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 Bora Bora [prs]

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Clarity
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BeitragThema: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:03 pm

Valentin:

Ich erlaubte mir einen Blick hinüber zu Erik, welcher damit beschäftigt war, seine Taschen auszupacken und sämtliche Mitbringsel in dem Holzschrank zu verstauen und sich für einen Moment nicht auf mich konzentrierte. Er hatte es tatsächlich geschafft, mich mit hierher zu nehmen, anstatt mich bei der Arbeit zu lassen, die mir momentan tatsächlich lieber war, als mich mehrere Wochen mit meinem besten Freund herumzuschlagen. Es lag nicht daran, dass ich ihn nicht mehr mochte oder er mich nervte. Nicht im geringsten. Mehr lag es daran, dass ich ihn zu sehr mochte und mich seine Nähe nie nervte, sondern ich gar nicht genug davon kriegen konnte. Es war so geschehen wie es unzählige Mädchen schon auf irgendwelchen Seiten geschrieben und so oft durchgekaut hatten. Nur das es nicht so einfach war es zu akzeptieren, es niemals so gut ausgehen würde, wie immer beschrieben wurde. Aus diesem Grund wollte ich gar nicht erst mit Erik hierher fahren, an den wohl schönsten Ort, den ich je gesehen hatte und mit ihm einen Traumurlaub verbringen, genau wissend, dass, bei den späteren Erinnerungen, sich mein kleines Herz immer zusammen ziehen würde, weil ich wusste, dass wir bloß als beste Freunde und nicht als feste Freunde hier waren. Da wäre all die Arbeit, all die Let's Plays die ich mir in letzter Zeit aufgebrummt hatte, deutlich angenehmer gewesen, wie Erinnerungen die mich mein Leben lang quälen würden.
Geistig abwesend griff ich dann nach ein paar Socken, lief hinüber zum Schrank und war dabei, die Socken tatsächlich zu meinen T-Shirts zu tun, bevor ich innehielt und meine Bewegung nochmal überdachte und meine Socken dann doch in die dafür vorgesehene Schublade legte. Wie lächerlich ich mich doch benahm. Ich beschäftigte mich schon die ganze Zeit mit einem Thema, welches ich lieber verdrängen wollte, sodass mir das alles hier einfacher viel. Nur gönnte ich mir das wohl selbst nicht. Ein weiterer Blick zu Erik verriet mir, dass er schon viel weiter mit dem Auspacken war, wie ich. Natürlich würde ihm das auffallen, natürlich würde er sich daran erinnern, wie ich ihn all die Urlaube zuvor immer auf die Nerven gegangen war, was wir als nächstes tun würden, weil ich schon viel früher fertig war, als er. So versuchte ich mich zusammen zu nehmen und mich doch mal ein bisschen zu beeilen, doch zumindest gleichzeitig fertig zu werden.
Ich hatte es tatsächlich geschafft ein wenig Zeit zu gewinnen und stellte mein Notebook schnell noch auf den Schreibtisch, der dafür vorgesehen war und sah mich noch einmal in dem Zimmer um, was ich bisher immer zurück gestellt hatte. Ich musste wirklich zugeben, dass Erik sich bemüht hatte, dass alles perfekt zu machen. Vermutlich wäre es das auch, würde ich nicht über meine Gefühle stolpern. Ich lächelte ein wenig abwesend, ließ meinen Blick durch das Zimmer schweifen, bemerkte, dass selbst das Parkett lackiert wurde, damit es im Licht des Zimmers strahlte. Bemerkte aber auch das Doppelbett, welches im Zimmer stand und mich direkt fertig machte. Das alles wirkte so luxuriös, so schön. Ich war so dumm, mich nicht über all das hier zu freuen. Mich nicht darüber zu freuen, dass Erik das alles für mich auf die Beine gestellt hatte. Und vor allem, keine Freude darüber zu empfinden, hier mit meinem besten Freund die nächste Zeit zu verbringen. Aber wie sollte ich denn glücklich sein, wenn ich schon feststellen hatte müssen, dass er und ich gemeinsam in meinem Bett schlafen würden, so wie damals immer, und ich ununterbrochen in seiner Nähe war, ohne dass er überhaupt wusste, was mit mir los war? Um nicht gleich mitten im Paradies in Tränen aus zu brechen, zog ich mein Handy aus der Hosentasche und trieb mich auf Facebook rum, sah die Posts von Leuten, die uns viel Spaß wünschten. Aber auch von Mädchen, die sich heimlich Gedanken darüber machten, ob wir nicht zusammen waren und was wir dann hier treiben würden. Diese Kommentare schmerzten, ohne dass ich die Community dafür verantwortlich machen wollte, weil sie ja nicht wissen konnten, wie gerne ich eine Beziehung mit Erik führen würde. Wie gerne ich ihn nur für mich hätte. Wie gerne ich mich absichern würde, dass Erik nie wieder eine Beziehung mit jemand anderem einging, mich einfach nie wieder alleine ließ, jeden Morgen nur neben mir aufwachte und sich niemand anderem so innig widmete, wie mir.

Manuel:

Dadurch, dass sich meine zwei Superhomies dazu entschieden hatten, kurzfristig in den Urlaub zu fliegen und all ihre Fans für eine Zeit zurück zu lassen, aber nicht einmal Video Material von Bora Bora mitbringen wollten, hatte ich Erik gesagt, ich würde mitkommen und dafür sorgen, dass die Community mit Bildmaterial und Videos versorgt wurde. Immerhin sorgte ich mich doch darum, dass niemand der beiden ihre Aufgabe vernachlässigte, sich nicht herausredete, wenn es um die Community ging, da die beiden für die meisten Ikonen waren, ihre Sucht. Und wenn diese keine Videos bekamen, würde es wohl Stress geben, auf welchen jeder von uns gut verzichten konnte. Doch anstatt alleine mit zufliegen, kam natürlich meine Freundin mit. Sie sagte, sie würde sich solch einen Traumurlaub doch nicht entgehen lassen, schien aber scheinbar nicht zu verstehen, dass ich nicht mitkam, um dort Urlaub zu machen, zumindest nicht, wie sie sich das Ganze vorstellte. Ich hatte versucht ihr zu verstehen zu geben, warum wir nach Bora Bora flogen, doch wollte sie einfach nicht verstehen. Stattdessen begann sie wieder damit, dass mir meine Arbeit doch immer wichtiger war, als die Beziehung mit ihr. Dass ich meine Arbeit immer über sie stellte und keine Zeit hatte, was nicht einmal stimmte. Ich nahm mir so oft Zeit für sie, dass ich nur wenige Projekte am Laufen hatte, mich meistens nicht mal mit den zwei Chaoten treffen konnte. Bloß weil ich nun einmal meiner Arbeit nachging, zickte sie dann nun rum? Schon ein wenig genervt, begann ich meine Koffer auszupacken, hatte nicht einmal groß Lust, mich nun mit ihr zu unterhalten, weil es mir einfach zu blöd war, gegen eine Frau anzugehen, die nicht einmal bereit war, sich von dem Gegenteil ihres Standpunktes überzeugen zu lassen. Somit beeilte ich mich mit dem Auspacken, half ihr dann noch schnell bei ihren Sachen, sagte ihr dann aber auch, dass ich mich heute auf den Weg zum Strand machen würde, bevor ich den Abend an der Bar ausklingen lassen wollte, während ich genau wusste, wie müde sie war. So schlug ich ihr schließlich noch vor, „Du kannst dir ja eine Massage buchen und dich anschließend schlafen legen, vielleicht haben wir ja dann Morgen Zeit um gemeinsam etwas zu machen, ich weiß ja nicht was Erik und Valle morgen vorhaben.“, und noch lächelte, bevor ich mit der Schlüsselkarte für dieses Zimmer auch schon aus dem Raum trat und sie dort sich selbst überließ. Es war nicht richtig, was ich genau wusste. Nur sollte Amy doch endlich mal verstehen, dass sie nicht immer Recht behalten und auch nicht ewig darauf beharren konnte. Sie war nicht perfekt. Sie war nicht makellos und genauso wenig, war ich immer schuld.
Am Strand angekommen, lief ich einige Zeit eigentlich nur den Strand aufwärts, immer ziemlich nah am Wasser entlang, während mir das stetige Rauschen des Meeres im Ohr hing und mich unglaublich beruhigte. Ich stapfte durch den Sand, unter welchem ich in meinen Schuhen immer ein wenig versank, sodass ich diese auszog, genauso wie meine Socken, welche ich stattdessen in meine Schuhe stopfte, bevor ich weiter durch den warmen Sand stapfte. Glücklicherweise war es nicht so heiß, dass ich mir meine Füße verbrannte. Vermutlich wäre der ganze Weg, den ich irgendwann zurück gelassen hatte, sonst ziemlich unangenehm gewesen. Irgendwann ließ ich mich dann jedoch im Sand nieder, blickte eine Zeit lang aufs Wasser und genoss diese Atmosphäre, bevor ich Kichern in einer kleinen Entfernung hörte. Ich seufzte leise und blickte in die Richtung, aus welcher ich das Kichern vernommen hatte und erblickte sofort einen Haufen von Mädchen, die dort einen Jungen umringten. Sie rangen alle unglaublich nach seiner Aufmerksamkeit, versuchten teils sogar ihre Reize dafür spielen zu lassen, mochten sich untereinander aber scheinbar keinesfalls, durch die Rivalität die dort entstand. Ich versuchte den Jungen näher zu beobachten, um zu verstehen, warum sie sich alle gegenseitig so bekämpfen, versuchten so zu übertrumpfen. Doch als ich erkannte, wer dort stand, blieb ich nur ein wenig ungläubig dort sitzen. In mitten dieser Mädchenmassen befand sich Denis Hartwig. Hardi, einer der Jungs von dem PietSmiet-Trupp. Wieso befand er sich bitte hier? Das er so umringt von Mädchen war, schien mir sogar plötzlich ziemlich normal vorzukommen, selbst wenn ich das nicht für gut heißen konnte. Aber er war halt total anders wie ich, was ich schon oft festgestellt hatte. Dafür hatte ich ja tatsächlich zwei Last Man Standings für Zeit gehabt. Er schien schon ein bisschen selbstverliebt, was mir sein Aufzug mit all den Mädchen dort auch deutlich zeigte, ganz davon abgesehen, dass er das Alles ziemlich zu genießen schien. Aber was wunderte mich das noch? Er hielt sich ja sowieso für den Besten und Geilsten.
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Yuna
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:22 pm

Erik:

Skeptisch wie ich sowieso schon war befasste ich mich gar nicht so lange wie sonst mit meinen Koffern, sondern räumt recht zügig alles in die Schubladen die ich mir zuvor noch selbst zugeteilt hatte. Selbst wenn ich nun im Urlaub war, wollte ich eine gewisse Ordnung aufrecht erhalten. Schließlich wollte ich nicht verwahrlost wohnen, wenn ich mich nun einen ganzen Monat hier gemeinsam mit meinem besten Freund aufhielt, zu welchem ich ab und an mal schielte. Seit wir angekommen waren hatten wir kaum gesprochen, auch während des Fluges und der Fahrt hierher hatten wir nicht sehr viele Worte ausgetauscht, eigentlich so gut wie gar keine. Als schlimm empfand ich das eigentlich nicht, schließlich war ich schon froh darüber, dass ich ihn überaupt aus Köln bekommen hatte und wir nun gemeinsam hier waren. Auch wenn mich die Tatsache, dass Manuel mit seiner Freundin mitgekommen war, ein wenig störte. Es war nicht so dass ich nun keine Privatsphäre mehr hatte was mein eigenes Leben oder das von Valentin, teils auch unser gemeinsames anging. Aber man wusste nie wann Manuel mal nachfragte oder sich einzumischen versuchte, um etwas zu schlichten oder aufzuklären. Er versuchte oft nur fürsorglich zu sein, und genau so war ich doch im Grunde genommen auch. Ich wollte nur für Valentin da sein, auch wenn ich das auf andere Weise tat, wie er es nun gewohnt war. Trotz der zehn Jahre die wir uns schon kannten, war es für ihn ulkig geworden, dass ich mich so kümmerte. Ich war mir nicht einmal mehr sicher, ob es ihn nicht einfach störte, dass ich so eng an seiner Seite stand. Grübelnd marschierte ich mit den Koffern zurück in das Schlafzimmer und schaute kurz zu Valentin, welcher mit seinem Smartphone in der Hand auf dem Bett saß. Ohne einen Mucks von mir zu geben, schob ich die Koffer vorsichtig unter das noble Bett und ließ mich dann ebenfalls auf diesem nieder, blickte allerdings zu Boden und anfangs nicht mehr in die Richtung von Valentin. Für mich war es auch nicht leicht, ihn nun zu bespaßen. Aber noch hatte er sich hier nicht umgesehen, vielleicht würde es ihm ja besser gehen, sobald er wusste, mit welch einem Luxus ich ihn hier verwöhnte. Schön nur, dass er nicht ahnen konnte, wie viel mich das alles letztlich gekostet hatte. Mit einem Lächeln auf den Lippen wandte ich mich dann aber dennoch zu ihm um und beobachtete für einen kurzen Moment wie er wohl wieder fleißig Kommentare las und selbst welche schrieb, bevor ich seine Aktivitäten mit meiner Stimme unterbrach. „Und? Hast du dir mittlerweile überlegt, was wir beiden machen wollen?‟ Normalerweise war er immer der Erste gewesen, wenn es um Aktivitäten im Urlaub ging. Aber ich wusste, wie ihm die letzten Wochen zugesetzt hatten, nur kannte ich den Grund dummerweise noch nicht. Sollte ich das als sein bester Freund nicht eigentlich? Ich unterdrückte mir ein betrübtes Seufzen, bevor ich ihm doch selbst einige Vorschläge lieferte. „Wir können uns ja erst mal hier auf der Insel ein wenig umsehen, oder zusammen an den Strand? Der ist nicht sonderlich weit weg von unserer Hütte, auch wenn du mir das vielleicht nicht glauben magst‟, erklärte ich dann noch immer ein wenig schmunzelnd. „Du weißt dass das kein einfacher Urlaub ist. Ich habe alles stehen und liegen lassen, so abrupt wie das ging, habe ich mich auch um den Urlaub hier gekümmert. Alles Hals über Kopf. Glaub also nicht, dass ich dich aus den Augen lasse!‟ Mein Blick machte ihm deutlich, dass ich nur das Beste für ihn wollte, und das keinesfalls böse meinte. Ich wollte auf ihn Acht geben und vielleicht sogar erfahren was mit ihm los war, ihn auf andere Gedanken uns ihn zum Lachen bringen. Er sollte nicht traurig sein in meiner Nähe, wenn er es einige Male war, empfand ich es als in Ordnung. Aber so lange wie das nun schon anhielt, bereitete mir das eher Sorgen.

Denis:

Zwei Wochen hatte ich meinen Aufenthalt auf dieser schönen Insel nun schon genossen, mich größtenteils damit befasst diese komplett zu erkunden, dennoch viel meine Zeit damit beschäftigt, den ganzen Mädchen in meiner Gegenwart klar zu machen, dass mein Interesse an ihnen immer kleiner wurde. Als ich hier angekommen war, war es für mich noch schön gewesen, so umringt zu werden. Nun aber wurde es immer unangenehmer, vor allem weil viele von ihnen viel jünger als ich waren, und ich eigentlich nicht so das Verlangen danach hatte, etwas mit einer von ihnen anzufangen. Auch wenn meine Beziehung noch vor dem Urlaub zerbrochen war, das war für mich kein Grund, mir nun die Nächstbeste zu suchen und mit dieser zur Aufmunterung zu schlafen. Ich war schließlich nicht traurig darüber und weinte der Zeit nach, war nicht glücklich darüber dass ich nun wieder single war, aber es war ein wenig erleichternd zu wissen, dass ich nun keine Regeln mehr hatte, und tun und lassen konnte, wonach es mich nur beliebte. Auch wenn das mit dem Schwarm von Mädchen um mich herum meist gar nicht so einfach war, was ich auch heute wieder feststellen durfte. Ich seufzte leise auf und setzte mir meine Sonnenbrille ab, klemmte diese an mein rotes Shirt und fuhr mir kurz durch meine dunklen Haare. Die Mädchen fingen direkt wieder an mit ihren Kommentaren über meine rehbraunen Augen, konnten es nicht einmal lassen meine Haare ebenso anzufassen wie ich zuvor. Es störte mich immens, etwas sagen wollte ich in dem Moment aber gar nicht. Ich ließ sie machen, bevor ich mich irgendwann aus der Mitte der ganzen Mädchen befreite und mir mein Shirt ein wenig zurechtzog. Nachdem ich mich am Strand ein wenig nach ruhigen Plätzen umgesehen hatte, fiel mein Blick in die Richtung vor mir. Zu schnell spürte ich, wie falsch es scheinbar gewesen war, mich inmitten dieser Mädchen gezeigt zu haben. Denn die Person die ich dort sitzen sah, hatte doch nur darauf gehofft, einen Beweis für meine widerliche Arroganz und Selbstverliebtheit geliefert zu bekommen. Manuel, welcher nicht sehr weit weg von mir saß, musterte mich scheinbar schon seit er hier am Strand aufgetaucht war. Der Zufall dass wir beide hier Urlaub machten, löste schon eine gewisse Skepsis in mir aus. Dass er aber scheinbar genau so angetan davon war, den anderen länger zu mustern als gewollt, machte sich bemerkbar. Denn nachdem unsere Blicke sich getroffen hatten, begann er, in das Wasser zu starren. Das hinderte mich nicht daran der Sache nun auf den Grund zu gehen. Mich interessierte nicht besonders wieso er hier war, viel wichtiger war mir, wieso er mich gerade so angestarrt hatte wie die ganzen Mädchen die mich dauernd belagerten. „Wohin willst du denn plötzlich?‟ „Willst du nicht noch bei uns bleiben?‟ Ich schüttelte nur leicht den Kopf und blickte ein letztes Mal in die Richtung der Mädchen, ehe ich rüber zu Manuel deute. „Wenn ihr euch nähert während ich mich unterhalte, können wir meinetwegen mal herausfinden, wer zuerst heult wenn ich die Insel frühzeitig verlasse‟, stellte ich trotzig klar, woraufhin sie nur ihre hübschen Köpfe schüttelten. „Dann sind wir uns ja einig.‟ Mit diesen Worten marschierte ich langsam rüber zu Manuel, welcher meine Anwesenheit doch längst bemerkt hatte. Ich sah eine kurze Zeit lang zu ihm herunter, ließ mich dann aber neben ihm im Sand nieder und blickte ins Wasser, bevor mein Blick doch einmal in seine Richtung glitt und ihn von der Seite argwöhnisch musterte. Ich wusste dass er nicht begeistert davon war, dass ich nun hier neben im saß. Denn viel schien er ja nicht von mir zu halten. Aber war er denn besser? Er hatte meinetwegen gewisse Begabungen und stand fest im Berufsleben, soweit ich wusste, hatte er sogar noch heute eine Freundin. War sie mit ihm hergekommen? Wenn ja, wo war sie momentan? „Wo hast du deine hübsche Freundin gelassen?‟, fragte ich ihn interessiert, dennoch in einem Tonfall der verspottend und zugleich arrogant und fast schon neidisch klang. Seine Freundin interessierte mich genau so wenig wie die ganzen Mädchen hier. Mein Interesse lag an diesem Mann, welcher mich selbst doch für einen Idioten hielt und mich anders auch nicht behandelte. „Hast du ihr den Traumurlaub etwa vorenthalten, oder hast du sie vergrault? Wäre schade, säße sie nun ganz alleine hier irgendwo rum, und keiner kümmert sich richtig um sie‟, meinte ich noch abwertend und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht, ehe ich leicht unbemerkt lächelnd meinen Blick in das Wasser senkte. Er hatte bisher kaum mit mir gesprochen, weder bei den offiziellen Events noch bei den Treffen die es ab und an gegeben hatte. Ich wollte keine Spiele mit ihm spielen und so unfair sein, aber tat er nicht exakt das Gleiche? Er ging mir aus dem Weg so gut er konnte und betitelte mich als arrogant, so wie er es mir zumindest rüberbrachte. Ich war keinesfalls arrogant, nur weil ich gut aussah, Muskeln antrainiert und Mädchen hatte, die Nachts von mir träumten. Das alles war mir doch egal. Ich achtete auf meinen Körper um mich gut zu fühlen, die Mädchen interessierten mich nicht und waren zweitrangig. Wenn Manuel nur nun schon gewusst hätte, was ich eigentlich mit meiner Aktion hatte erreichen wollen, wäre das Ganze sicherlich nicht so schwer gewesen, wie ich es mir teils noch machte.
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Clarity
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:23 pm

Valentin:

„Vielleicht sitzen die beiden Abends ja am Strand, Sarazar in Gronkhs Armen, und beobachten zusammen den Sonnenuntergang, während der eine dem anderen sagt, dass er ihn liebt.“ „Ich stelle mir gerade Valentin und Erik vor, wie sie zusammen im Meerwasser plantschen, sich gegenseitig nass machen. Gott, ist das süß.“ „Die beiden. Abends. Zusammen in einem Bett. Kuschelnd. Überglücklich. Bestes. Szenario.“ „Wieso die beiden wohl so kurzfristig beschlossen haben, in den Urlaub zu fliegen? Gibt es da Wogen zu glätten? Läuft in deren „Märchen-Prinz und Prinzessin“-Beziehung nicht alles rund oder wollen sie einfach Zeit für sich?“
Bei dem Klang von Eriks Stimme zuckte ich leicht zusammen und hob meinen Blick, beobachtete Erik und lauschte seinen Worten, merkte schon, wie sehr es schmerzte mitzubekommen, wie sehr er sich ins Zeug legte, um mich zum Lächeln zu bringen, nicht einmal wissend was genau mit mir los war. Es war unfair von mir, ihm nicht einfach zu gestehen, wie es um mich stand. Wie sehr ich es mir wünschte, ihm näher zu kommen, als es mir als besten Freund gegönnt war. Somit wäre es mir wohl lieber gewesen, mich aus der Sphäre zu ziehen und Erik aus dem Weg zu gehen, sowie ich es zuvor getan hatte, indem ich mich bloß noch um die Arbeit gekümmert hatte, genauso wie um das Geschehen Online. Ich hatte mich kaum noch mit Erik getroffen und nur noch in Livestreams neben ihm gesessen und mit ihm herumgealbert, jedoch auch nur zwangsweise, um niemanden zu enttäuschen. „Ich weiß nicht.“, gestand ich und sperrte mein Handy, welches ich dann in die Hosentasche packte. „Ich denke, ein Strandspaziergang hört sich ganz nett an, aber nicht, dass irgendwer das wie so eine schwule Händchen-Halt-Strandaktion betitelt.“, spaßte ich ein wenig und lächelte, während ich dann aufstand. „Das hatten wir ja schon oft genug.“ Ich wollte Erik nicht enttäuschen, ich wollte ihm seinen Urlaub nicht vermiesen. Er hatte sich in Unkosten gestürzt, bloß um das alles perfekt zu machen. Ich wollte gar nicht wissen, wie viel ihn das alles gekostet hatte. Ich unterdrückte mir ein Seufzen und ging hinüber zu Erik. „Ich vermute mal, du weißt ganz genau, wo lang wir müssen?“, fragte ich dann und blickte zu Erik hinauf, bevor ich mir schnell noch einmal die Schlüsselkarte holte, die wir zuvor bei der Ankunft auf eine Kommode gelegt hatten, während ich nun noch einen Blick auf die anderen Räumlichkeiten werfen konnte, welche ich zuvor stur ignoriert hatte. Ich blieb einen Moment sprachlos an Ort und Stelle stehen, während ich zu verarbeiten versuchte, was ich sah. Hinter dem kleinen Nebenzimmer, lagen noch die offen gestaltete Küche und das riesige Badezimmer, von welchem ich bloß einen kurzen Blick erhaschen konnte. Ich hatte nun keinesfalls mehr das Recht, mich irgendwie über irgendwas zu beschweren oder gar unglücklich zu sehen. Was hatte Erik bitte für Geld ausgeben müssen, nur wegen mir? Nur weil ich mich die letzte Zeit so bescheuert verhalten hatte? Ich merkte wie ein schlechtes Gewissen in mir aufkam, somit drehte ich mich wieder weg, schob die Schlüsselkarte in die Hosentasche meiner Jeans und strich über mein hellgraues Shirt, bevor ich wieder zu Erik lief. „Aber machen wir ein Kompromiss, okay?“, meinte ich dann noch und fuhr mir kurz durch mein Haar. Wollten wir zumindest für ihn den alten Valentin spielen und das solange, wie ich es aushielt, mit meinen Gefühlen, die mir eindeutig sagten, dass es falsch war, ihm nicht die Wahrheit zusagen. „Ich bekomme am Strand ein Eis.“

