine mit dem Kuss hatte ich ihn, auch wenn er nie lange angedauert hatte, immer wieder in Schwierigkeiten gebracht, denn hätte es bloß einer der Menschen in näherer Umgebung mitbekommen, wären wir dran gewesen. Es war von mir absolut falsch gewesen sämtliche Barrieren zu überwinden und ihm so nahe zu kommen. Als er dann jedoch sagte, dass er nichts konnte, musste ich ungewollt schmunzeln. Er konnte bestimmt einiges. Er schaffte es all die Zeit in meinen Gedanken existent zu sein, mir meinen Verstand zu verdrehen und küssen konnte er auch. Wenn er diese Dinge alle auf die Reihe bekam, schaffte er sicherlich auch anderes, denn bisher hatte eine Person nie lange einen Platz in meinen Gedanken eingenommen gehabt. „Du hast Recht. Es ist vielleicht besser einfach mal wieder rauszugehen und zumindest zu wissen, dass meine Mutter versorgt ist. Worum du dich ja gekümmert hast.“ - Noch eine Sache die er konnte, er konnte sich rührend um Menschen kümmern, die er eigentlich nicht kannte - „Selbst wenn ich nicht verstehen werde wieso, denn du hättest mich so gut bestrafen lassen können, mir meine Geschichte nicht glauben, hast aber vollkommen anders reagiert, wie ich vorerst geglaubt hatte. Du bist so.. unberechenbar.“, murmelte ich beinahe mehr zu mir wie zu ihm und dennoch hatte ich dies ja noch gesagt. So lächelte ich – zwar schwach aber es war immerhin ein Fortschritt – und begab mich in Richtung Haustüre. Ich wäre ihm so viel schuldig, wenn man mir alles anrechnen würde, dass machte mir ein unglaublich schlechtes Gewissen. Denn dadurch, dass er mir (und seiner Mutter) half, war ihm ja noch lange nicht geholfen. Ihm brachte es absolut gar nichts, er hatte bloß Geld ausgegeben. Das war für mich so schwer zu verstehen, wenn ich bedachte, was ich getan hatte. Daran blieb ich einfach immer hängen. Kurz versicherte ich mich mit einem Blick über die Schulter, dass er noch da war, bevor ich einmal zu meiner Mutter sah, um welche sich der Arzt aber scheinbar gut kümmerte. Als ich dann die Türe erreicht hatte, öffnete ich diese und machte eine rasche Handbewegung, welche zeigen sollte, dass Julian bloß vorlaufen sollte.


Zuletzt von Heavy am Fr Apr 18, 2014 12:41 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:41 pm

Julian:

Niemals würde ich von ihm irgendwas erwarten, würde nicht verlangen dass er sich irgendwie groß dankbar erwies. Ich hatte immerhin ein recht großes Herz und wollte mich um jeden kümmern der es nötig hatte, nur hatte mein Bruder mir gelehrt, dass man bei so etwas vorsichtig sein musste. Aber ich bewies mal wieder dass ich absolut vor nichts zurückschreckte. Und so auch nicht davor nun meinen Weg mit Christian nach draußen zu beschreiten. Mit diesem komischen Gefühl in mir, welches danach verlangte, dass ich auf die Situation von vorhin zurückgriff. Weshalb aber sollte ich ihm das antun? Mittlerweile wusste ich, dass es irgendwo nur zum Zweck gedient hatte, und es war mir vollkommen gleich was er sonst noch gesagt hatte. Gekränkt war ich dadurch nun nicht, aber irgendwie beleidigt. Zeigen wollte ich ihm das allerdings nicht, weswegen ich auf seine Geste hinweg auch das Haus verließ und schon mal einige Schritte in Richtung des Waldes. Ich kannte das Dorf hier nicht besonders gut, wollte nun aber auch nicht so unwissend wirken und sinnlos durch die Gegend rennen. Und der Weg in den Wald war mir der einzige den ich noch kannte. Als ich dann auch endlich die Schritte von Christian wieder vernahm, lief ich ein wenig langsamer damit er mit mir Schritt halten konnte. Leicht angespannt sah ich dann neben mich und beobachtete ihn eine ganze Zeit, zwang mich aber recht schnell wieder wegzusehen weil es mir unhöflich vorkam. Aber dieser Mann war einfach viel zu schön um das zu leugnen. Ich atmete tief durch als ich dann irgendwann doch ein wenig meinen Blick schwenken ließ. Es war wirklich schon um einiges später und auch dunkler geworden, eigentlich eine recht schöne Atmosphäre. Eine Atmosphäre die noch viel schöner wäre, würde sich mein angenehmes Kopfkino doch bloß bewahrheiten. „Hast du jemals daran gedacht, dir eine Freundin oder eine Frau anzuschaffen? Ich meine, ich schließe aus vorhin nicht dass du auf Männer stehst“, meinte ich doch etwas ruhiger um ihm nun nicht zu nahe zu treten, was ich echt nicht wollte. „Du hast mir schließlich gesagt dass es nur zum Zweck gedient hat.“ Ich merkte seine letzten Worte einfach gar nicht mehr an, weil ich sie nicht wahrhaben wollte. Ich wollte mir nun auch nicht umsonst einreden dass er meinen Kuss erwidern würde, falls ich es später noch einmal versuchte. Er hatte besseres zu tun als sich mit einem Kind wie mir auseinanderzusetzen, und das sah ich ihm auch bestens an. Dennoch harkte ich noch einmal weiter nach, bevor ich ihn zu Wort kommen ließ. Und gestand ihm sogar dummerweise etwas, was ich wohl lieber für mich behalten hätte. „Mein Bruder hat eine gewisse Neigung zu Männern, dummerweise liegt das in den Genen. Du hast das nicht wissen können, ist mir klar. Bei einer so ansehnlichen Schönheit wie dir musste das einfach sein. Ich würde mich entschuldigen, allerdings tut es mir nicht leid. Ich glaube du kannst dir denken, dass ich das nicht unbedingt abwegig fand“, brachte ich ihm dann etwas zweifelnd bei, ohne allerdings zu stoppen. Wenn ich nun schon ehrlich sein wollte, dann immerhin richtig. Und dass ich meinen Bruder nun direkt mit verraten hatte, war mir eigentlich ziemlich egal. Ihn interessierte es sowieso nicht, zumal ich nicht glaubte, dass das irgendwann wirklich an die Öffentlichkeit geriet. Und selbst dann hatte doch keiner handfeste Beweise.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:41 pm

Christian:

Wir waren schon einige Zeit gelaufen als er mich darauf ansprach wie es auf meiner Seite mit einer Frau aussah, mit einer Frau die ich vielleicht irgendwann mal heiraten wollte. Er erzählte mir, dass sein Bruder ein Interesse an Männern hatte und indirekt auch, dass es bei ihm nicht anders war, was mich schon im ersten Moment überraschte, da man mit solchen Informationen wohl nicht direkt an die Öffentlichkeit geht, zumindest von dem ausgehend was ich wusste, denn es war nicht üblich, dass man sich mit solch Aussagen einer Gefahr auslieferte. Selbst wenn man mir vertrauen konnte, was solche Informationen angingen, da ich sicherlich nicht darauf aus war es irgendjemandem zu erzählen, erst recht nicht, nachdem er mir und meiner Familie so viel geholfen hatte. Aber dennoch würde er, wenn er irgendwann an die falschen Leute geraten würde, ziemliche Probleme bekommen, selbst wenn er die auf irgendeine Weise notgedrungen abwimmeln könnte, würde er wohl selbst dann streng unter Beobachtung bleiben. Doch wieso sorgte ich mich um ihn? Es ging mich alles doch nichts an. Während wir mittlerweile ein wenig im Wald umher liefen, ich schon immer aufpasste und mich oft genug umsah, um ihn bei einem möglichen Angriff zu beschützen, wollte ich dann doch mal zu einer Antwort ansetzen, einer ehrlichen, so wie er es sicherlich von mir verlangte. Denn warum hätte ich auch lügen sollen? Ich blickte hinauf zu den Baumkronen und sah, dass der Himmel sich bereits in ein tiefschwarz verfärbt hatte. Es wurde immer später und er war immer noch hier. Bei mir. Mir blieb nichts anderes wie schwach über diese Tatsache zu lächeln. „Nun ja, bisher habe ich wohl nie sonderlich viel Zeit für eine Frau an meiner Seite aufbringen können. Abgesehen davon, muss ich gestehen, dass es mich nie gereizt hat, in der Nähe einer Frau zu sein oder ihnen groß nahe zu kommen.“, erklärte ich kurz und atmete tief durch, während ich dann jedoch einmal zu ihm hinüber sah um auch sicher zu sein, dass es ihm gut ging und ihm nicht zu kalt war, was ich ja schließlich gut hätte vermeiden können. „Ich dachte somit natürlich einfach, dass ich gar nicht der Typ für Beziehungen jeglicher Art bin. Aber der Kuss, welcher nicht nur Mittel zum Zweck war, hat mir gezeigt, dass das wohl so gar nicht der Fall sein kann. Denn wenn ich ehrlich sein darf, der Kuss geht mir nicht aus dem Kopf. Vielleicht habe ich ja nur kein Interesse an Frauen, was bei Männern dann anders aussieht.“, murmelte ich nachdenklich vor mich her, während ich meinen Blick dann auch abgewendet hatte. Ich war es nicht gewohnt so offen über meine Gedanken zu sprechen, doch es schien richtig, damit er wusste, auf wen er sich hier einließ, auch wenn die ganzen Umstände und sein ganzes Interesse, welches er mir gegenüber zeigte, nicht besonders richtig schienen. „Hast du denn schon Männer gefunden, die deinem Geschmack entsprechen und welche wohl auch ein Interesse an dir haben?“ Während ich nochmal einige Schritte auf ihn zu machte, bemerkte ich ein leichtes Zittern seinerseits, da er scheinbar wirklich fror. Verständlich, wenn er diese Kälte kaum gewohnt war oder wenn immer selber eine Jacke hatte, die er anziehen konnte. Ich entledigte mich ziemlich schnell meiner Jacke und hielt sie ihm auffordernd hin. „Du frierst.. Zieh meine Jacke an und dann machen wir uns nun auf den Weg zurück. Ich habe dich schon viel zu lange aufgehalten.. Tut mir leid.“, brummte ich in seine Richtung, bevor ich dann schon ein paar Schritte in Richtung Dorf machte, während ich aber genauestens darauf achtete, dass er mir auch folgte. Ich wollte nicht, dass ihm irgendwas passierte. Es klang vielleicht vollkommen unglaubwürdig, doch hatte ich momentan das dringende Gefühl ihn beschützen zu wollen. Doch trotz seiner vorhandenen Muskeln, wirkte er auf mich so zerbrechlich, dass ich Angst haben musste seine Knochen konnten bei einer kleinen Berührung von mir brechen, zerbersten, in hundert Teile zerfallen. Er wirkte so unschuldig, unerfahren und kindlich, was ihn einfach unglaublich liebenswürdig machte, auch die Tatsache, dass er mir einfach geholfen hatte. Den Eindruck den er so also auf mich machte, erklärte diesen unberechenbaren Teil an ihm, der mir vorhin aufgefallen war. Er handelte nach Lust und Laune, ließ sich von den anderen Leuten unterscheiden, da er vollkommen anders agierte. Das faszinierte mich ungemein. Doch wozu sollte ich das äußern? Ich würde ihn wohl nie wieder sehen, sobald er heute Abend wieder gehen würde und so brauchte ich nicht noch für weitere Verwirrung sorgen. Das hatte ich am Mittag schon zu genüge getan. Ich glaubte, dass es wirklich besser war, wenn ich schwieg, denn im Grunde hatte ich es schon schamlos übertrieben, ihm nun noch zu erzählen, dass mir der Kuss mit ihm gezeigt hatte, dass ich wohl eher ein Interesse an Männern hatte, wie an Frauen.

Die Kälte welche nun versuchte meinen Körper langsam aber sicher in die Knie zu zwingen, versagte jedoch bei mir. Meine Hände fühlten sich zwar an als würden mittlerweile Eisblöcke daran heran hängen, auch wenn das natürlich nicht der Fall war. Ich glaubte sogar leichte lila und blau Töne an meinen Händen zu entdecken (hab ich übrigens auch immer) und so steckte ich meine Hände in meine Hosentaschen, während ich doch noch ziemlich langsam lief, was teils auch an Julian lag, welcher es ja scheinbar auch nicht sonderlich eilig hatte. Bei mir gab es bloß einen Grund langsamer zu laufen wie sonst und zwar der Abschied von ihm, da ich wusste, ihn schließlich nie wieder zu sehen was auf der einen Seite vielleicht ganz gut war, damit ich nicht noch etwas schlimmeres tat, auf der anderen Seite jedoch bedauerlich war. Ich wollte ihn zu gerne kennenlernen, diesen kindischen verspielten Jungen, welcher dennoch ein unglaublich gutes Herz hatte. Selbst wenn er nun auf meine Frage nicht eingegangen war, ich erwartete auch keine Antwort, denn immerhin war es völlig dumm solche Informationen von ihm zu verlangen. Ich hörte mich ja beinahe an wie all die Frauen die von ihm schwärmten, was ich ihnen nun aber nicht mehr verübeln konnte. Denn mittlerweile hatte ich Julian ein wenig kennen gelernt, wusste wie ich ihn einschätzen musste und somit auch, wie wundervoll er eigentlich war. Aber wahrscheinlich würde er mich umbringen lassen, wenn er nur wusste was ich hier dachte.
Es dauerte gar nicht allzu lange bis wir wieder zurück waren, selbst wenn nicht genug Zeit hätte verstreichen können. Immer wieder hatte ich zu Julian gesehen, ihn eindringlich gemustert und versucht mir jedes Detail an ihm zu merken. Wie er dort in meiner Jacke neben mir entlang lief und hin und wieder, teils auch fragend, zu mir hinüber sah, vermutlich weil ich ihn dann schon eine ganze Weile angestarrt hatte. Aber wie hätte man es mir verübeln wollen, wenn man sich Julian erst einmal selbst ansah? Er war wunderschön und ich glaubte, dass wusste so gut wie jeder. Er stellte, alleine seinen Bruder vollkommen in den Schatten. Im Haus begegneten wir noch einmal David, welcher uns noch kurz versicherte, dass es meiner Mutter bald besser gehen würde, was mich schon ziemlich erleichterte. Denn ich rechnete dem Arzt schon ziemlich viel Wissen an, wenn er schon der Hausarzt von Julian und Denis war. Ich verabschiedete mich gemeinsam mit Julian von David, welcher uns noch kurz schräg musterte, und bedankte mich, bevor David das Haus dann auch schon verlassen hatte. Ich lehnte mich währenddessen gegen den Türrahmen, während ich darauf wartete, dass nun der Abschied kam, welchen ich gar nicht befürworten konnte. Als dann jedoch ein weiteres Mal alles anders kam und Julian stattdessen vor mich trat, mich ansah und mich auf meine Worte von vorhin erinnerte, schmunzelte ich kurz. Es war mein Ernst gewesen, dass er mich hätte wissen lassen sollen, wenn er nur etwas brauchte, was ich ihm geben konnte. Das war echt nicht viel, was auch mir klar gewesen war, doch was er von mir verlangt hatte, war absolut möglich und lag sogar in meinem Ermessen. Doch war das so richtig? Immerhin brachte er sich in unglaubliche Schwierigkeiten, wenn das mit uns auffallen sollte, weil es irgendjemand bemerkte. Auch wenn er bloß einen Kuss wollte, würden wir entdeckt werden, konnte diese Person so gut wie alles behaupten und es nicht bei einem Kuss belassen. Dennoch nickte ich schließlich zustimmend und blickte hinab in die wunderschönen blauen Augen von Julian, welche mich beinahe anstrahlten, nur darauf wartend, dass ich ihm seinen Wunsch erfüllte. Er schien beinahe wie ein kleiner Junge, welchem man ein Bonbon gab, welches er haben wollte. Während ich die Türe noch einmal mit dem Fuß zustieß, damit uns von draußen niemand sehen konnte, legte ich meine Hand in seinen Nacken und zog ihn so ein wenig zu mir heran. Meine andere Hand legte ich an seine Wange und beugte mich dann ein wenig zu ihm hinunter, bevor ich noch einmal Halt machte. „Darf ich daraus schließen, dass du ein Interesse an mir hast?“, fragte ich dann leise, während ich frech grinste, bevor ich meine Lippen dann schließlich zärtlich und vorsichtig auf seine legte. Es fühlte sich unglaublich gut an, zeigte mir nur noch ein weiteres Mal wie gerne ich so etwas gehabt hätte in letzter Zeit. Doch abgesehen davon, dass ich so etwas wohl nie haben würde, konnte ich das mit ihm sowieso vergessen. Er war der Bruder des Herrschers und ich einfach nur ein ärmlicher Trottel. Was machte ich mir aber nun Gedanken darüber? Ich hatte später noch Zeit. Somit schob ich all diese Gedanken nun einfach beiseite und genoss diesen Moment mit ihm, bevor ich mich auch schließlich von ihm löste, wenn auch etwas widerwillig.
Es war schon spät und er musste noch unbedingt zurück zum Schloss, auch wenn ich ihn ungern gehen lassen wollte bei all den wirklichen Verbrechern welche draußen herum liefen und sich wohl freuen würden, wenn er dort auftauchte. Denn wenn sie Julian entführten, wofür sie ziemlich viel Geld bekommen könnten, oder einfach beraubten, was nun zwar nicht mehr möglich war, dann aber auf Körperverletzung hindeuten würde, damit sie ungestört davon kommen konnten, würde ich mir das wohl niemals verzeihen. Schließlich war er wegen mir so lange unterwegs gewesen und müsste nur deswegen alleine und ungeschützt durch die Dunkelheit wandern. Vermutlich würde ich ihm wieder auf sicherer Entfernung folgen, wenn er nun ging, und darauf achten, dass ihm ja nichts passierte.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:44 pm

Julian:

Bisher hatte mir ein einziger Kuss nie sonderlich viel bedeutet, ich war nie verliebt gewesen und hatte bloß meinen Bruder kopiert und so getan, als würde es mir Spaß machen, mit so vielen verschiedenen Kerlen innigen, intimen Körperkontakt zu haben. Selbst wenn da ebenfalls Küsse im Spiel gewesen waren, war das ein Vergleich zu dem momentanem Moment. Denn ich küsste den wohl schönsten Mann der mir je begegnet war, und das ganz alleine durch seine Macht. Ich hatte mir bloß eine kleine Gegenleistung gewünscht und doch kam es mir vor wie eine viel zu große. Immerhin bekam ich etwas, was strengstens untersagt worden und seit Ewigkeiten verpönt war. Dass er sich überhaupt dazu traute auf meine Aufforderung einzugehen, zeigte mir nur noch einmal, dass ich mir bei ihm immerhin sicher sein konnte, dass er es mit mir ernst meinen würde. Vor allem nach den Worten mit denen er mich aufgezogen hatte. Ob er annehmen konnte, dass ich nun ein gewisses Interesse an ihm hatte, wenn ich wirklich einen Kuss als Gegenleistung für das Geld und die Hilfe des Arztes wollen würde. Natürlich bestand ein gewisses Interesse an diesem Mann, bloß war es nun weitläufig nicht mehr so einfach, mich mit ihm zu treffen. Sicher konnte ich ihn als einen guten Freund, irgendwann öffentlich als besten Freund bezeichnen, damit man nichts falsch annahm. Aber durch die vergangenen Jahre lebte ich immer gefährlicher, und das verdankte ich meinem Bruder. Dieser war nämlich dafür bekannt, dass er sich öfters mal versprach und so geheime Dinge preisgab, die gar nicht ans Licht kommen durften. Somit hoffte ich einfach dass sein momentaner Freund ihn einfach unter Kontrolle hatte, damit ich mich darum nicht kümmern müsste, falls es alles mal wieder eskalierte. Aber ich dachte viel zu viel über das nach, was mich betraf. Wichtiger war was Christian momentan anbelangte. Ich hatte diesen unglaublich schönen Kuss zärtlich erwidert, hatte gar nicht gewollt dass er sich nun von mir löste und mich mit dieser leicht unangenehmen Situation wieder alleine lassen wolle. Aber ich ließ es zu, auch wenn ich bemerkte, dass meine Hände mittlerweile an seiner Hüfte ruhten und auch eigentlich nicht ablassen wollten. Aber ich musste den Anstand bewahren und zeigen, dass ich Verantwortung übernehmen konnte. So hirnrissig für mich das auch klang, ich wollte nicht enden wie mein Bruder, welcher es maßlos übertrieb und offensichtlich mit seinem Leben spielte. Ich ließ meine Hände widerwillig von Christians Hüften gleiten, bevor ich mir durch meine Haare fuhr und mich ein wenig von im entfernte. Ich wollte nicht gehen, ich wollte nicht zurück ans Schloss. Denn dort musste ich ertragen wie glücklich mein Bruder mit seinem Freund, während ich noch immer alleine war. Und diese Tatsache zog mich wieder zurück in die Grube, aus welcher ich mich vorhin noch gezogen hatte. Ich unterdrückte mir ein Seufzen und blickte noch einmal rauf zu Christian, bevor ich mich langsam wieder zur Tür begab und diese öffnete. Ich musste einfach hier weg und womöglich verdrängen was heute geschehen war. Ich würde meine Worte nicht brechen und Christian natürlich sein Geld geben wenn er es brauchte, Ärzte hierher schicken die sich um seine Mutter kümmerten. Aber mehr konnte ich für einen Mann wie ihn wahrscheinlich gar nicht tun. Als ich auf der Türschwelle stand blickte ich erstmals zu ihm und sah wahrscheinlich gar nicht mehr so glücklich aus wie noch vorhin. Als mir dann aber auffiel dass ich seine Jacke noch immer trug, brummte ich leise. Ich wollte sie auf keinen Fall mitnehmen, egal, wie sehr sie nach ihm roch. Ich mochte diesen Geruch, und das hätte mich wirklich fast dazu getrieben, die Jacke mitzunehmen. Aber ich wusste dass er sonst nichts hatte, auch wenn er noch recht viel von meinem Geld besaß, und sich locker etwas besseres an Klamotten leisten könnte. Aber so trat ich nochmal in den Flur, entledigte mich der Jacke und übergab sie dankend Christian, bevor ich eine Hand kurz in seinen Nacken legte um seinen Kopf ein wenig zu mir herunterzuziehen, um ihm dann einen Kuss auf die Stirn zu drücken. Dann ließ ich wieder von ihm ab, trat wieder einen Schritt zurück und musterte ihn ein letztes Mal. Ich stellte mich vielleicht ein wenig zu sehr an, wie mir momentan schon langsam dämmerte. Aber wie sollte es anders verlaufen? Sollte ich so tun, als würde mich das kalt machen? Dann würde ich ihn anlügen, und darauf konnte ich wirklich verzichten. „Danke“, meinte ich leise und zupfte mir mein Hemd ein wenig zurecht. Mehr brachte ich gar nicht heraus. Ich drehte mich stattdessen um und ging, verließ den Mann nachdem ich wohl ewig gesucht hatte. Ich gab es einfach auf, so wie ich vieles schon weggeworfen hatte. Vielleicht war es auch besser so, wenn jeder ab nun wieder seinen eigenen Weg ging, und sich nicht von einem Mann den Kopf verdrehen ließ. Zumindest er nicht. Was mich anbelangte war es ohnehin egal – ich kam auch so in die Hölle. Ob ich mit Kerlen schlief, oder mit Frauen.
Ich war nicht unbedingt weit gekommen, nach einer gewissen Zeit merkte ich auch, dass meine Entscheidung totaler Schwachsinn zu sein schien. Ich hätte bei ihm bleiben können, und das wusste ich. Er hätte mich schließlich nicht weggeschickt, höchstens aus Angst davor, was passieren könnte, würde man nach mir suchen und mich bei ihm finden. Ich würde ihnen einfach sagen dass ich ihm bloß geholfen hatte, so wie er mir beispielsweise. Bei was würde mir sicher noch einfallen, das war kein Problem. Das einzige Problem was ich stattdessen aber bekam, war etwas, was mir lange nicht mehr unterkommen war. Bisher war ich immer um so etwas herumgekommen, aber scheinbar hatte mein Bruder mal wieder seine provokative Ader pochen lassen, und jemanden provoziert, mit dem ich eigentlich niemals wieder etwas zu tun haben wollte. Manchmal kam mein Bruder mir echt so vor, als sei er der letzte Bastard dieses Planeten und hätte keinerlei Ahnung wie er sich zurechtfinden sollte, so dass er seinen jüngeren Bruder in ständige Gefahr versetzte. Aber ich hatte keine Zeit darüber nachzudenken. Wie dumm war es auch gewesen, eine Gasse einzuschlagen?
„Dein Bruder hat mir erzählt dass deine Beziehung zu Grunde gegangen ist“, vernahm ich Salvatore raunen als er mein Handgelenk ergriffen hatte um mich zu sich zu ziehen, bevor er seine Hände auf meinem Oberkörper platzierte und mich gegen eine der Wände drückte. Er beugte sich ziemlich weit zu mir vor um mich zusätzlich noch aufzuziehen, was mich momentan aber weniger störte. Auch wenn ich sagen musste, dass ich mich mit diesem Kerl wirklich nicht auseinandersetzen wollte. Das hatte ich nie gewollt, denn für meinen Geschmack war er viel zu brutal. Und somit wollte ich ihm auf seinen dummen Kommentar gar nicht antworten. Meine Beziehung war seit einer Ewigkeit vorbei, ich verstand gar nicht wieso Denis ihm so etwas erzählen sollte. Aber daran glauben tat ich auch nicht, eigentlich blieb so etwas unter uns, und vor allem Salvatore durfte davon nichts erfahren. Wobei dieser sowieso wusste, dass unsere Familie was das betraf mit den Genen so einige Komplikationen hatte. „Die Beziehung ist eine halbe Ewigkeit her“, gab ich ihm knurrend zurück und versuchte ihn von mir zu drücken, scheiterte aber und musste dann noch ertragen, wie er seine Hände an der Wand neben meinem Kopf abstemmte. Für mich gab es durch seine Größe und diese Kraft auch kein Entkommen, weswegen ich es gar nicht erst probierte. Ich sah bloß leicht gereizt herab, wollte ihm nicht groß in die Augen sehen, was er aber zu spüren vermochte. Er zog eine Hand von der Hand und legte sie an mein Kinn um dieses hochzudrücken, bevor er mich hämisch angrinste. „Was willst du von mir?“ „Das was ich jedes Mal von dir will, wenn dein Bruder sich vor mir aufspielt“, gab er mir noch immer grinsend wieder. Glücklicherweise wusste ich nicht was er wollte, war mir aber sicher dass es nichts war, was mich groß verunsichern konnte. Oder ich hatte mich mal wieder getäuscht, sicher war ich mir nämlich schon längst nicht mehr. „Und das wäre?“ Er ließ von meinem Kinn ab und griff dafür in seine Jackentasche, aus welcher er einen bedrohlich großen Dolch zog. Ich blickte ihn perplex an. Erst jetzt versuchte ich mich auch zu bewegen, ihn von mir zu drücken und vor ihm zu entkommen. Aber ich hätte wissen müssen dass daraus nichts wurde. Er zog auch die andere Hand von der Wand und drückte sie auf meinen Oberkörper, ehe er den Dolch an meinem Hals ansetzte, scheinbar willig mich wirklich umzubringen. „Dein Bruder sollte einfach aufhören dich zu verraten“, säuselte er lächelnd. „Er verrät mich nicht“, protestierte ich hektisch und legte meinen Kopf noch ein Stück in den Nacken um der scharfen, kalten Klinge zu entkommen. Aber er ließ nicht von mir ab, folgte mit der Klinge einfach und sah mir gereizt in die Augen, wie ich für einen kurzen Augenblick erkennen konnte, bevor ich die Augen wieder schloss. „Ach nein? Bist du dir da so sicher? Weshalb weiß ich dann, dass deine Beziehung längst nicht mehr ist?“ „Weil es offensichtlich war, nachdem am Schloss wieder Ruhe eingekehrt ist“, knurrte ich leise und schob meine Hände auf seinen Oberkörper, um einen weiteren Versuch zu starten, ihn nun von mir zu drücken. Das schien ihn endgültig provoziert zu haben. Ich spürte wie die scharfe Klinge sich langsam meinen Hals entlang zog, einen stechenden, hinterher einen brennenden Schmerz hinterließ, der mich schon zu Beginn folterte. Meine Hände krallten sich automatisch in den dunklen Mantel von Salvatore, welcher noch immer nicht von mir abließ. Er schien aber immerhin sein Ende zu finden, als er bemerkte, dass ich aufhörte mich zu wehren und zu winseln. Er strich mit der glatten Seite der Klinge über den Schnitt in meinem Hals, zog damit die Linie mit dem Blut nach und verwischte dieses, wie ich merkte, bloß einigermaßen übertrieben. Ich versuchte nun durch den Schmerz bloß nicht aufzukeuchen, und doch konnte ich gar nicht anders. Ich spürte wie meinen Lippen ein leises Keuchen entfloh, bevor ich meine Hand automatisch rauf zu der Schnittwunde zog. Salvatore hielt die Hand fest und drückte sie an die Wand hinter mir, ehe er seinen Dolch wieder verstaute und auch meine anderes Handgelenk rapide gegen die Wand drückte. Der Schmerz wurde durch die kalte Luft nur schlimmer, diese fühlte sich an, wie als würde man nun noch in der Schnittwunde herumstochern. Und das ließ mich erneut aufkeuchen. Dieser Schmerz schien für eine ganze Weile unzumutbar, und doch konnte ich nichts machen. Mich nicht wehren, nichts sagen – ich ertrug es einfach, so, wie man es mir beigebracht hatte.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:44 pm