Manuel:

Denis hatte meine Aufmerksamkeit binnen weniger Sekunden, nach seiner unhöflichen Kommentare, auf sich gezogen, sodass ich ihn erneut ansah, nur diesmal nicht aus solch einer Entfernung. Ich hätte ihn am liebsten ignorieren wollen, empfand das aber nicht als schlau, nachdem er nicht nur mich, sondern auch meine Freundin angegangen war. „Meine durchaus hübsche Freundin ist ebenfalls hier, nur war sie müde vom Flug und so lasse ich diesen Tag alleine ausklingen. Ich wüsste aber nicht, was es dich zu interessieren hat.“, erklärte ich kurz und lächelte spielerisch. „Oder reichen dir die ganzen Mädchen hier nicht? Willst du sie vielleicht auch haben? Musst du mir natürlich bloß sagen.“ Ich konnte diesen Kerl wirklich nicht leiden. Ich mochte seine Art einfach nicht, mochte es nicht wie er sich gab. Ich hatte mittlerweile schon genügend Szenen mit ihm mitbekommen müssen, in denen er sich, meiner Meinung nach, unmöglich gab. Es war einfach nichts, was ich gut heißen konnte, wenn man sich in der Öffentlichkeit selbst anpries und immer wieder sagte, wie geil man war, ob nun aus Spaß oder eben weil er wirklich felsenfest davon überzeugt war. Nichts davon zeugte von einem sonderlich hohen IQ, was ich schon an seinen Kommentaren hätte merken müssen. Er übertrieb das alles in solch einer kurzen Zeit maßlos und machte mir den ersten Tag, den ich hier war, schon zur Hölle. Ich blickte kurz zu den Mädchen, welche noch immer dort standen, und wohl nur darauf warteten, dass ihr Idol wieder kam, damit sie ihn weiter betouchen konnten, als wäre er ein besonders wertvolles Objekt. Ich blickte wieder zu Denis, wissend, dass ich nun etwas versuchen würde, was man durchaus als riskant bezeichnen konnte, mich dadurch aber nur noch mehr reizte. Ich hatte nämlich keine Lust mehr, so vielen Schaulustigen ausgeliefert zu sein. Somit erhob ich mich für einen kurzen Moment aus dem Sand, drückte Denis stattdessen in den Sand, ließ mich, dennoch vorsichtig, auf seinem Unterleib nieder, während ich schon mehr oder weniger lautes Getuschel, von den Mädchen vernahm, sodass es für mich beinahe Genugtuung war, als dieses Getuschel vollkommen verschwand. Da es aber vollkommen waghalsig war, die Begründung, die Mädchen lauten zu lassen, beugte ich mich provokant zu Denis hinunter und ließ mir stattdessen etwas anderes einfallen. „Oder willst du einzig und alleine mich, kommst einfach nicht damit klar, dass ich bereits vergeben bin? Dann musst du natürlich auch nur mit mir sprechen.“, murmelte ich in sein Ohr, während ich nicht von ihm wich, einfach um diese Haltung aufrecht zu bewahren. Um meiner Aussage Druck zu verleihen. Wem auch immer er das hier erzählen wollte, es war mir vollkommen egal. Er hatte kein Recht dazu, gegen meine Freundin anzugehen, wenn er sie nicht einmal kannte. „Du bist nämlich so geil, Denis Hartwig, dass ich dir natürlich niemals widerstehen könnte. Du bist unglaublich, kriegst einfach Frauen und Männer rum. Herzlichen Glückwunsch.“, überspitzte ich diese Situation noch und fuhr ihm einmal demonstrativ durch sein Haar. Ich war nicht gewillt noch weiter zu gehen, weil ich definitiv nicht schwul war, wollte ihm nur zeigen, wie lächerlich ich ihn fand, wie egal mir war, was er und andere von mir hielten und wie dumm es doch von ihm gewesen war, gegen meine Freundin anzugehen, die ihm absolut nichts getan hatte, die er nicht einmal gesehen hatte.
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Yuna
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:24 pm

Erik:

Das Verhalten von Valentin war wirklich verwunderlich, auch wenn ich darauf nicht eingehen wollte. Im ersten Moment saß er noch leicht leidend auf dem Bett, und nun plötzlich verlangte er schon nach typischen Dingen um die Situation wieder auflockern zu können. Es war absolut nicht schön zu sehen dass er sich dazu zwang, nur wollte ich das alles nun nicht wieder in den Boden stampfen und belächelte das somit nur, bevor ich das mit einem Nicken bejate. Es führte sowieso kein Weg mehr dran vorbei, warum sollte ich im das also abschlagen? Für einen Moment befasste ich mich noch damit, zu prüfen, ob ich alles bei mir hatte, was ich so benötigte, bevor mein Blick zu Valentin glitt. „Ist schön hier, nicht? Ich wollte dass du es hier angenehmer hast als im sticken Büro unserer Firma oder bei dir Zuhause im dunklen Arbeitszimmer“, erklärte ich im zufrieden bevor ich dann aber doch mal dazu antrat, den Weg zum Strand aufzusuchen. Gefolgt von Valentin marschierte ich also in Richtung des Strandes, sah schon von weitem einige andere, wie es mir schien, Touristen, die den Tag hier ausklingen ließen. Es war wirklich nicht mehr sonderlich früh, andererseits aber auch noch nicht spät genug, um sich nun im Bett auszuruhen oder gar zu schlafen. Valentin hatte mittlerweile mein Schritttempo eingeholt und lief neben mir her, während wir auf die kleine Bar zusteuerten, die selbst hier am Strand Luxus ausstrahlte. Für nötig hielt ich es nicht, aber es war schlicht genug gehalten, da konnte es mich nicht stören. Angekommen an der Bar belächelte ich Valentin wie er sich fast ungedulgig über den Tresen hing, als der Kerl der dort arbeitete, sein Eis vorbereitete. Er war schon niedlich, was ich so gar nicht zugeben, aber zumindest gedanklich festhalten durfte. Zwar glich sein Handeln oft dem eines kleinen Kindes, aber war das nicht genau das, was ich an ihm so mochte? Seine Art die leicht eigen und doch zu bewundern und liebenswert zugleich war. Ich hatte ihn lieb gewonnen wie ich ihn kennengelernt hatte, wollte ihn und die Zeit auch nicht missen. Selbst nicht wenn es so schwer für ihn war, und ich keine Ahnung hatte, welche Gründe das hatte.
Nachdem er sein Eis bekommen und ich bezahlt hatte, begab ich mich mit ihm wieder ewas mehr an das schöne Wasser, um dann den Strand abwärts zu laufen, während er sein Eis aß. „Hast du denn nun eine Ahnung, was du die nächsten Tage machen willst? Dein Eis hast du ja nun bekommen, und meines Erachtens nach kannst du besser denken, wenn du bekommen hast, was du willst“, spaßte ich lächelnd und beobachtete ihn aus dem Augenwinkel ein wenig. „Ansonsten kann ich mich auch mal erkundigen, was man hier so machen kann, und was auch zu uns passt. Da findet sich sicherlich eine ganze Menge.“

Denis:

Mein ganzer Körper, jeder einzelne Muskel hatte sich innerhalb kürzester Zeit angespannt, als Manuel mich mehr provokant als wirklich instinktiv gewollt in den Sand gedrückt, und sich auf meinem Unterleib niedergelassen hatte. Das Ganze hatte längst nichts mehr damit zu tun, dass ich gegen seine Freundin angegangen war. Ich hatte sie nicht beleidigen oder auf irgendeine Weise schlecht machen wollen, ich hatte mich einfach nur falsch ausgedrückt und nun wollte Manuel mich dafür leiden sehen. Er wollte mich vor den Mädchen bloßstellen und nur ausreizen wie leicht er sich eine Meinung über mich bilden konnte. Für ihn war ich ein widerliches und arrogantes Arschloch, welches andauernd mit den Muskeln und den ganzen Mädchen prahlte. Weshalb sollte ich mit irgendwelchen Weibern prahlen, wenn diese mir genau so gleich waren, wie die Tatsache, dass meine Freundin mich verlassen hatte? Ich weinte Dingen nicht nach, und wenn ich das tat, mussten sie schon wirklich bedeutend gewesen sein. So zumindest fühlte ich mich bei meiner Ehre, die sich langsam mehr und mehr in Luft auflöste. Manuel hatte sich zu meinem Ohr gebeugt und flüsterte mir zu, dass ich ihm doch beibringen könnte, wenn mich seine Freundin störte und ich etwas von ihm wollte. Damit war es aber noch nicht genug gewesen. Sein „Du bist nämlich so geil, Denis Hartwig“ ließ die Nervosität in mir erst richtig hochkochen. Es war nicht die Tatsache dass er mir momentan durch die Position überlegen war, es war nur schlimm plötzlich das Verlangen zu verspüren, diesem Kerl beizubringen, wie es um mich wirklich stand. Er hielt mich für lächerlich und dumm, arrogant und selbstverliebt. Aber wer saß hier gerade auf dem Unterleib eines anderen Mannes und lehrte diesen einiger neuer Dinge über ihn selbst? Dann noch dieses widerliche „dass ich dir natürlich niemals widerstehen könnte“ welches den vorherigen Satz nur vollendete, machte mir deutlich, dass er sein Spiel weit genug getrieben hatte. Zumindest deutete mein Körper dies allmählich an. Denn lustig fand ich das ganz und gar nicht, auch wenn er fertig zu sein schien, nachdem er mit seiner Hand noch einmal durch meine Haare gefahren war. Ich atmete schwer auf und hob meinen Blick für einen kurzen Moment in seine Augen an, bevor ich meine Hände kurz an seine Wangen legte und ihn inbrünstig anlächelte. „Du hast mit deiner leichtsinnigen Art gerade einen großen Fehler begangen“, stellte ich klar, bevor ich ihn von mir stieß und ihn dafür neben mir in den Sand drückte, meine Hände um seine Handgelenke legte und diese weiterhin in den Sand drückte, nachdem ich mich auf seinem Unterleib niedergelassen und mich zu seinem Kopf heruntergebeugt hatte. „Du bezeichnset mich als arrogant und lächerlich, ehe du dich im nächsten Moment so rapide dazu entscheidest, dich und mich in den Mittelpunkt zu zerren, mit solch einer dämlichen Aktion“, knurrte ich lächelnd und beugte mich noch ein Stück vor zu seinem rechten Ohr, wo ich dann stoppte, und bloß verführerisch flüsterte: „Du sagtest doch, dass ich dir mitteilen soll, wenn ich nicht damit klar komme, dass du vergeben bist.“ Meine Stimme wurde noch etwas leiser, endete in einem Raunen, welches dennoch klang wie zuvor. Beinahe schon reizend, auch wenn ich wusste, dass es ihn keinesfalls dazu trieb, meine Nummer gutzuheißen. „Deine Freundin stört mich“, wisperte ich, „und ich will dich.“
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:25 pm