Christian:

Der Kuss, welchen er mir in Nähe Schläfe aufgedrückt hatte, hinterließ alleine das Pflichtgefühl nun sicher zu gehen, dass er, ohne in Gefahr zu geraten, zuhause ankam. Somit ließ ich ihm die ersten Meter Vorsprung, bevor ich dann jedoch hinterher hetzte und beinahe mit dem Schatten wandelte. Ich schaute, dass er mich nicht bemerkte, denn dann würde er mich wohl für vollkommen verrückt halten. Vielleicht machte ich mir ja bloß zu viele Sorgen und er würde problemlos am Schloss ankommen, sodass es völlig unnötig war, dass ich ihm nun noch gefolgt war. Doch wenn man mal ehrlich war, hatte ich doch sowieso nichts besseres zu tun. Ich machte die Jacke, die ich mir auf meinem Weg aus dem Haus noch einmal übergestreift hatte, schließlich ganz zu, da es mir doch zu kalt wurde, als ich mich beinahe ins Licht der Straße begeben hatte, auf der wir uns nun befanden. Auch wenn es eher eine Gasse war. Erst dann wurde mir bewusst, dass ich mich beinahe auffällig gezeigt hatte. Seufzend blickte ich schließlich in die Richtung von Julian, da ich ihn nicht die ganze Zeit über angestarrt hatte, um mich nicht ganz so bizarr zu fühlen. Doch was ich dann da sah, verschlug selbst mir für einen Moment die Sprache. Irgendein daher gelaufener Kerl kam Julian, für meinen Geschmack, viel zu nahe. Das an sich wäre nichts gewesen, wo ich mich groß eingemischt hatte, da ich das Gesicht von Julian nicht erkennen konnte und nicht wusste, ob es sich dort um einen der Männer handelte, an dem er vielleicht Interesse hatte. Nachdem der Mann dann jedoch noch zu einem Dolch griff und den gefährlich hoch, in Kopf Höhe, hielt, vernahm ich mich selbst leise knurren. Was fiel diesem Idioten eigentlich ein? Beinahe wie selbstverständlich, dass ich ihm gefolgt war und nun schauen wollte, was dort vor sich ging, lief ich auf die beiden zu. Nachdem ich aber sah, dass Julian sich mit der Hand auf eine Schnittwunde am Hals drückte, verspürte ich schließlich den Anflug von Wut. Wie hatte man ihm bitte etwas tun können? Er tat keiner Fliege etwas zu leide. Nachdem ich dann beinahe unbemerkt, zumindest was den Typen betraf, bei den beiden angekommen war und mich hinter diesen widerlichen Kerl gestellt hatte, musterte ich Julian rasch. Es blutete zwar nicht so schlimm wie es von weitem ausgesehen hatte und dennoch musste man sich darum wohl kümmern. Doch erst würde ich mich um unseren Freund hier kümmern. „Hey!“, brummte ich schließlich, woraufhin sich dieser Mistkerl umdrehte und mich perplex anstarrte. In diesem Moment nahm ich ihm den Dolch auch schon weg, was ihm wohl gar nicht zu gefallen schien, da er plötzlich auf mich los ging, was mich aber nicht sonderlich interessierte. Ich drückte ihn von mir weg und legte mir das Messer so in die Hand, dass ich es auch nutzen konnte. Und davor scheute ich nun, nachdem er Julian verletzt hatte, keinesfalls mehr. Vielleicht würde man mir einen Mord hoch anrechnen können, doch auch, wenn ich damit den Bruder des Herrschers beschützt hatte? Wohl kaum. „Vergreifst du dich gerne an kleineren?“ Ich machte mir nichts aus Höflichkeiten, da ich solch einem Bastard nicht entgegen kommen musste. „Was geht denn dich das an?“, gab er mir zurück und näherte sich mir, was ich in diesem Moment noch als gelungen stehen ließ, indem ich mich bewusst auf einen Baum in unserer Nähe zubewegte, auch wenn ich derjenige von uns sein würde, der mit dem Rücken wohl als erstes entgegen des Baumes stand. „Oh, ich würde sagen, eine ganze Menge.“, gab ich ihm bloß entgegen und grinste herausfordernd, während er seine Schritte schneller werden ließ, unvorsichtiger wurde. Vielleicht war er in irgendeiner Hinsicht stark oder furchteinflößend, da er mit Waffen gegen Kleinere anging, dennoch kein wenig klug und geschickt. Das konnte man ihm ansehen, wenn man seine Bewegungen, die er auf mich zu machte, bloß mal beobachtete. „Bist du etwa der Neue von ihm?“ „Der Neue? Ich denke, du liegst vollkommen falsch. Der Bruder des Herrschers ist wohl nicht darauf aus, mit mir als Mann einzugehen.“, erwiderte ich bloß, stellte mich bewusst dumm, weil ich auf einer Seite wusste, dass es ihn reizen würde, wenn ich ihm widersprach und auf der anderen Seite, wollte ich nicht, dass es jemand mitbekam oder er sich sogar noch bestätigt wurde. „Da habe ich aber anderes gehört.“ Er grinste mich schräg an und holte einmal aus, traf aber nicht mich, obwohl ich nun mit dem Rücken an dem Baum stand, sondern eben den Baumstamm, nachdem ich einen Schritt zur Seite gemacht hatte. Während er versuchte sein Gleichgewicht wieder zu erlangen, war ich bereits hinter ihn getreten und schubste ihn gegen den Baum, sodass er sich aber noch mit den Armen abfing. „Ich werde dich umbringen.“, knurrte er und drehte sich wieder zu mir um. Ungeniert machte ich noch ein paar Schritte auf ihn zu. „Nicht, wenn ich dir zuvor komme. Denk mal daran, wer nun deinen Dolch mit sich trägt. Es ist wohl nicht sonderlich schlau, solch eine Waffe mit sich zu führen, wenn man so unfassbar dumm ist.“, brummte ich leise und als er seine Hand anhob um einen weiteren Versuch zu starten, mich zu schlagen, hob ich auch den Dolch und durchbohrte damit seine Hand, während ich den Dolch auch noch ein wenig in den Baum rammte, somit er erst mal gehindert war, da er sich den Dolch aus der Hand ziehen musste, während er noch ernsthaft versuchte, sich einen Schrei zu unterdrücken. War vielleicht ganz klug, denn ihn nun mit diesen anfänglichen Schmerzen zu beschäftigen, indem ich ihm seine Hand durchbohrte, schien nicht die beste Weise gewesen zu sein. Aber ich war sicher er würde gleich mit seinem wiedererrungenen Dolch auf mich zu laufen, noch sein bestes geben mich umzubringen, bevor er sich hoffnungsvoll mit seiner Hand zu einem Arzt begeben würde. Was ein Narr. Als hätte ich nicht bereits darüber nachgedacht, was den weitere Verlauf betraf. Ich wusste wie man sich verteidigte, immerhin war ich oft so spät unterwegs, hatte genug mit solchen Kerlen wie ihm zu tun, selbst wenn ich diese dann nie sonderlich gerne umbringen wollte, was bei ihm nun anders war. Denn er vergriff sich an Julian, welcher mir doch schon wichtig genug war, um ihn zu beschützen und ihm zu folgen. Ich zog meine Jacke aus, während ich zu Julian lief und ihm diese kurz über die Schulter streifte und mir seine Wunde einen Moment ansah. Solche Schnittwunden konnte ich zuhause verarzten. Das war kein großes Problem. „Geh schon mal langsam los zu mir, ich kümmer' mich noch rasch um den tollkühnen Held hier und dann versorge ich deine Wunde.“, murmelte ich leise, nun aber wieder mit einer warmen und besorgten Stimme, was vorher vollkommen anders gewesen war. Denn dem Mann, welcher versuchte Julian etwas anzutun, trat ich weder höflich noch freundlich gegenüber. Und das würde dieser noch früh genug merken. Nachdem ich Julian dann vorsichtig und sanft in die Richtung zu mir nachhause gedrückt hatte, drehte ich mich auch wieder um, sodass ich, wie zu erwarten, Salvatore sah, welcher wutentbrannt mit seinem Dolch auf mich zu lief, dennoch ein wenig eingeschränkt, durch seine blutende Hand. Der erste Hieb, den er versuchte auszuteilen ging daneben, der zweite zerschnitt mein Hemd an einer Stelle, was aber nicht sonderlich schlimm war. Die ersten Zeichen der Ermüdung machten sich auf seiner Seite sichtbar, während ich nur bemerkte, dass er auch gar nicht so stark war, wie er sich vielleicht den Leuten gegenüber gab, die nicht allzu viel Kraft – oder eben nur ein wenig, durch kaum Übung – hatten. Ich hob eine Augenbraue als er ein weiteres mal ausholte, verrenkte ihm jedoch schnell genug den Arm, sodass die Spitze des Messers auf ihn gerichtet war, das Messer auch weiterhin in seiner Hand ruhte, und drückte seine Hand schließlich einfach hinüber zu ihm, sodass er zusehen musste, wie er selbst sich seinen Körper durchbohrte, auch wenn ich dazu beitrug, indem ich ihn in diese Richtung lenkte. Er hatte es nicht anders verdient. Was auch immer zwischen den beiden vorgefallen war, er hatte kein Recht Julian mit solch einem Dolch zu verletzten. Und das durfte er nun spüren. „Du wirst dich nie wieder an jüngeren vergreifen. Und erst Recht nicht an ihm.“, knurrte ich schließlich noch, während ich ihn zu Boden geleitete, da er sich auf seinen Beinen schon nicht mehr halten konnte. Ich hatte noch niemanden umgebracht und wollte es noch nie, doch es schien, als würde meine Wut nicht weniger werden, bis ich ihm sein Leben genommen hatte, welches er sowieso nicht verdiente. So nahm ich ihm die Klinge doch wieder ab und blickte hinab in seine Augen. „Nie wieder.“, betonte ich noch einmal, bevor ich ihm schließlich das Messer ins Herz rammte. Ihm die Kehle aufzuschneiden, hätte mein Hemd schließlich ganz ruiniert und darauf konnte ich verzichten, genauso gut wie auf den Geruch von Blut. So hörte ich wie er noch einige erstickte Laute von sich gab, bevor er dann auch ruhig liegen blieb. Dieser Tod war noch viel zu gnädig von mir gewesen, denn er hätte eigentlich bloß die schlimmsten Foltern verdient. Doch darauf, dass er noch weiter hier herum geisterte, konnte ich getrost verzichten. Somit erhob ich mich schließlich seufzend, eigentlich schon bereuend, dass ich gemordet hatte und lief schließlich in Richtung Julian, welcher immer noch dort stand und zu mir herüber sah. Ich hoffte er hatte nun keine Angst und falls doch und man würde mich nachher für diesen Mord verurteilen, würde ich die Strafe auch annehmen, nur war es jetzt das Letzte was ich wollte, dass er Angst vor mir hatte. Ich würde ihm nie etwas tun. Nie in meinem Leben. „Ich hatte doch gesagt du sollst schon mal zurück gehen.. Ich will mich um die Wunde kümmern.“, murmelte ich, nachdem ich bei ihm angekommen war. Ich fühlte mich nun eigentlich noch mieser, da er sich das ganze mit angesehen hatte, was definitiv nicht die beste Option gewesen war. Dennoch konnte ich darauf und auf die Tatsache, dass er sich nun vielleicht vor mir fürchtete, auch wenn ich jemanden umgebracht hatte, damit er Julian nichts tat, keine Rücksicht nehmen. Denn immerhin hatte er dort eine blutende Schnittwunde am Hals und um diese wollte ich mich schnellstens kümmern, damit sich nichts entzündete, er nicht noch weiter Blut verlieren musste.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:45 pm