Valentin:

Ungeduldig blickte ich zu dem Mann hinter dem Tresen und beobachtete ihn dabei, wie er mein Eis machte, bevor er es mir dann auch freundlich lächelnd reichte. Ich erwiderte sein Lächeln und bedankte mich höflich, bevor ich ihn nochmal kurz musterte. Wieso konnte ich mich nicht beispielsweise in ihn verlieben oder in den Mann, der weiter hinten genüsslich sein Eis aß, wenn ich mir schon unbedingt einen Kerl aussuchen musste? Wieso verliebte ich mich ausgerechnet in Erik? Innerlich seufzend über diese Aussage, probierte ich dann das Eis, was ich hatte und musste sagen, dass es wirklich lecker war. Somit blickte ich dann auch zu Erik, welcher mir deutlich machte, ihm nun den Strand entlang zu folgen, da ich ja nun mein verlangtes Eis hatte. Dies tat ich dann auch und hörte ihm aufmerksam zu, während ich ein wenig auf dem Hörnchen herumkaute. Seine Worte schmerzten so unglaublich, dass ich beinahe leise auf keuchen wollte. Aber er wusste ja nicht, wie weh er mir damit getan hatte und konnte absolut nichts dafür, weswegen ich bloß lächelte, im ersten Moment, um das Ganze zu verkraften. „Dein Eis hast du ja nun bekommen, und meines Erachtens nach kannst du besser denken, wenn du bekommen hast, was du willst.“, hatte er gesagt. Aber es ging mir nie um das verdammte Eis! Er war das was ich wollte und ich wusste ganz genau, dass ich ihn niemals bekommen würde. Ich senkte meinen Blick kurz zu Boden und tat so, als würde ich ernsthaft darüber nachdenken, was wir die nächsten Tage machen könnten, musste aber tatsächlich damit klar kommen, wie weh mir dieses Gespräch, dieser Spaziergang und seine Nettigkeiten mir taten, während ich ihm nichts davon sagen konnte. „Ich weiß nicht. Vielleicht eine Boottour oder sowas?“, schlug ich letztlich vor, nicht sonderlich begeistert von meiner eigenen Idee. „Vielleicht findest du ja etwas spannenderes, ich bin nicht so der kreative und vorausplanende Kopf von uns beiden.“, gestand ich dann, während ich wieder zu ihm hoch sah, weil es unhöflich war, einen Menschen, mit dem man redete, nicht anzusehen. „Ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, so plötzlich einen Urlaub zu planen.“ Vor allem keinen, der so viel Geld beansprucht, wie es dieser wohl getan hat. „Aber du hättest dich nicht so in Unkosten stürzen müssen, das alles hier ist so luxuriös. Das war bestimmt teuer.“, murmelte ich leise und blickte zum Wasser, was mir deutlich klüger erschien, wie seinem Blick einfach zu Boden auszuweichen. „Oder du hättest mich wenigstens, die Hälfte des Preises zahlen lassen. Sonst wirst du noch arm, wegen mir.“, scherzte ich schließlich, selbst wenn mir keineswegs mehr nach Scherzen zu muten war. Sicher ich müsste glücklich sein, bei solch einer Möglichkeit, dem Hotel, der Insel, der Tatsache, dass mein bester Freund ebenfalls hier war. Doch ich konnte einfach nicht, immerhin würde ich ihm nachts ziemlich nah sein, ich würde jeden Tag etwas mit ihm unternehmen und mich würde dieses schlechte Gewissen verfolgen, einfach, weil ich ihm nicht einmal die Wahrheit sagte, obwohl er so viel Geld für mich ausgab und das einfach viel zu oft. Was konnte ich ihm dafür schon wiedergeben?

Manuel:

Abgesehen davon, dass meine Aktion schon banal genug gewesen war, um mich in die nächstbeste Klapse zu stecken, wurde das ganze mit jeder Sekunde nur noch schlimmer. Ich hatte wohl etwas angezettelt, was ich so gar nicht gewollt hatte, sodass letztlich Denis auf meinem Unterleib saß, nachdem er mich so abrupt von sich gestoßen hatte, mir all meine Macht nahm und meine Handgelenke in den Sand drückte. Seine Belehrung war mir eigentlich vollkommen egal gewesen, hatte mich kalt gelassen, weil ich genau gewusst hatte, dass mich das kein Stück besser machte wie ihn, dass ich damit aber solch einen wunden Punkt traf, war nicht meine Absicht gewesen, außer ich hatte einfach nur eine Art Trotz bei ihm ausgelöst, was seine letzten Worte erklärte. Mir wurde plötzlich unglaublich warm, wärmer wie mir durch die Sonne je hätte werden können und mein Herz begann zu rasen. Seine Worte hallten immer wieder in meinem Kopf auf, wiederholten sich noch einmal und zeigten, dass ich mich nun geschlagen geben konnte, da er mich mit meinen eigenen Waffen geschlagen hatte. Weder die Belehrung, noch seine Aktion hätten mich an meiner Position zweifeln lassen, wären da nicht seine letzten Sätze gewesen, welche er so verführerisch in mein Ohr flüsterte, wie er wohl konnte, um mir ein flaues Gefühl in den Magen einzupflanzen. Das hatte er doch nicht etwa Ernst gemeint? Doch ich glaubte, dass genau das der Fall war und gerade das machte mich im ersten Moment fertig. Einfach diese Nähe, die nun von ihm ausging, machte mich fertig. Was war denn bloß los? Er hatte mich binnen weniger Sekunden machtlos gemacht, entwaffnet. Doch wollte ich ihm nun den Triumph über mich gönnen? Den Triumph mich so entwaffnet zu haben, bevor ich die Flucht vor ihm antrat. Lieber spielte ich ein einziges Mal gegen meine eigenen Regeln und ließ mich auf ein Spiel mit dem Feuer ein, ein Mal bloß, wie ich mir schwor. „Ich bin genauso lächerlich wie du, das werde ich auch nicht abstreiten.“, flüsterte ich leise. „Aber mehr wollte ich von dir auch gar nicht hören, Liebelein.“ Ich befreite mich aus seinem Griff bevor ich meine Hände dann dazu zu nutzen, um diese an seine Wangen zu legen und sein Gesicht ein wenig zu mir zu ziehen, um meine Lippen schließlich auf seine zu drücken, so ruhig wie es nur ging, während ich meinen Puls gemischt mit dem Adrenalin gar nicht mehr unter Kontrolle bekam. Ich wusste genau wie dumm das alles von mir war, wie falsch es war, auch gegenüber Amy, doch war es wie ein Trip, wie eine Sucht, der ich nicht entgehen konnte, bevor ich nicht mit meinem Verstand gesiegt hatte. Doch meinen klarer Menschenverstand, der in meinem Hinterkopf zu protestieren versuchte, ignorierte ich bloß, während ich dieses Spiel mit ihm weiter trieb. Er hatte Recht. Ich war lächerlich, genauso wie er. Nur behielt ich den Vorteil, mir gegenüber, dass ich keinesfalls so arrogant und selbstverliebt war. Meine Hände ließ ich von seinen Wangen zu seiner Brust gleiten, über welche ich mit meinen Händen fuhr, um ihm mein, mittlerweile sogar ernsthaft wachsendes, Interesse an dieser Situation mitzuteilen. Es war vollkommen krank, dass ich, obwohl ich eine Freundin hatte, mich auf solch ein banales Spielchen, eigentlich bloß mit mir selbst, einließ. Doch in meinem Leben tanzte ich nie aus dem Rahmen, also wieso nicht einmal meine Regeln brechen, gegen alles angehen was mir beigebracht wurde und alles zerstören, was ich mir aufgebaut hatte. Denn wenn meine Freundin erfahren würde, was ich hier getrieben hatte, bloß um mich selbst mit dem Gedanken befriedigen zu können, mich nicht geschlagen geben müssen zu haben, würde sie austicken und mich, verständlicher Weise, verlassen.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:25 pm

Erik:

Mir wurde recht schnell bewusst dass er sich nicht nur des Geldes wegen unsicher und teils auch unwohl fühlte, sich dann auch nur etwas ausdachte damit ich endlich nachgab und nicht noch dumme Fragen stellte oder versuchte, irgendwas aus ihm heraus zu bekommen. Er hatte früh genug gemerkt dass ich wissen wollte was los war, dennoch war uns beiden doch sicherlich bewusst, dass wir darüber nicht sprechen würden. Das würde zwar das erste Mal sein, aber irgendwann kam dieses doch immer, das war einfach nicht zu verhindern. Ich schob meine Hände in meine Hosentaschen nachdem ich mir mein Shirt zurecht gezupft hatte, bevor ich zum Wasser sah, über welchem sich langsam die Sonne zu senken begann. Es wurde dunkler und das hieß, dass bald die ganzen Paare am Strand rumlaufen und Händchen halten würden, um dann zusammen den Sonnenuntergang zu beobachten. Mir entfuhr dann dennoch ein leises, ungewolltes Seufzen. Die ganzen glücklichen Paare machten mich noch fertig, so lange wie ich nun schon single war. Ich hatte seit Ewigkeiten niemanden mehr an mich gelassen und mich meiner Arbeit gewidmet, hatte mich gar nicht mehr mit bestimmten Verlangen befasst weil ich es für falsch gehalten hatte, da ich mich selbst nicht so wichtig empfunden hatte, wie meine Arbeit in der Firma oder Zuhause. Aber es war doch nicht mein Ernst, dass ich mich nun damit befasste, wenn ich wusste, wie schlecht es meinem besten Freund ging? Meinem besten Freund. Ich blickte zu Boden während ich neben Valentin herlief und mir den Kopf widerwillig zerbrach. Was konnte ihn so sehr belasten? Was war so grausam, dass er es nicht mit mir teilen wollte? Betraf es mich? Mochte er mich nicht mehr? Ich hatte keine Ahnung was mit ihm los war, was eine Unsicherheit in mir auslöste, die ich ihm ungern zeigen wollte. Somit hob ich meinen Blick wieder an und nickte auf seine Worte, bevor ich mich zu einem Lächeln zwang. „Wir können ja zusammen kreativ sein, sobald wir ein wenig geschlafen haben. Das tut dir vielleicht auch mal ganz gut, nachdem langen Flug“, erklärte ich im dann ziemlich unsicher, bevor ich kurz stehen blieb und mich ein wenig umsah. Neben uns führte ein Holzweg entlang, welcher uns wieder zu den Hütten führen würde. Sicher konnten wir auch über den Strand gehen, aber so vermied ich die ganzen Paare, was mir wirklich lieb war. „Lass uns zurückgehen. Allmählich wird es auch kälter und wir beide brauchen ein wenig Ruhe.“

Denis:


Es war für mich keinesfalls neu dass mein Kopf einerseits danach verlangte, etwas Verbotenes zu tun und andererseits doch wollte, dass ich an meine Moral appellierte und versuchte mir vorzuhalten, dass Manuel eine liebe Freundin hatte und diese ihn wohl über alles liebte. Aber was blieb mir, wenn ich keinerlei Möglichkeiten mehr hatte? Ich hatte es nicht darauf angelegt so zu enden wie nun, ich hatte nicht danach verlangt dass er sich mir näherte um mich zu provozieren oder gar bloßzustellen. Es war auch keine Frage der Zeit gewesen, da Manuel bisher immer die Beherrschung behalten hatte, wenn ich in seinem Sichtfeld aufgetaucht war. Ich wusste was er mir gegenüber empfand und dass er mir nicht wohlgesinnt war, dass ich in seinen Augen bloß arrogant und abgehoben war, nur weil man mich im Internet so gut kannte. Wen interessierte welchen Rang ich hatte? Mir selbst war bloß wichtig, dass ich bekam, wonach es mich beliebte. Ich wollte keinen Ruhm und keine Anerkennung, was ich auch nicht bekommen würde, wenn ich mich nun noch zurückhalten würde. Ich hatte nichts davon, wenn ich mir nun diese Nummer hier versaute und so tat, als würde die Freundin von Manuel mich interessieren. Ich brauchte gar nicht erst so tun als sei mir seine Beziehung wichtig, auch wenn ich wusste, dass seine Freundin nicht davor zurückschrecken würde, mir persönlich die Kehle durchzuschneiden, weil ich ihren Freund explizit verführt hatte. Woher konnte ich wissen, dass er sich erst über mich ausließ, und dann auf mich einließ? Über den Gedanken konnte ich mich gar nicht lange amüsieren, denn er hatte mich schon früh als sein Liebelein betitelt und seine Hände an meine Wangen gelegt, meinen Kopf schließlich so weit heruntergezogen, dass er seine Lippen auf meine senken konnte. Mein Puls schoss plötzlich in die Höhe und eine gewaltige Gänsehaut machte sich auf meinen trainierten Armen breit, mein Herz pochte lauter als zuvor und ich schien zu spüren, wie der Kuss mich langsam schwächte und wieder etwas runterkommen ließ. Aber war das alles nicht ein wenig klischeehaft? Wir beide lagen in der perfekten Pose gemeinsam am Strand, küssten uns und hinter uns ging die Sonne langsam unter. Dieses Bild störten einzig und allein die schaulustigen Mädchen die noch immer gafften, auch wenn das natürlich kein Wunder war. Von hier auf jetzt war ich in einem romantischen Kuss mit diesem Mann versunken. Romantisch.. Ich löste mich leicht ungewollt aus dem Kuss und befreite mich sachte von seinen Händen, bevor ich eine Hand an sein Kinn legte und so seinen Kopf leicht nach hinten in den Sand drückte, bevor ich mich zu seinem Hals herunterbeugte und diesen mit meiner Zunge zärtlich liebkoste, hier und da einen Kuss aufdrückte und auch nicht davor zurückschrecken würde, ihm auch noch einen Knutschfleck zu hinterlassen, was mir dann aber doch zu riskant war. Er würde mehr Probleme bekommen als ohnehin schon, das wollte ich vermeiden. Nach kurzer Zeit hob ich meinen Kopf wieder ein wenig an, entfernte mich aber gar nicht so weit von dem von Manuel. „Du solltest deiner Freundin das nicht antun“, keuchte ich leise, während ich meine Hand kurz unter sein Shirt gleiten ließ, bevor ich sie abwärts zu seiner Gürtelschnalle schob und an dieser ein wenig spielte. „Wenn sie herausfindet dass du dich von dem wohl arrogantesten Kerl dieser Insel verführen lassen hast“, meinte ich, „lacht sie dich noch aus.“
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:27 pm

Valentin:

Sobald der Sonnenuntergang anbrach merkte ich, wie die Stimmung zwischen uns, welche sowieso schon angespannt genug war, komplett zu kippen drohte, da nicht nur ich nun eine schlechte Laune aufwies, denn ich bemerkte auch ein wenig Melancholie auf Seiten von Erik. Denn kurz darauf erklärte er mir schon, dass er gerne zurück gehen würde, da wir beide Ruhe brauchten und es kälter wurde. Es hatte uns beide nie gestört, doch fand ich es ganz gut, diesen Vorschlag von ihm zu bekommen, sodass ich in dieser bedrückenden Situation nicht noch glückliche Paare sehen musste, welche Hand in Hand diesen Strand entlang schlenderten, während ich Erik nicht einmal meine Gefühle gestehen konnte und somit einfach unglücklich verliebt war. „Gute Idee, ich bin wirklich erschöpft. Aber ich geh gleich noch eben duschen, bevor ich mich ins Bett schmeiße, ich weiß ja nicht wie's da mit dir aussieht.“, erklärte ich und lächelte, während ich zu ihm sah. Doch hielt ich das gar nicht mal so lange aus und blickte also nochmal aufs Wasser, wo sich der Sonnenuntergang spiegelte. Es war alles so wunderschön, doch konnte es mich nicht mitreißen, konnte mich nicht in den Bann ziehen und glücklich machen. Genauso wenig, wie das bei Erik klappte.
Ich lief also letztlich die kleine Treppe hinauf, die uns wieder auf den hölzernen Steg brachte, auf welchem ich dann wieder neben Erik herlief, ein wenig in Gedanken versunken, und letztlich merkte, wie ich mit meiner Hand gegen seine kam, sodass ich merkte, dass ich eindeutig zu nah an ihm stand, und damit dann auch auf Abstand ging, zumindest einen halben unauffälligen Schritt, und mit einem leicht erröteten Gesicht zu Boden starrte, auch gar nicht lange brauchte, bis dieses rötliche in meinem Gesicht abgeklungen war. Doch mein Herzschlag bekam sich erst ein, nachdem wir bei der Hütte angekommen waren und durch unser Schweigen glaubte ich, dass er es mitbekommen hatte, jedoch war das praktisch unmöglich. Somit zog ich aus meiner Hosentasche die Schlüsselkarte und öffnete die Türe, bevor wir beide die Hütte betraten und ich die Türe hinter und wieder schloss. Ich wartete auch gar nicht lange, bevor ich zum Schrank trat und mir eine frische Boxershorts und ein normales weißes T-Shirt herauszog, sowie ein Handtuch und Duschgel, bevor ich nochmal zum Nachtisch lief und dort mein Portemonnaie, sowie mein Handy hinlegte, da ich beides sonst später suchen würde, ehe ich dann ins Bad stapfte.
Mein Weg führte mich jedoch zuerst durch den Nebenraum, in welchem ich mich kurz umsah, bevor ich mir die Küche kurz noch ansah und aus dem Staunen gar nicht herauskam, bevor ich dann wirklich ins Badezimmer lief und ein leises „Der ist doch vollkommen verrückt.“, vor mich her murmelte. „Ich bin nun duschen.“, rief ich dann lauter, damit er es verstand, bevor ich die Türe schloss und abschloss. Meine Klamotten legte ich auf eine Ablage und sah mich in dem riesigen Bad um. Er musste wirklich ein Vermögen für diese Hütte bezahlt haben. Leise schluckend entledigte ich mich meinen Klamotten und stieg in die Badewanne, badete jedoch nicht, weil mir einfach nicht danach war, sondern duschte bloß schnell. Ich wollte nämlich wirklich ins Bett, am besten noch früher, als Erik, damit ich nicht realisierte, dass er neben mir lag, weil er es beim Einschlafen eben auch nicht getan hatte. Ich wollte mir nicht darüber bewusst werden, dass ich neben dem Mann schlafen würde, den ich liebte. Ich wollte nicht darüber nachdenken, dass mich das auf der Basis meiner Gefühle umbringen wollte.
Nachdem ich mich abgeduscht und vom Duschgel befreit hatte, meine Haare auch gewaschen waren, stieg ich aus der Badewanne, trocknete mich ab und zog mich direkt an, bevor ich hinüber zum Spiegel lief und kurz dort hineinsah. Jedoch sah ich dort nur einen Mann, mit Augenringen, der vollkommen fertig aussah, leidend unter seinen Gefühlen. Wie erbärmlich ich auf Erik wirkte. Seufzend putzte ich mir noch meine Zähne. Ich hatte so einen besten Freund gar nicht verdient, wie ich mich hier benahm. So dumm und kindisch. Praktisch so, wie ich immer war, nur noch viel schlimmer.

Manuel:

Leise keuchend durch die Zärtlichkeiten, die ich zwar bei meiner Freundin gewohnt war, aber bei einem Mann und dann noch einem wie Denis, nicht einmal im geringsten gewohnt war, musste ich auch noch zugeben, wie mein Puls weiter in die Höhe schoss, als er es sowieso schon war. Bei dem Funken Vernunft, den er mir noch nahe zubringen versuchte, grinste ich bloß leicht und nahm letztlich seine Hände, hielt sie einen Moment lang fest und blickte in seine Augen. „Wer sagt denn, dass sie erfahren musst, was du mit mir vorhast? Sie stört dich doch, hm? Wie wär's, wenn du all das nachholst, wonach du dich sehnst. Eine Nacht lang.“, meinte ich dann und setzte mich etwas auf, ließ ihn nun noch auf meinem Schoß verweilen, aber eben nicht mehr auf meinem Unterleib, bevor ich meine Lippen nur noch einmal auf seine drückte, wobei es mir vollkommen egal war, wer diesen Strand entlang kam und uns sah. Doch löste ich mich letztlich wieder von ihm, wissend, dass sämtliche Spielchen zwar am Strand möglich waren, ich aber nicht der Meinung war, sie hier zu veranstalten, sodass ich ihn von meinem Schoß erst im Sand platzierte und mich erhob, bevor ich ihm eine Hand hinhielt. „Ich stelle dir auch nicht die Frage, ob wir zu dir oder mir gehen. Das erübrigt sich heute. Ich hoffe du warst so brav und hast aufgeräumt.“, murmelte ich dann, während ich neben ihm herlief und ihm einfach folgte, ihm gar keine große Wahl ließ, die er auch nicht zu ergreifen versuchte. Er schien also nicht gerade abgeneigt, dem ganzen gegenüber, was mich wirklich ernsthaft darüber nachdenken ließ, ob das Ganze so gut war, wenn er wirklich Interesse an beiden Geschlechtern hatte, war es keinesfalls gut, wenn ich mich nun auf einen One Night Stand mit ihm einließ. Doch war es mir recht schnell auch wieder egal, sodass ich einfach neben ihm her lief, seine Hand aber derweil losgelassen hatte, was mir vermutlich sogar meinen „Urlaub“ rettete.
Nachdem wir ein ganzes Stück gelaufen waren, schweigend, weil keiner von uns groß wusste, was er dem anderen sagen sollte. Vermutlich, weil wir uns eigentlich gar nicht groß mochten und uns dennoch auf den anderen einlassen wollten. Ich war weder an beiden Geschlechtern interessiert, noch war ich schwul. Warum ich das Alles also tat, schien mir selbst noch nicht klar. Doch vermutlich bekam ich Zeit darüber nachzudenken, denn kam uns Amy, in einem weißen Top und Hot Pants, entgegen, wobei sie wirklich müde aussah. Zuerst blickte sie verwirrt zu Denis, bevor sie mich ansah, wohl später erst wissen wollte, was es mit dem ganzen auf sich hatte. „Schatz, du weißt doch ganz genau, dass ich ohne dich nicht schlafen kann. Außerdem ist es unser gemeinsamer Urlaub. Ich weiß ja, dass du deinen Kollegen helfen musst, aber dann nimm dir wenigstens Abends für mich Zeit.“, erklärte sie vorerst ihr plötzliches Auftauchen. Dann blickte sie noch einmal zu Denis, beobachtete ihn ein wenig feindselig, weil sie genau wusste, wie ich zu ihm stand, bevor sie wieder zu mir sah. „Kommst du mit mir mit?“, fragte sie dann. „Oder ist es wichtiger dich mit diesem Kerl abzugeben? Und überhaupt, was macht der hier? Wieso läufst du mit ihm herum?“ Mein Gehirn musste all das erst einmal realisieren, nachdem dieses noch so benebelt von den letzten Minuten war, bevor ich sie anlächelte. „Wir haben wohl das Kriegsbeil begraben und wollten gerade was Trinken gehen.“, erklärte ich ihr, wusste natürlich gut genug, dass nichts davon stimmte, doch war es heute nicht nur der erste Regelbruch, gegen meine eigenen Regeln, sondern auch die erste Lüge gewesen. Nie wieder würde das geschehen. „Aber ich denke, dass man das auch verschieben kann.“ Ich wusste, dass ich sie misstrauisch machen würde, wenn ich nun mit Denis mitgehen würde, sodass ich mich wirklich lieber dafür entschied, mich mit meiner Freundin auf den Rückweg zu unserer Hütte zu machen, um dort den Abend ausklingen zu lassen, zur Ruhe zu kommen und mir vielleicht ein paar Gedanken, um das Geschehen von eben machen zu können. „Gute Nacht, Denis. Wir sehen uns bestimmt.“, murmelte ich dann und blickte zu ihm, zwang mich zu einem Lächeln und hoffte dabei, ihn in der nächsten Zeit nicht wieder zu sehen. Meine Freundin lächelte ihn letztlich ebenfalls an, da sie glaubte, dass ich ihn wirklich akzeptieren würde und mich mit ihm ausgesprochen hatte. „Tut mir leid, dass ich ihn dir nun klauen muss. Aber ihr könnt das bestimmt wiederholen. Wir sind ja noch länger hier und irgendwann kann ich ihn dir sicher einmal leihen.“, widmete sie ihre Worte nochmal an Denis, bevor sie meine Hand ergriff und mit mir zu unserer Hütte zog, ich mich aber nicht mehr zu Denis umdrehte, viel lieber wissen wollte, was ich mir dabei gedacht hatte, selbst wenn ich nicht bereute was ich getan hatte. Ich stellte es bloß in Frage, denn hätte ich mich weiter in das ganze rein geritten, hätte ich ernsthafte Probleme bekommen können.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:29 pm