Julian:

In meinem ganzen Leben hatte ich nie jemanden töten wollen, und doch hatte ich es so oft tun müssen. Aus eigenem Willen hätte ich mich nicht dazu gezwungen jemanden umzubringen, selbst nicht wenn er mich bedrohte. Und so hätte ich mich eben auch kein Stück gerührt. Ich hätte wohl zugesehen wie Salvatore mich ermordet hätte, selbst wenn ich mittlerweile wieder einen Grund gefunden hatte, um mein Leben weitläufig zu genießen. Auch wenn ich versuchte diesen irgendwie zu verdrängen, wusste ich ja, dass daraus nichts mehr werden würde. Ich musste mir eingestehen dass ich alleine nicht weiterleben wollte, und wahrscheinlich schon jemanden gefunden hatte, mit dem ich mein Leben verbringen wollen würde. Dass ich darüber aber überhaupt nachdachte, schien auch wieder viel zu üblich. Denn was sich hier eigentlich abspielte, war der pure Horror. Selbst wenn ich es so gar nicht interpretieren konnte. Ich hatte einzig und allein mit dem Schmerz zu kämpfen, und das selbst noch als Christian mir aus dieser misslichen Lage geholfen hatte. Ich konnte nicht groß was sagen, ehrlich gesagt wollte ich einfach nur hier weg, konnte aber in dem Moment gar nicht. Mir war nicht bewusst gewesen dass Christian plötzlich so wütend war, dass er sich direkt an diesem Mistkerl rächen wollte. Ich machte mir in dem Moment wo er sich mit ihm anlegte mehr Sorgen um ihn, als um mich und meine Schnittwunde. Ich war mir ohnehin irgendwo vollkommen egal, ich bedeutete niemandem außer meinem Bruder groß etwas. Relevant war das aber schon längst nicht mehr. Mein Kopf schaltete komplett ab, und das für eine ganze Weile. Denn viel wichtiger war, dass Christian nichts geschah. Und als Salvatore langsam mit ihm aus meinem Blickfeld verschwand, machte ich mich trotz der Schmerzen auch recht schnell auf den Weg um ihnen wenigstens ein wenig folgen zu können. Ich wollte mir sicher sein, dass Christian nichts geschah. Als die beiden dann wieder zu erkennen waren, blieb mir für einen kurzen Moment das Herz stehen. Es sah wirklich nicht danach aus als setzte er irgendwas daran, dass Salvatore weiter am Leben bleiben dürfte. Ich wollte mich definitiv nicht einmischen, auch wenn es für mich unvorstellbar war, dass er Salvatore nun wirklich umbrachte. Als ich aber sah dass seine Hand bereits daran glauben durfte, sog ich scharf die eisig kalte Luft ein und ließ mich gegen die Wand hinter mir fallen, drückte meine Hand weiter auf die Schnittwunde um das Blut zu stoppen. Dann, als ich mich kurz umgesehen hatte, da ich mir nicht so sicher war ob es wirklich so intelligent war, dass Christian ihn auf beinahe offener Straße umbrachte, sah ich wieder zu ihnen beiden. Im selben Moment kam Christian aber auf mich zu, während er sich seiner Jacke entledigte. Bei mir angekommen streifte er sie mir über, bevor er von mir verlangte, dass ich nun den Weg zu seinem Haus antrat. Ich wollte sicherlich nicht gehen im Wissen, dass hier noch so einiges passieren konnte. Dennoch sagte ich auf seine Worte hinweg nichts, ließ mich von ihm nur einige Schritte in die Dunkelheit drücken, um den Weg zurück zu seinem Haus anzutreten. Aber als er mich nicht mehr beachtete lehnte ich mich an eine der Wände, um das Schauspiel dann weiter zu beobachten, während ich mir die Jacke von ihm ein wenig zumachte. Ich hasste es zu beobachten was dort ablief, gehen wollte ich allerdings nicht. Wenn es soweit kam dass er verlor, würde ich versuchen zu helfen, mich irgendwie opfern damit der heutige Tage für ihn nicht umsonst gewesen war. Als ich aber ertragen musste wie Salvatore mit dem Dolch in der Hand in seine Richtung lief, stockte mein Atem für eine kurze Zeit. Beinahe wollte ich auf sie beide zulaufen, und doch sah ich, dass es sich nicht gelohnt hätte. Ich konnte zwar von weitem erkennen dass der Dolch ihn scheinbar gestreift hatte, ging aber nicht davon aus, dass er direkt seinen Körper getroffen hatte. Dafür war er diesem viel zu gut ausgewichen, und auch zu weit entfernt gewesen. Als Christian seinen nächsten Hieb dann abfing, seinen Arm verrenkte und ihn direkt auf seinen Körper richtete, sein eigener Dolch nun zur Mordwaffe werden sollte, runzelte ich die Stirn. Wollte ich mir wirklich ansehen, wie er nun jemanden wegen mir umbrachte? Nachdem ich tief durchgeatmet hatte hob ich meinen Blick wieder, sah dann auch schon wie Salvatore zu Boden ging, mit dem Dolch in seinem Herzen. Die erstickenden Laute kamen selbst bei mir an und jagten mir einen Schauer über den Rücken. Als Christian sich dann umdrehte und direkt zu mir sah, zuckte ich zusammen. Ich hatte verhindern wollen dass er mich nun sah, vor allem weil ich eigentlich seinem Befehl hatte folgen wollen. Aber nun war es sowieso zu spät. Er kam mit langsam Schritten auf mich zu und begann direkt mit den Worten, die er schon vorhin ausgesprochen hatte. Ich nickte leicht und blickte dann entschuldigend rauf in seine Augen. Der Schmerz schien wie verflogen, war nur noch ein Stechen im unteren Bereich meines Halses. Es war sicher dumm so etwas festzustellen, aber es kam mir wirklich so vor, als lenkte mich alleine der Anblick von Chris von diesen ziehenden Schmerzen ab. Aber umso besser. Dann würde ich ihn gleich nicht damit in Grund und Boden heulen, wie sehr diese Schnittwunde doch schmerzte.
Ich zog Christian in meine Arme, wollte ihn auch erst gar nicht loslassen, und ihn erst einmal vor Ort wieder auf den Boden der Tatsachen bringen. Er hatte gerade jemandem das Leben genommen, scheinbar mit der Absicht sich für die Taten, die er an mir begangen hatte, rächen zu wollen. Ich war es nicht wert, dass er einen Mord beging. Aber nun war es sowieso vorbei, dementsprechend musste ich mich wohl oder übel mit meinem Bruder auseinandersetzen. Er wusste dass Salvatore noch so einige Männer hatte, die es auf mich abgesehen hatten. Und dass demnächst die Straßen voller Meuchelmörder sein würden, die Ausschau nach Kerlen wie Salvatore hielten. Mir war sowieso egal ob ich nun sicher war oder nicht, Hauptsache mir blieb die Zeit mit Christian, welchen ich stets nicht losließ. „Du hättest ihn nicht umbringen müssen“, flüsterte ich leise und leicht verunsichert. „Und wage es nicht zu denken, dass ich mich nun vor dir fürchte. Würde ich solche Dinge scheuen, wäre ich sicherlich nicht mehr bei meinem Bruder am Schloss. Was der für Massenmorde veranstaltet wenn er schlecht drauf ist, ist unglaublich“, gestand ich leicht rücksichtslos und löste mich dann widerwillig aus der Umarmung, bevor ich meine Hände an seine Wangen legte, damit er nun den Blick stets in meine Augen gerichtet hielt. „Ich will nicht, dass du nochmal wegen mir tötest. Du weißt nicht was du damit anrichtest, auch wenn du es nur gut meinst. Ich würde es mir nicht verzeihen, wenn du dafür zur Rechenschaft gezogen werden würdest. Ich werde mich nicht um die Leiche kümmern, und du auch nicht. Da es hier in deiner Gegend ist werden sie dich beschuldigen“, murrte ich. „Aber ich werde ihnen sagen dass ich es war. Notwehr, um einen Bürger zu schützen. Schaffst du es den Mund zu halten, wenn ich für dein Leben lüge Sonst muss ich nachhelfen.“ Ich lächelte ihn schwach an, wusste zwar, dass ihm das überhaupt nicht gefiel, aber ging darauf nicht großartig ein. Ich hatte im Gegensatz zu ihm Macht und Reichtum, konnte gemeinsam mit meinem Bruder über die verschiedensten Dinge entscheiden. Und dann würde man mir, dem Bruder des Herrschers, sicherlich verzeihen können. Zumindest hoffte ich das. „Solange du nicht mit deinem Leben spielst, verbiete ich dir nichts. Aber solche Aktionen will ich nicht mehr sehen.. sonst muss ich mir ja jemand neues suchen, der auf mich aufpasst. Und mein Bruder hat keine Zeit für so etwas.“ Erneut lächelte ich, bevor ich mich doch leicht zurückhaltend ein wenig größer machte, um an seine Lippen heranzukommen. Ich war ihm zwar dankbar für seine Hilfe, aber er hatte übertrieben, und das maßlos. Sagen wollte ich dazu aber nichts mehr, und so handelte ich mit Taten. Ich legte meine kalten Lippen vorsichtig auf seine, aber auch nur ganz kurz, ehe ich mich wieder löste und erwartungsvoll rauf in seine Augen sah. „Wenn du so etwas nochmal machst, und es schief geht, lässt du mich hilfloses Ding hier alleine“, meinte ich und musste doch leicht schmunzeln. „Und du weißt dass ich scheinbar doch recht unbrauchbar bin. Was Kämpfe und eine gewisses Maß an Mut angeht. Aber ich kann gut zuhören und Menschen verstehen. Und gut küssen kann ich, denke ich, auch noch.“ Ich lächelte und ließ eine Hand von seiner Wange gleiten, merkte doch wieder dass der Schmerz langsam wieder Macht ergriff. So drückte ich meine kalte Hand wieder auf die Schnittwunde, merkte erst jetzt dass ich Christian nun tatsächlich mit meinem Blut beschmiert hatte. „Gott, jetzt siehst du aus wie ein eiskalter Serienkiller“, stellte ich lachend fest und musterte seine rechte Wange. „Tut mir voll leid. Deiner Schönheit schadet das zwar nicht, aber ein wenig bedrohlich sieht es nun doch aus. Jetzt habe ich also einen Grund mehr, dich noch zu begleiten. Irgendwer muss dich ja von meinem Blut befreien“, stellte ich klar während ich eine Augenbraue hochzog und noch immer leicht grinste.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:45 pm

Christian:

Das ich viel zu weit gegangen war, war mir längst bewusst gewesen, denn dadurch, dass ich Salvatore umgebracht hatte, hatte ich wohl mehr Probleme aufkommen lassen als wie ich sie gelöst hatte. Vielleicht hätte ich ihn doch bloß außer Gefecht und nicht gleich ganz ausschalten sollen. Nun hörte ich Julian jedoch erst einmal zu und beobachtete ihn teils auch etwas angespannt. Als er mir dann versicherte keine Angst vor mir zu haben, da er solch Schauspiel schon gewohnt gewesen war, war ich schließlich auch beruhigt, denn so fielen wenigstens ein paar Sorgen von mir ab, welche vielleicht auch total Fehl am Platz waren. „Ist gut, ich.. werde dir das überlassen. Auch wenn ich nicht so glücklich damit bin, denn was wenn du nun für meine Taten gerade stehen musst, selbst wenn du der Bruder des Herrschers sein magst?“, murmelte ich leise, bevor ich nochmal eindringlich zu ihm hinunter sah, bevor er mich dann darauf ansprach, dass ich wohl sein Blut an meinen Wangen kleben hatte und er mich zuhause davon befreien wollte. Leicht grinsend über den Gedanken, dass ich es sehr gut auch alleine konnte aber ein wenig Unterstützung von ihm wohl ganz angenehm sein würde, nickte ich schließlich. „Dann sollten wir wohl langsam mal los. Denn bevor irgendwer sich von uns beiden wäscht, muss deine blutende Wunde erst einmal versorgt werden.“, brummte ich leicht besorgt in seine Richtung bevor ich langsam mit ihm loslief.
Wir waren ja kaum von mir zuhause entfernt und dem entsprechend schnell dort angekommen und so war ich rasch durch das Haus gelaufen, hatte die nötigen Dinge zusammen gesucht um mich um die Wunde an seinem Hals zu kümmern, während ich Julian schon einmal in mein Gemach geführt hatte, bevor ich dort mit Nadel, Faden, warmen Wasser und einem Waschlappen wieder bei ihm erschien. Ich ließ mich neben ihm nieder und beobachtete ihn besorgt. „Ich denke ich muss die Wunde nähen.“, murmelte ich nachdenklich und begann erst mal seine Wunde vorsichtig und behutsam mit dem Waschlappen zu säubern. Während ich die Blutung so für den Moment unterband machte ich mich daran die Wunde zu nähen, selbst wenn ich das alles so vorsichtig wie möglich versuchte und mit so wenig Stichen wie möglich, konnte ich einigen Schmerz nicht verhindern, immerhin musste das ja ordentlich gemacht sein. Solche Verletzungen konnte ich auch ziemlich gut versorgen und somit hoffte ich einfach, ich konnte seinen Hausarzt für den Moment vertreten und wenigstens einmal etwas gutes tun. Bisher hatte ich ja doch immer das falsche getan. „Ich weiß, dass es falsch war ihn umzubringen.. aber ich war unglaublich wütend, da solche Kerle einfach nie aufhören. Und es tut mir auch wirklich leid. Ich wollte dich bloß beschützen. Ich kann es nicht ertragen, so dumm es sich auch anhören mag, weil ich es ja vorhin selbst getan habe, wenn dich jemand verletzt oder falsch behandelt.“, versuchte ich ihm alles zu erklären während ich den letzten Stich setzte und den Faden dann abschnitt, bevor ich nochmal das restliche Blut abtupfte, bevor ich ihm dort eine Art großes Pflaster drauf tat, damit er nun erst mal nicht an die frische Naht herankam. „Wenn du nun gehen willst bringe ich dich nachhause, damit dir nicht noch etwas passiert.. Ansonsten kannst du gerne hier übernachten.. nur müsstest du dann hier mit mir schlafen. Wir haben nicht allzu viele Möglichkeiten, jemanden zu beherbergen.“ Ich blickte wieder hinauf in seine unglaublich tollen blauen Augen, während ich schon damit rechnete, dass er noch heute Nacht nachhause wollte. Verständlich, wenn man bedachte, dass sonst nach ihm gesucht wurde, mal ganz abgesehen davon, dass er wohl nie neben mir in einem Bett schlafen wollte. Als ich dann hinunter zu seinen Händen sah bemerkte ich, dass dort noch immer ein wenig Blut dran klebte und so nahm ich mir noch einmal den Waschlappen und entfernte das Blut auch von seinen Händen, meine Wangen vergaß ich dabei völlig, immerhin war es mir momentan völlig egal wie ich aussah. Julian war verletzt worden, weil er sich den ganzen Tag bei mir aufgehalten hatte und ich war nicht mal fähig gewesen rechtzeitig einzugreifen, erst, nachdem dieser Kerl ihm eine Wunde verpasst hatte, die genäht werden musste. Im Grunde war ich an all dem Schuld.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:45 pm

Julian:

Nachdem Christian mit dem Nähen meiner Schnittwunde fertig geworden war, mit dem nassen Waschlappen noch meine Hände abgewischt und mit einem Tusch abgetrocknet hatte, blickte ich leicht schmunzelnd zu ihm rauf und wollte beinahe schon den Kopf schütteln. Er hatte nun an alles gedacht, aber sich selbst hatte er vergessen. Somit griff ich vorsichtig nach dem Waschlappen und beugte mich ein Stück vor, um seine Wange dann auch säubern zu können. Als das erledigt war legte ich den Waschlappen weg, griff dafür nach einem Tuch und trocknete die nasse Haut noch vorsichtig, ehe ich auch das Tuch wieder zur Seite legte und Christian wieder anlächelte. Ich begann auch erst jetzt wieder über seine Worte nachzudenken, welche mich doch weitläufig zum Schmunzeln brachten. Er dachte wirklich ich würde nach so einem Tag noch den Weg nach Hause antreten? Darauf konnte ich wirklich verzichten, zumal mich sein Kommentar ohnehin nicht kalt ließ. Mir war klar dass es wahrscheinlich nur ein kleiner Fehler in seiner Grammatik gewesen war, aber das machte es ja so humorvoll. Immerhin hatte er angesprochen dass ich stattdessen mit ihm in seinem Gemach schlafen müsste, was im ersten Augenblick auch viel zu falsch geklungen hatte. Etwas dagegen hatte ich natürlich nicht, aber andererseits fragte ich mich schon, was seine Mutter denken würde, würde sie davon Wind bekommen. Und ich konnte darauf verzichten dass er Stress mit ihr hatte, bloß weil ich meine Meinung, was meinen Anstand anging, langsam zu ändern begann. Und dass ich das tatsächlich tat, wurde mir auch wieder bewusst. Während wir uns anschwiegen musterte ich ihn bloß eine ganze Zeit lang, neigte meinen Kopf leicht als ich dann doch mal diese Stille zu brechen vermochte. „Wenn du nichts einzuwenden hast, bleibe ich bei dir“, meinte ich leise und atmete tief durch, bevor ich ein wenig mehr an ihn heranrückte und eine Hand vorsichtig an die Wange legte, die ich zuvor noch gesäubert hatte. „Ich glaube ich bin dir sogar ziemlich dankbar, dass du versucht hast mich zu bestehlen“, erklärte ich lächelnd und drehte seinen Kopf leicht zu mir, bevor ich ihm in seine strahlend schönen Augen sah. „Immerhin hast du mir bisher mehr Gegenleistungen geboten, als ich verlangt habe.“ Mit den Worten belächelte ich die ganze Situation noch einmal, ehe ich meine Lippen zärtlich auf seine drückte, und meine Hand stets an seiner Wange ruhen ließ. Ich wusste dass ich ihn damit irgendwo sicher verwirrte, mit dieser komischen Art die ich hatte. Diese Neigung dazu mich viel zu schnell geborgen zu fühlen. Aber er hatte einen Menschen für mich getötet, mir zeigte das also ausreichend dass ich ihm irgendwo wichtig zu werden schien. Falls diese Tatsache nicht stimmte, war ich einfach nur unglaublich schlecht im schätzen. Aber ich spürte wie wenig Widerstand er leistete; gar keinen. Er erwiderte meinen Kuss liebevoll und legte eine Hand ganz vorsichtig in meinen Nacken. Ich wusste dass er bloß aufzupassen versuchte, aber ich hatte ihm ja versichert dass alles in Ordnung war. Und dass er sich bei dem Nähen bestens angestellt hatte, war deutlich genug geworden. Ganz gleich wie viele Schmerzen ich eben noch ertragen hatte, es war zu zu meinem Besten. Als Chris sich irgendwann kurz von mir löste und mich vorsichtig auf seinen Schoß zog, hob ich grinsend eine Augenbraue und stupste ihn vorsichtig an, damit er nun mit dem Rücken auf der weichen Matratze lag. So saß ich nun auf seinem Unterleib und sah zu ihm herab, ehe ich meine Hände langsam zu seinem Hemd gleiten ließ und dieses öffnete. Dann jedoch stoppte ich sämtliche meiner Taten. Ich vernahm wie Chris leise aufkeuchte und leicht beeindruckt zu mir rauf sah, während ich angespannt den Schnitt in seiner Hüfte musterte. „Ist dir das gar nicht aufgefallen?“ „Bis eben hat es einfach nicht weh getan“, murrte er leise und ließ seinen Kopf wieder zurück auf die weiche Matratze fallen. Ich wollte beinahe schon protestieren, aber ich wollte nun nicht unnötig stressen. Ich rutschte von seinem Unterleib und hielt ihm meine Hand hin, um ihn vorsichtig aus der momentanen Position zu ziehen. Als er dann wieder an der Bettkante saß, musterte ich ihn kurz, bevor ich ihn wieder vorsichtig zurück in seine alte Position drückte und zu ihm sah. „Bleib da.“
Mit den Worten griff ich nach der Schale mit dem Wasser und dem Waschlappen, ehe ich ins Badezimmer marschierte und dort die Schale im Becken leerte, ehe ich den Waschlappen einmal ordentlich säuberte. Die Schüssel füllte ich hinterher wieder mit warmen Wasser, machte mich dann wieder auf den Weg zurück in Christians Gemach und schloss die Tür hinter mir. Die Schüssel mit dem Waschlappen darin stellte ich auf dem Nachttisch ab, ehe ich den Waschlappen vorsichtig hinausnahm und auswrang, bevor ich mich an die linke Seite von Christian aufs Bett hockte und den Schnitt musterte. „Meinst du ich sollte das nähen? Ich habe viel gelernt von meinem Arzt aber das sieht nicht danach aus als müsste es genäht werden. Andererseits ist es aber besser, falls es sich in der Zeit doch noch entzündet und ewig braucht, um zu heilen“, murmelte ich nachdenklich und säuberte mit dem Waschlappen ganz vorsichtig die Wunde, wischte ganz sachte das Blut weg, welches noch nicht zu sehr getrocknet war. Für dieses machte ich den Waschlappen extra ein wenig nasser, legte das Tuch dann vorher noch ein wenig auf die Matratze damit diese nicht komplett nass wurde, bevor ich dann noch vorsichtiger als zuvor versuchte, das getrocknete Blut wenigstens ein wenig wegzubekommen. „Ich vertraue dir in deinen Taten“, erklärte er nur rasch und blickte zu mir rauf, wofür er extra seinen Kopf anhob. „Aber wenn du meinst das nähen zu müssen, brauche ich irgendwas das mich hinterher tröstet.“ Er begann leicht zu lachen, ehe er seinen Kopf wieder in die Matratze sinken ließ. Ich grinste bloß und nickte leicht, bevor ich dann nach der Nadel und dem Faden griff und mich wieder in einer angenehmen Position neben Christian hockte. Leicht angespannt blickte ich dann zu der Schnittwunde und schluckte schwer. „Ich mag dir nicht weh tun“, murmelte ich. So hob er seinen Kopf noch einmal an, setzte sich diesmal sogar doch auf um mich anzusehen. Er griff nach einer meiner Hände und drückte diese leicht, als er mir in die Augen sah. „Der Schmerz ist erträglich, weil du hier bist. Aber wenn du das nicht nähst, habe ich irgendwann sicher schlimmere Schmerzen“, stellte er leise klar, woraufhin ich nur nickte. Er hatte recht, das musste ich ihm lassen. Und so ließ er sich wieder zurück in die Matratze sinken. Ich atmete noch einmal tief durch und widmete mich dann doch mal der Schnittwunde, mir blieb nichts. Ich gab mir auch größte Mühe, mich damit immerhin ein wenig zu beeilen, damit die Schmerzen nicht unzumutbar wurden. Dennoch achtete ich darauf nichts falsch zu machen, hatte auch nicht zu viele Stiche setzen müssen, damit meine Arbeit getan war. Hinterher schnitt ich den Faden vorsichtig ab und griff nochmal nach dem Waschlappen, um das neu herausquellende Blut ein wenig wegzuwischen. Dann griff ich nach einem der Pflaster und drückte es sachte auf die frisch genähte Wunde, bevor ich sämtliches Zeug vom Bett wieder zurück auf den Nachttisch räumte, und mich wieder Christian widmete, welcher sich mittlerweile wieder aufgesetzt hatte. Ich lächelte ihn schwach an und fuhr ihm sachte durch seine Haare. „Du lebst ja noch“, meinte ich grinsend. „Hast mir ja auch gerade mein Leben gerettet“, erwiderte er mit gleicher Mimik und zog mich wieder vorsichtig auf seinen Schoß, blieb aber auf der Bettkante sitzen und sah lächelnd zu mir rauf. Ich erwiderte seinen Blick nur und legte vorsichtig eine Hand in seinen Nacken. Die Idee hier zu bleiben schien vielleicht doch ein wenig riskant, aber um ehrlich zu sein hatte ich außer meinem Leben nicht viel zu verlieren. Wobei ich mich schon um ihn sorgte. Ich wollte nicht dass er wegen meinem Egoismus irgendwann leiden musste. Aber wie sollte ich das verhindern? irgendwie musste ich ihn beschützen, wenn er mich nur ließe. Aber das würde sich noch einpendeln, das wusste ich. „Nun sei schon leise“, brummte ich lächelnd an seine Lippen, bevor ich meine auf diese drückte. Ich bereute wirklich keine einzige Sekunde die ich nun hier bei ihm verbracht hatte, war ihm dankbar für jegliche Hilfe und auch für das Vertrauen, welches er mir die ganze Zeit schon schenkte, auch wenn wir uns beide noch recht fremd waren. Aber ich wollte ihn kennen lernen, mehr Zeit mit ihm verbringen und womöglich irgendwann wirklich zu ihm gehören. Aber ob das so einfach werden würde, schien fragwürdig.
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BeitragThema: Re: Diebischer Christian und königlicher Julian   Fr Apr 18, 2014 12:45 pm

Christian:

Mir war wirklich nicht aufgefallen, dass ich bei dem Kampf mit Salvatore verletzt worden war, da ich viel zu sehr damit beschäftigt gewesen war, wie es Julian letztlich ging. Er war auch viel stärker verletzt, wie ich und somit hatte seine Gesundheit erst einmal Vorrang gehabt. Abgesehen davon war die Schnittwunde, die ich davon trug, nicht allzu gefährlich, dennoch ließ ich Julian diese nähen, da ich es mir nicht erlauben konnte, dass sich Bakterien in meiner Wunde ansammelten, genauso wenig wie Dreck oder Fusseln. Und ich musste sagen, dass er sich gar nicht so ungeschickt anstellte, wie ich anfangs geglaubt hatte, da ich nicht wusste ob er so etwas je hätte machen müssen. Doch nachdem er die Fäden schließlich auch gekürzt hatte und ein Pflaster dort hinüber geklebt hatte, blickte ich wieder in seine Augen und lächelte ruhig. Er ließ sich wieder auf meinem Unterleib nieder und zog mich in einen sanften Kuss, welchen ich erwiderte. Ich wusste wie falsch all das war und wie dumm ich mich wohl geben musste, ihm hier nun ein weiteres Mal näher zu kommen und weiterhin sein, sowie mein, Leben in Gefahr zu bringen. Doch was wenn mein Verstand es für richtig empfand all das hier noch weiter zu führen? Wenn ich mir in dem Moment nichts anderes wünschte wie diese unglaublich tolle Nähe zu ihm und vielleicht noch ein wenig mehr. Nach kurzer Zeit löste ich mich ein wenig keuchend von seinen Lippen und drückte diese für einen Moment an mehrere Stellen seines Halses, liebkoste ihn sanft, noch ein wenig vorsichtig, während ich ja auf die Wunde achtete, bevor ich sein Gesicht in seine Hände sah und einen Moment lang in seine Augen sah. „Und denk du bitte nicht, dass wäre für mich bedeutungslos.“, flüsterte ich leise an seine Lippen, da ich glaubte, er hatte meine Worte von vorhin noch immer im Gedächtnis. Hatte im Gedächtnis, dass ich ihn geküsst hatte um ihn zu bestehlen, was nun vollkommen anders war. Das einzige was ich vielleicht noch stehlen wollen würde, wäre sein Herz, um auf ihn aufzupassen und für ihn da zu sein und das nicht bloß für einen Tag. Doch waren diese Gedanken viel zu übertrieben für eine so kurze Zeit die wir uns kannten, auch die Tatsache, dass er mir momentan blind vertraute. Doch genoss ich es umso mehr, wollte die Zeit nutzen die er mir gab, um sie mit ihm zu verbringen, denn es schien etwas vollkommen besonderes, wenn man bedachte, dass ich niemand von Bedeutung war. Letztlich zog ich ihn aber wieder in einen Kuss, ließ meine Hände hinab zu seinem Hemd gleiten ließ, wo ich jedoch erst ein wenig abwartete. Immerhin wusste ich nicht wie weit er tatsächlich gehen wollte. Die Anspielung die ich vorhin gemacht hatte, war nicht einmal absichtlich gewesen und dennoch hatte er darauf nichts zurück gegeben, nur geschmunzelt, weil es sich völlig falsch angehört hatte, nun aber das war, was ich doch wollte. Nachdem er jedoch auch meinem Zungenspiel, welches ich noch immer ein wenig vorsichtiger begonnen hatte, nicht entwich, öffnete ich vorsichtig mit meinen Händen die ersten Knöpfe seines Hemdes, wobei er mich auch nicht abhielt, sondern nachdem ich sein Hemd geöffnet hatte, selbst Hand an meinem anlegte, welches an der Seite ja sowieso zerfetzt worden war. Ich ließ ihn dies tun und hielt mich einen Moment lang zurück. „Und du denk nicht, dass ich dich hier nach einfach wieder in ruhe lasse.“, hörte ich ihn beinahe unmerklich murmeln, als er sich kurz von meinen Lippen gelöst hatte und meinen Körper musterte, was mir beinahe ein wenig unangenehm war. Jedoch nutzte ich die Gelegenheit und strich ihm das Hemd von den Schultern, entledigte mich auch meinem nun vollständig und ließ beides neben dem Bett fallen, bevor ich mich wieder in die Matratze sinken ließ, was aber wohl momentan nicht die perfekte Position war. So erhoben wir uns schließlich, nachdem wir einen Moment noch auf dem Bett gelegen hatten und uns Küssen und Berührungen gewidmet hatten, die nicht mehr reichen wollten. Nicht nur auf meiner, sondern auch auf seiner Seite kochte das Verlangen hoch, bei mir wohl das Verlangen der letzten Jahre, wie es bei ihm war, wusste ich nicht so genau. Tief durchatmend lief ich mit ihm zu einer Wand, drückte ihn vorerst mit seinem Rücken zur Wand dagegen und legte meine Lippen ein weiteres Mal auf seine, wollte gar nicht von ihm ablassen, während meine Hände die Konturen seiner Brust mit den Fingern nach fuhr. Schließlich wanderten meine Hände aber auch hinab zu dem Bund seiner Hose, wo ich erst ein wenig zögerlich blieb, bevor ich seine Hose aber öffnete und sie ihm langsam hinunter zog. Er stieg schließlich komplett aus seiner Hose, machte sich auch noch ein wenig zögernd an meiner zu schaffen, aus welcher ich mir schließlich auch selbst half.
Schließlich wanderten meine Hände aber auch hinab zu dem Bund seiner Hose, wo ich erst ein wenig zögerlich blieb, bevor ich seine Hose aber öffnete und sie ihm langsam hinunter zog. Er stieg schließlich komplett aus seiner Hose, machte sich auch noch ein wenig zögernd an meiner zu schaffen, aus welcher ich mir schließlich auch selbst half. Scheinbar war das für uns beide ziemlich ungewohnt. Denn eigentlich kam ich niemandem so nahe, wie ich ihm bereits gekommen war und erst Recht nicht nach einem vergangenen Tag. Doch war es nicht einmal an der Zeit die eigentlichen Regeln zu brechen, wenn es dafür einen guten Grund gab? Und der war existent, wenn man sich Julian bloß einmal ansah. Wieso also sollte ich mich nicht auf alles einlassen? Er war derjenige, welcher mir gezeigt hatte, wie es denn war, wenn das Verlangen in einem entfacht wurde. Wenn nicht alles so lieblos und wertlos war und man jemanden hatte, auf den man aufpassen konnte, welcher sich jedoch auch um einen sorgte und demjenigen auch noch Zärtlichkeiten bot, die ich doch schon so lange missen musste. Viel zu lange wie mir klar wurde. Vorsichtig löste ich mich nun einmal von seinen Lippen, legte eine Hand an seine Wange und strich ihm mit dem Daumen darüber, während ich tief in seine Augen sah. Ich wollte ihm bloß nicht das Gefühl geben, bloß nur darauf aus zu sein, nun mit ihm zu schlafen. Denn das war keinesfalls so. Natürlich wollte ich ihm näher kommen, mein Verlangen stillen. Dennoch hoffte ich doch irgendwo, es würde ihn näher zu mir bringen, sein Interesse noch ein wenig mehr wecken. Auch wenn es absolut falsch und absurd war, hoffte ich doch irgendwo, dass ich die Chance bekam ihn näher kennen zu lernen, diesen scheinbar so wundervollen Mann. Zwar konnte ich bloß meine Erfahrungen des ersten Eindrucks, vom heutigen Tag, beurteilen, doch wusste ich, dass sich meine Meinung nicht groß ändern würde. Sein Auftreten hatte mich vollkommen erstaunt, seine unberechenbare Art und dieses doch noch kindliche, welches in mir den Beschützerinstinkt weckte. Jedoch war es für mich nicht zu viel, sodass ich es sogar eigentlich niedlich fand. „Ich hoffe es findet sich später noch Zeit, dich näher kennen zu lernen, sodass es nicht bei dem bleibt, was noch kommen wird, selbst wenn ich dir wohl alleine für all das was du bisher für mich und mit mir gemacht hast, danken muss.“, flüsterte ich leise bevor ich meine Lippen noch einmal an einige Stellen seines Halses aufdrückte, bevor er sich dann beinahe von selbst so drehte, dass er sich mit den Händen an der Wand stützte. In dem Moment hoffte ich bloß nichts falsches zu tun, dass ihm das alles so nicht unangenehm war. Somit zog ich ihm schließlich seine Boxershorts hinunter, welche dann auch zu Boden glitt, ehe ich meine ebenfalls am Bund hinunter zog. Schließlich legte ich meine Hände behutsam an sein Becken, bevor ich mich zuerst noch vorsichtig, langsam und zögerlich in ihm versenkte, bevor ich mein Tempo aber irgendwann, nachdem ich merkte, dass er sich völlig entspannte, ein wenig anhob, während unser Stöhnen schon durchs Haus drang, jedoch machte ich mir keine Sorgen, was meine Mutter anging. Das Haus war nicht hellhörig, sie würde davon kaum etwas mitbekommen, zumal sie das was ich tat nicht interessierte, vor allem nicht mit wem. Sie würde mich niemals verraten und es wohl akzeptieren, falls ich mich irgendwann mal in einen Mann, vielleicht sogar Julian, verlieben würde.
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