Erik:

Mittlerweile waren wir wieder am Hotel angekommen und Valentin hatte sich unter die Dusche verkrochen, was nach dem Vorfall eben vielleicht sogar als Fluchtmöglichkeit aufgekommen war. Unsere Hände hatten sich in der Dunkelheit völlig ungewollt berührt und Scham in Valentin aufgerufen, was ich keinesfalls nachempfinden konnte. Für mich war es nicht einmal komisch oder abwertend gewesen, ich hatte noch immer nicht verstanden wieso ihm das so peinlich gewesen war. Ich hatte allerdings auch nicht nachgefragt und tappte somit weiter planlos umher. Wir waren beste Freunde, seit wann störte es ihn, wenn unsere Hände sich aus Versehen berührten? Ich verstand nicht wirklich weshalb er sich so anstellte, aber weiter darüber nachdenken wollte ich auch nicht. Ich mochte es nicht in meinen Gedanken dauernd Dinge über Valentin zu klären, statt sie mit ihm zu besprechen und eine Lösung für alles zu finden. Somit erhob ich mich nach einer gewissen Zeit von dem Bett auf welchem ich zuvor noch Platz genommen hatte, ehe ich etwas abwesend durch das Schlafzimmer marschierte und einen Blick heraus warf. Von dem Fenster konnte man das Wasser draußen sehen, die Sonne war längst verschwunden und der Mond begann zu wachsen. Mit einem leichten Seufzen betätigte ich den Knopf für die Jalousien und marschierte dann zu einem der Schränke, in welchen ich meine Sachen geräumt hatte. Dort nahm ich mir frische Boxershorts, eine Jogginghose und ein neues Shirt raus. Normalerweise schlief ich einfach nur in Boxershorts, aber ich würde neben Valentin schlafen, und wenn es ihn schon störte, wenn unsere Hände uns aus Versehen berührten, wie würde es erst sein, wenn wir zusammen in einem Bett schliefen? Ich schluckte schwer und sah zu der langen Couch die neben dem Bett stand. Vielleicht war es auch besser, würde ich einfach dort schlafen, damit er meine Nähe nicht ertragen musste. Ich war gerade dabei mein Bettzeug zur Couch zu tragen, als ich hörte wie Valentins Handy auf einer der Ablagen vibrierte. Das war wirklich nicht zu überhören. Ich zog leicht eine Augenbraue hoch und befreite mich von dem Bettzeug, ließ dieses einfach achtlos auf der Couch liegen, bevor ich zu der Ablage marschierte und kurz über das Handy blickte. Es war eine Nachricht von Daniele, was mich schon leicht wunderte. Wenn er sich meldete, meldete er sich normalerweise im Gruppenchat, nicht aber privat. Was war so wichtig, dass er es nur Valentin schrieb? Normalerweise lasen wir uns gegenseitig die Nachrichten vor. Aber nun schien es so obskur, sein Handy zu nehmen, und mir die Nachricht anzuschauen. Aber nach dem heutigen Tag konnte ich für nichts mehr garantieren. Ich griff nach dem Handy und entsperrte es, bevor ich mich direkt daran machte, die Nachricht von Daniele prüfend zu lesen.
„Ich habe gehört ihr seid zu dritt kurzfristig in den Urlaub geflogen? Ist alles klar bei dir? Hast du denn mittlerweile mal mit Erik geredet? Er muss wissen, wie du über alles denkst. Ihr seid doch jetzt zusammen im Urlaub, unter euch, vielleicht ist nun der richtige Zeitpunkt ihm zu sagen, wie du für ihn empfindest. Ansonsten wirst du das nie los werden und nur weiterhin darunter leiden und das bringt es auch nicht, Valle. Ich würde das für dich ja übernehmen, doch musst du es ihm selbst sagen. So kann es auf jeden Fall nicht weiter gehen und das weißt du.
Trotzdem, viel Spaß euch im Urlaub und halt mich auf dem Laufenden, vielleicht komm ich ja auch mal vorbei, ganz spontan, wenn es mir mein Terminplan erlaubt, du weißt ja, ich bin ein viel beschäftigter Mann. Mehr oder weniger.
Meld dich mal wieder, denn der alte Rizzo muss ja wissen, wie es seinen Superhomies geht und momentan vor allem, wie es dir geht.“
Skeptisch, teils überfordert und eigentlich mehr beängstigt und hilflos über diese Worte, drückte ich die Nachricht vorerst weg und sperrte das Handy wieder, welches ich an den ehemaligen Platz legte. Mein Herz pochte wie wild und plötzlich war mir wärmer als noch zuvor. Ich setzte mich zurück aufs Bett und starrte für einen ganzen Moment in die Leere, während ich versuchte, diese Nachricht besser zu verstehen, als ich es bisher getan hatte. Daniele hatte von Gefühlen gesprochen, und davon, dass Valentin litt. Ich wusste das er litt, nur ich hatte nie von dem Grund gewusst. Wenn das wirklich der Grund war, machte ich es mit dem Urlaub doch keinesfalls besser. Ich brachte ihn damit doch mental fast um! „Ich bin so ein Idiot“, flüsterte ich leise und raufte mir die Haare. Wie hatte ich nicht sehen können, dass es ihm wegen mir so dreckig gegangen war? Und mit ihm wollte ich einen Monat in diesem Bett schlafen, ohne davon zu wissen, wie er scheinbar empfand? Das musste doch purer Horror sein! Ich seufzte laut auf und blickte mich verzweifelt um. Was blieb mir denn nun? Ich konnte schlecht auf ihn zugehen und ihn dazu zwingen, mir zu sagen, was los war. Ich konnte ihn auf die Nachricht hinweisen, leise, bedacht. Ihn dann darauf ansprechen. Ich hatte mir die Gedanken über uns gemacht. Es gab ein Ich, ein Du. Aber niemals hatte es ein Wir in dieser form gegeben. Ich würde mir darüber noch den Kopf zerbrechen, sobald er wiederkäme. Wie sollte ich auch ruhig bleiben, wenn ich keine Ahnung hatte, wie ich damit umgehen müsste? Das alles war eine unglaublich dumme Situation, nicht nur für ihn, auch für mich. Ich hatte doch keine Ahnung, was der Blondschopf mit sich selbst ausmachte, während ich gar nichts ahnen konnte.

Denis:

Sein Angebot war nicht mehr als ein lächerlicher One-Night-Stand, welchen er am Morgen wieder bereuen und mich dafür verantwortlich machen würde. Trotz dieser Tatsache war es mir nicht recht, dass seine Freundin plötzlich unseren Weg kreuzte. Denn sie war ausschlaggebend dafür, dass diese ganze Nummer wie eine Seifenblase platzte und mit dieser auch meine Hoffnung auf eine lange Nacht. Ich hätte mich schließlich trotz meiner Gedanken nicht zurückgehalten, ich tat nichts dagegen, wenn ich meinen Spaß haben konnte. Und es wäre schon eine Genugtuung gewesen, mit ihm zu schlafen, alleine weil er mich zuvor immer schlecht gemacht hatte und ich ihm das hätte vorhalten können. Aber nun, nach einem kleinen Schauspiel und dämlichen Lügen von Manuel, waren sie gemeinsam verschwunden. Wir hätten angeblich unser Kriegsbeil begraben und wollten gerade zusammen etwas Trinken gehen. Und so etwas glaubte seine strohdumme Freundin ihm natürlich sofort. Ich wusste gar nicht wem gegenüber ich nun mehr Abneigung verspüren sollte. Amy, weil sie ihrem Freund glaubte, damit er mit ihr kam, oder Manuel, weil er sie belogen hatte. Was erwartete ich? Der Typ hasste mich förmlich, weshalb sollte er seiner Freundin direkt stecken, dass er sie beinahe mit mir betrogen hatte? Ich konnte Manuel eigentlich gar nicht hassen. Dafür war mein Verlangen nach diesem Kerl zu groß. Meine Bewunderung für ihn nahm auch nicht ab, nur, weil er nun mit seiner Freundin gegangen war. So war es nunmal, ich hatte keinen Grund nun wütend zu sein. Vielleicht war ich einfach nur auf mich selbst sauer, weil es zu nichts Intimeren gekommen war, das aber bereits festgestanden hatte. Seufzend fuhr ich mir durch meine Haare und blickte in Richtung der Bar. Wie schlau war es, mich nun noch selbst abzufüllen und betrunken schlafen zu gehen, um den Scheiß von heute leichter verdrängen zu können? Es war mir eigentlich völlig gleich. Wahrscheinlich würde Amy Manuel gleich noch dazu zwingen mit ihr zu schlafen, weil sie ohne ja nicht in Ruhe schlafen könnte. Ich hasste diese Frau mehr als alles andere. Sie nahm mir, was mir zustand. Dieser gottverdammte Mann, der mich gar nicht leiden konnte, und sich trotzdem auf mich eingelassen hätte. Ja, er hätte es getan, wäre seine Freundin nicht dazwischen gekommen. Ich knurrte leise und marschierte rüber zur Bar, wurde auf dem Weg dorthin direkt abgefangen von den Mädchen die mich vorhin umringt hatten. Das fehlte mir noch. Am Besten füllte ich die alle gleich mit ab, amüsierte mich doch noch und wusste am Morgen nichts mehr. Es war mir ohnehin egal. Soeben hatte sich meine Planung gesprengt und nun musste ich umdenken. Bestenfalls alkoholisiert. Ich ließ mich auf einem der Barhocker nieder und bestellte mir zuerst ein Glas Absinth, ließ mir aber hinterher direkt noch ein Glas Jim Beam füllen und beachtete auch gar nicht, welch dumme Fragen gerade um mich herum entstanden. „Der Typ vorhin war echt süß! Ihr saht so toll aus! Aber seit wann bist du schwul? Wir dachten du findest und hübsch!“ „Schade dass du uns nie so behandelst wie ihn!“ Diese dummen Weiber. Sie wollten behandelt werden wie Manuel? Wenn sie nur wüssten. Ich leerte den Absinth und griff nach dem Jim Beam, setzte aber nur einmal kurz an und nippte an diesem, bevor ich die Blondine neben mir am Schopf leicht zu mir zog und sie gereizt ansah. „Halt einfach die Fresse“, knurrte ich, „und such dir einen anderen Typen den du zusülzen kannst. Hier laufen genug Sunnyboys rum, ich gehöre nicht dazu. Also wag es nicht, mich noch ein verdammtes Mal zu stören. Wenn doch, können wir gerne sehen, wie lange du erträgst, unterlegen zu sein“, stellte ich wütend klar und ließ meine Hand aus ihrem Schopf gleiten, woraufhin sie mich auch nur entgeistert ansah und mit ihrer mindestens genau so dummen Freundin die Flucht antrat. Der Barkeeper musterte mich nur angespannt, gab mir auf meine Worte hinweg aber noch einen Absinth. Den Kerl ging nicht an, was ich trieb, wie ich mich verhielt oder wie ich gewisse Dinge sah. Ich hatte nicht bekommen was ich wollte, hatte wieder realisiert dass Manuel seine Freundin liebte und diese über allem stand. Mich kotzte es so dermaßen an dass die beiden ihr glückliches Leben führen konnten, während mein Verlangen nach diesem Mann einfach unterging. Mit einem „Alles klar bei dir?“ riss mich dieser komische Barkeeper völlig aus den Gedanken. Sah ich so aus, als wäre es das nicht? Ich blickte zu ihm rauf und spürte schon wie die Wut wieder in mir hochstieg. Seine blonden Haare, dazu dieser Undercut und seine hellen blauen Augen. Für was hielt er sich? Er war einer dieser Sunnyboys die ich zuvor erwähnt hatte, mir passte nicht, dass er es überhaupt wagte, mich anzusprechen. Ich mochte übertreiben, aber was würde jemand anderes in meiner Situation tun, wenn er kurz davor gewesen war, den Mann flachzulegen, nach welchem man das größte Verlangen hatte? Bevor ich irgendwas von mir gab, leerte ich das Glas mit dem Absinth und wischte mir leicht über meine vom Alkohol brennenden Lippen, ehe ich dem Barkeeper in die Augen sah. „Und wer hat dir das Recht erteilt, so dumm zu fragen? Sehe ich so aus, als wäre alles in Ordnung?“, fragte ich ihn skeptisch. „Ich kann das schlecht einschätzen. Du machst hier die Mädchen an, scheinbar grundlos. Das ist genug, um dich dann mal zu fragen.“ „Pass auf, Sunnyboy“, begann ich, nachdem ich tief durchgeatmet hatte. „Was die Mädels angeht, das hat dich nichts anzugehen. Angel dir erst mal selbst welche, dann sprechen wir weiter darüber. Was mein Verhalten angeht“, brummte ich, „hat dich genau so wenig zu interessieren. Ich könnte dich genau so dumm anmachen wie die Fotzen eben. Warum tue ich es nicht? Weil dich sonst gar kein Mädel mehr will.“ „Das sagst gerade du? Du hast vorhin noch mit einem Kerl am Strand rumgemacht“, spaßte er dann auf meine Kosten. Ich hob eine Augenbraue hoch und schüttelte den Kopf, bevor ich das Glas mit dem Jim Beam leerte und das Glas wieder auf den Tresen donnerte. „Ich glaube du hast da was falsch verstanden“, stellte ich klar. „Dich hat das nen Scheiß anzugehen was ich treibe. Das war also nicht klar genug?“ Ich vergrub meine Hand in seinem Beachshirt und zog ihn leicht über den Tresen und sah ihm in die glasklaren, blauen Augen. „Du bist krank“, knurrte er leicht angespannt. Ich konnte beobachten wie seine Hände sich verkrampften und wie nervös er wurde. Plötzlich aber war mir nicht mehr danach, ihm nun irgendwie zu schaden. Ich ließ wieder von ihm ab und hüpfte von dem Barhocker. „Krank vor Sehnsucht“, murmelte ich leise und blickte gebannt zu Boden. Ich war ausgerastet. Völlig abwesend gewesen. Nicht nur dank des Absinths, welcher schneller wirkte wie vorher noch gedacht. Das war nicht alles gewesen. Es war dieser dämliche Idiot Manuel, der das alles nur schlimmer machte. Ich hatte zwei schöne Wochen genossen, und nun tauchte er hier auf und machte alles zu einem Horroraufenthalt. Oder ich stellte mich einfach unglaublich an. Ich hatte keine Ahnung, marschierte einfach den Weg entlang zu meiner Hütte und zerbrach mir den Kopf. Die Aktion eben war absolut daneben gewesen, aber war sie berechtigt? Ich war alkoholisiert, hatte schließlich gezielt den Alkohol gewählt um ein Ergebnis zu erzielen. Und Absinth machte mich zumindest schnell fertig. Und das wohl nicht nur körperlich. Denn mental war ich vollkommen platt. Wollte lieber heulen, als noch darüber lachen, dass ich mich eben so verhalten hatte. Genau so wie ich fast verzweifelte, als ich in meiner Hosentasche nach meiner Schlüsselkarte suchte, und hinterher ewig brauchte, um die Tür aufzubekommen. Ich war so dicht. Schon froh darüber, dass ich es überhaupt hinein geschafft hatte, ließ ich mich auf der Couch im Wohnzimmer nieder und ließ die Karte achtlos neben mir zu Boden fallen. „Amy liegt nun glücklich mit ihm im Bett“, murmelte ich, als ich die Augen bereits geschlossen hatte, da ich spürte, wie sehr sie durch die Müdigeit brannten. „Dabei hätte ich heute neben ihm im Bett liegen müssen“, brachte ich noch hervor und stöhnte genervt auf. Genervt davon dass er mich versetzt und ich mich betrunken hatte. Das alles war so dumm gewesen. Aber so dicht wie ich war, konnte ich mich auch nicht mehr lange halten. Die Müdigkeit und die Erschöpfung durch den Absinth überkamen mich und schützten mich auch nicht mehr vorm Einschlafen. Bis morgen hatte ich bestimmt alles vergessen, wie ich hoffte.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:30 pm

Valentin:

Kurz fuhr ich mir durch mein nasses Haar, versuchte es irgendwie zu richten, damit es wenigstens ordentlich aussah und ich nicht noch schlimmer aussah, wie sowieso schon. Doch schien mir selbst das nicht mehr zu gelingen. Ich war nicht nur zu müde, sondern auch einfach zu fertig um heute irgendwas zu reißen, noch länger wach zu bleiben, einen Post raus zuhauen oder mich gar vernünftig mit Erik zu unterhalten. Meine Gedanken schwappten beinahe über, verliefen in einander, sodass ich innerlich einer Diskussion mit mir selbst ausgeliefert war, welcher ich einfach nur entgehen wollte. Ich wollte plötzlich nur noch schlafen, wo war mir vollkommen egal. Mir müsste egal sein, dass Erik neben mir schlief. Ich musste aufhören mich so zu verhalten, musste aufhören ihn zu lieben. Es machte bloß alles kaputt. Immerhin hatte ich nun angefangen ihn zu belügen, spielte ihm ein erbärmliches Spiel vor, welches er schon längst durchschaut hatte, selbst wenn er nicht wissen konnte, warum ich mich so verhielt. Er wusste nicht, dass er selbst der Grund war. Dieser perfekte Mann, welcher stets hilfsbereit und unglaublich liebenswürdig war. Der Mann, der sich einfach immer um alles und jeden kümmern wollte und sich selbst meist nach hinten schob, bis es anderen besser ging. Er verdiente es nicht, dass ich ihn so behandelte. Er verdiente jemand anderen, der ihn liebte. Und eigentlich verdiente er die Wahrheit, doch konnte ich sie ihm nicht sagen. Lieber versank ich im Boden. Lieber schwieg ich. Lieber vergaß ich meine Gefühle, verdrängte sie und das solange, bis sie endgültig verschwanden.
Vollkommen fertig und müde tappte ich dann wieder zurück zu Erik, welcher dort auf dem Bett saß, wohl vollkommen in Gedanken versunken, nachdem ich im Bad aufgeräumt hatte. „Das Bad ist frei, also wenn du duschen möchtest, kannst du das nun.“, erklärte ich und lächelte, bevor ich ihn kurz musterte. Er sah ziemlich nachdenklich aus, so, als wäre für ihn gerade eine heile Welt eingebrochen. „Was ist los?“, fragte ich also schließlich, bevor ich erst die Bettdecke und das Kissen auf der Couch sah. Hatte er tatsächlich vorgehabt, dort zu schlafen? Noch mehr Skepsis stieg in mir auf, während ich ihn ansah und mittlerweile beinahe ungeduldig auf seine Antwort wartete? Ich ließ mich neben ihm auf dem Bett nieder, sank aber ziemlich schnell nach hinten, sodass ich schließlich auf dem Rücken lag, und wartete weiter auf seine Antwort. War irgendwas passiert? Ging es irgendjemandem schlecht, der Erik nahe stand? Gab es Stress in der Community? Ich wusste wirklich nicht was los war und genau das, machte mich vollkommen fertig. So wusste ich nun also, wie Erik sich fühlen musste, dadurch, dass ich ihm nie erzählen würde, was es mit meinem Verhalten auf sich hatte. Leise gähnend schloss ich für einen Moment die Augen, zwang mich aber wach zu bleiben, weil ich ihm ja eine Frage gestellt hatte und nun nicht einfach einschlafen konnte, was einfach nur unhöflich gewesen wäre und gar nicht meine Art war.
Doch so wie ich schon die ganze Zeit drauf war, übermannten mich nicht nur meine Gedanken, welche sich derweil schon überlappten, sondern auch die Müdigkeit, die mich in die Knie zwingen wollte und sich wirklich größte Mühe dabei gab. Letztendlich auch mit Erfolg, da ich in meiner Position einschlief, nicht einmal gewollt. Zu gerne hatte ich gewusst, was mit ihm los war, doch vielleicht hatte ich morgen noch einmal die Chance dazu, nachzufragen.

Manuel:

Gemeinsam mit Amy war ich dann auch nach kurzer Zeit an der Hütte angekommen, welche sie daraufhin mit der zweiten Schlüsselkarte aufschloss, bevor sie eintrat, was ich ihr dann nach tat, bevor ich hinter mir die Türe schloss. „Wie kommt es, dass ihr euch so plötzlich vertragen habt?“, harkte Amy nach. „Vielleicht liegt es ja an dieser wundervollen Location. Nein, er ist privat einfach anders, als bei Events. Das hab ich nun wohl einsehen müssen.“, erklärte ich ihr und lächelte. Das einzige, was ich über Denis gelernt hatte, war, dass er scheinbar auf Männer und Frauen stand und mir gegenüber wohl nicht abgeneigt gewesen war. Amy's Lächeln versicherte mir, dass sie kein Misstrauen dem Ganzen gegenüber hegte, sondern glücklich darüber war, dass ich Denis nicht mehr feindlich gesinnt war. „Dann ist der Tag heute ja gut zu Ende gegangen.“, murmelte sie leise, als sie auf mich zu kam. „Ich würde ihn für dich ja noch schöner machen, doch denke ich, dass es für uns zwei besser wäre, heute direkt schlafen zu gehen, immerhin sind wir doch beide müde, oder nicht?“, meinte sie. „Aber Schatz..“, begann ich und grinste, was sie dann schließlich erwiderte, während ich auf sie zuging und sie aufs Bett drückte, mich etwas über sie beugte und meine Hände neben ihrem Kopf ab stemmte. „Du weißt genau, wie ungern ich auf dich verzichte.“, murmelte ich leise, bevor ich meine Lippen letztlich zärtlich auf ihre legte, es jedoch nichts von den Gefühlen in mir entflammte, wie sonst. Selbst als sie letztlich begann, mir sanfte Küsse auf den Hals aufzudrücken und diesen zu liebkosen, musste ich mir eingestehen, dass es auf mich keinen Effekt hatte, sodass ich sie schließlich nochmal zu ihr beugte und ihr einen Kuss aufdrückte. „Hör auf dich dazu zu zwingen. Du bist müde. Genauso wie ich. Das kann ruhig warten.“, murmelte ich leise. „Das alles hat Zeit. Nach vorhin, habe ich nicht das Recht, von dir zu verlangen, dass du wach bleibst, um mich zu bespaßen.“ Sie lächelte müde und ließ dann von mir ab, während ich ihr wieder ihren Freiraum wieder gab. „Für dich bleibe ich zwar immer gerne wach, aber vielleicht ist es wirklich besser nun mal direkt schlafen zu gehen.“, stimmte sie mir zu und lief hinüber zum Schrank, was ich ihr dann nach tat. Ich nahm mir eine neue Boxershorts heraus, begab mich gemeinsam mit dieser und meiner Freundin ins Bad, welche sich wohl nun von selbst entschied, mit zu kommen, obwohl sie schlafen wollte, und ließ schon einmal Wasser in der Wanne ein. „Du hast nun aber nicht vor alleine in die Wanne zu gehen um dich letztlich selbst zu bespaßen?“ Ein verstohlenes Grinsen schlich sich auf ihre Lippen, was ich nur erwiderte. „Was wäre wenn?“, spaßte ich letztlich und beobachtete sie. „Das kann ich als deine Freundin nicht zu lassen.“, erklärte sie dann schließlich und begann sich auszuziehen, was ich ihr letztlich nach tat.
Nachdem das Wasser in der Badewanne genug war, stellte ich dieses aus und ließ mich in der Badewanne nieder, keuchte leise unter der übermannenden Wärme auf, welcher ich nun ausgesetzt war und merkte anschließend schon, wie sich meine Freundin ebenfalls in der Badewanne positionierte, erst aber ein wenig abseits von mir, da diese Badewanne einfach unglaublich riesig war. Doch irgendwann kam sie mir ein wenig näher, legte ihre Lippen auf meine und fuhr mit ihrer Hand meine Brust hinab, hinunter zu meinem Bauch und Unterleib zu meinem Glied, welches sie anschließend umfasste.
„Gute Nacht.“, murmelte Amy und kuschelte sich in meine Arme. Nach unserem Spiel in der Badewanne, hatten wir uns schließlich gewaschen und waren zusammen ins Bett gegangen und so lag sie nun in meinen Armen, versuchte zu schlafen, während ich noch immer wach lag und wusste, dass dieser Zustand ein wenig länger anhalten würde. Ich bekam die Bilder von Denis nicht aus dem Kopf, die Eindrücke. Jedes Mal, wenn ich daran dachte, stieg mein Puls wieder so immens in die Höhe und zeigte mir nur noch einmal, wie gerne ich in dieser Situation gewesen war, selbst wenn sie außerordentlich gefährlich gewesen war. Immerhin hätte ich durch all das meine Freundin verlieren können, welche mir wirklich unglaublich wichtig war. Also war die Entscheidung, vor welche ich vorhin gestellt worden war, einfach gewesen. Mit Denis hatte ich nicht mitgehen wollen. Es wäre ein One Night Stand geworden, mit einem Mann, den ich eigentlich gar nicht ausstehen konnte und das obwohl ich nicht einmal an Männern interessiert war, bloß um zu triumphieren. Da war es besser mit meiner Freundin den Abend ausklingen zu lassen, welche ich wirklich liebte und welche mich liebevoll behandelte, mich auch unglaublich liebte. Was hätte ich auch mit einem Kerl gewollt, der wohl kaum Gefühle zeigte und wenn, kaum welche die mich bisher interessiert hatten, weil er in meiner Nähe immer unglaublich arrogant und selbstverliebt rüber gekommen war, ob es nun stimmte oder nicht. Ich konnte nur beurteilen was ich mitbekommen hatte und was hinter den Kulissen passierte, bekam ich ja meist nicht mit. Doch hatte ich mich nach meinen ersten Eindrücken von ihm nie dafür interessiert. War bloß bei meiner Meinung geblieben. Der heutige Tag hatte mir eigentlich nichts anderes gezeigt, weil er sich nicht anders zeigte, wobei ich schon glaubte, dass er mehr oder weniger geschauspielert hatte. Wieso das Ganze? Ich war nicht irgendwelche seiner Fan Girls. Ich war ein Mann, der ihn nicht mochte, weil er sich eben so gab. Warum hatte er sich die größte Mühe gegeben, meinen Erwartungen zu entsprechen, anstatt sich in ein besseres Licht zu rücken?
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 9:31 pm

Erik:

Noch bevor ich dazu gekommen war, irgendetwas von mir zu geben, vernahm ich ein leises Schnarchen hinter mir, welches mich leicht aus der Fassung riss. Bis eben hatte ich noch mit ihm reden wollen, nun hatte sich das erledigt. Ich erhob mich betrübt von dem Bett und marschierte zu der Couch, wo ich die Decke und die Kissen die ich dort vorhin hingetragen hatte, ein wenig ordnete. Hinterher marschierte ich mit meinen Schlafsachen ins Badezimmer und wusch mich dort rasch, als ich mich der alten Sachen entledigt hatte. Ich wollte nun nicht noch duschen gehen, das konnte ich in der Frühe nachholen. Nun war erst einmal wichtig dass ich auch schlief und mir bis morgen überlegte, wie ich Valentin darauf ansprechen sollte. Das war alles nicht ganz einfach, dennoch nahm ich mir vor, das keinesfalls aufzuschieben. Zumal ich da selbst noch an mich und meine Gefühle denken musste. Ich durfte mir nichts einreden und gleichzeitig auch nichts verdrängen. Aber momentan wusste ich selbst nicht was ich fühlte und was ich wollte, weswegen es auch nicht schlau von mir wäre, das ganze zu überstürzen. Somit dachte ich darüber auch nicht weiter nach und verließ frisch und umgezogen das Badezimmer, machte mich wieder auf den Weg ins Schlafzimmer wo ich Valentin kurz musterte, bevor ich zu seiner Bettseite marschierte und ihn vorsichtig mit der Decke zudeckte, die dort noch lag. Er sah süß aus wenn er schlief, aber war diese Meinung irgendein Zeichen für Liebe? Im Gegenteil. Momentan kam ich mir so vor, als würde ich mir alles einreden wollen, nur um schnellstmöglich meine Gefühle austricksen zu können. Aber das war dumm, und das merkte ich. Ich brauchte Zeit, nun wo ich wusste, was abging. Es war nicht schwer sich in den besten Freund zu verlieben. Vor allem nicht wenn er so agierte wie Valentin es tat. Wenn man so aussah oder so sprach wie er. Ich hatte keine Ansprüche und hatte nie welche gehabt. Und würde ich nun welche haben, würd er allen gerecht werden. Mit einem Lächeln auf den Lippen knipste ich die Lampe auf dem Nachttisch aus und begab mich rüber zur Couch. Er sollte eigentlich nicht alleine in dem großen Bett dort schlafen, aber vielleicht war es besser für den Moment. Wenn ich mich nicht direkt in die ganze Sache stürzte, sondern es langsam angehen ließ und erst mal lernte, was es hieß, seinen besten Freund zu lieben. Müde wie ich war ließ ich mich auf der doch gemütlichen Couch nieder und checkte noch einmal kurz mein Handy, bemerkte aber dass mir eindeutig zu viele Nachrichen reingekommen waren, und ich dafür nun keine Zeit mehr hatte. Somit legte ich das Handy nur achtsam beiseite und deckte mich dann zu, nachdem ich das Kissen ein wenig zurechtgerückt hatte. Ich würde Valentin in der Frühe darauf ansprechen, was Daniele ihm geschrieben und er mir sicherlich selbst verheimlicht hätte. Ich wusste nun was los war, wollte ihm helfen und ihm die ganze Sache leichter machen, wenn er mich denn ließ. Von hier auf jetzt konnte ich mich zu nichts zwingen, aber ich wusste, es war eine Leichtigkeit sich in einen Mann wie ihn zu verlieben, wenn man keine Abneigung gegenüber solcher Beziehungen hatte. Und diese hatte ich keinesfalls. Wir würden unsere Freundschaft aufs Spiel setzen, aber das wäre es mir sicherlich wert. Eine Erfahrung die ich sonst nie machen würde. Dieser Kerl war echt für Überraschungen gut. Aber vielleicht war es auch besser, dass es nun so gekommen war. Die nächste Zeit würde sicher spannend werden, ich mochte Spannung. Und genau so sehr wie ich Spannung mochte, neigte ich zur Liebe, welche ich Valentin nur zu gerne geben wollen würde.

Denis:

Ich war aufgewacht und hatte nicht das Gefühl, dass viel Zeit vergangen war, seit ich mich achtlos auf die Couch fallen lassen hatte. Mir war zu dem Zeitpunkt alles egal gewesen, auch jetzt war das nicht anders. Ich hatte nicht lange genug geschlafen, der Absinth floss noch durch meinen Körper und nüchtern war ich somit längst nicht. Aber ich wusste dass ich nicht weiter schlafen konnte, selbst wenn die Müdigkeit mich umzubringen drohte. Es war einfach schwer, sich nicht den Kopf zu zerbrechen und in seinen Träumen zu entscheiden, was man sehen will. Ich konnte mir nicht vorstellen oder wünschen, dass Manuel in meinen Träumen auftauchte und mir wohlgesinnt war. Seine Freundin exisierte, und das war einfach mein größtes Problem. Ein Problem, gegen welches ich nichts unternehmen und auch keinerlei Lösungen finden könnte. Es war einfach ein Kampf zwischen meiner Wunschwelt und der Realität, und in meinem Zustand wusste ich sowieso nicht wohin mit mir. Normalerweise hatte ich vollkommene Kontrolle über mich, meine Taten und meinen Körper. Aber schon viele meiner Freunde hatten behauptet, dass ich unberechenbar war, wenn ich Liebeskummer hatte und zusätztlich betrunken war. Aber das war doch kein Liebeskummer? Ich war einfach nur niedergeschlagen und kam gegen meine Sehnsucht nicht an, fühlte mich hilflos und einsam. Ich war nicht komisch, wenn ich alkoholisiert war. In diesem Zustand war ich klischeehaft ehrlich, und das nicht nur zu anderen, sondern auch zu mir selbst. Ich merkte doch wie dumm diese Aktion gewesen war, dass ich Manuel nicht hätte nahe kommen dürfen, und dass der One-Night-Stand mich nur noch mehr verletzt hätte. Ich wollte nicht nur meinen Spaß mit ihm haben. Ich wollte mich wenigstens mit ihm anfreunden, wenn es anders schon nicht möglich war. Recht schnell spürte ich aber, dass daraus nichts werden würde. Er hasste mich mehr als jeden anderen Menschen auf dieser Welt, hatte Vorurteile und stempelte mich einfach durchgehend als arrogant ab, bloß damit sein Kopf befriedigt war. Er wollte sich gar keine andere Meinung über mich bilden, es reichte, dass ich so grässlich und zudem nun noch schwul war. Ich bevorzugte keines der Geschlechter, aber war es schlimm, ein Verlangen nach einer bestimmten Person mit gleichem Geschlecht zu haben? Für mich keinesfalls, für ihn hingegen mehr als neu, vielleicht sogar eigen. Aber er war es, der mich geküsst hatte. Er hatte mit den Provokationen begonnen und die ganze Angelegenheit nur schlimmer gemacht. Aber darüber brauchte ich mir nun nicht den Kopf zu zerbrechen, welcher sowieso hämmerte. Der Absinth, wie ich glaubte, zerstörte mir noch meine letzten Gehirnzellen. Ich seufzte laut auf und versuchte mich mit einem erschöpften Keuchen von dem Sofa zu erheben, griff dabei noch desorientiert nach der Schlüsselkarte, mit welcher ich mich dann auf den Weg zur Tür machte. Es wäre schlau von mir gewesen vielleicht eine Jacke mitzunehmen, aber es war mir gleich. Ich würde nicht lange draußen bleiben, nur einen kleinen Spaziergang machen. Einen kleinen Spaziergang, während der Absinth meinen Körper noch immer schwächte. Eine, wie ich glaubte, recht simple und zugleich schlaue Idee. Schnell stellte sich aber heraus, dass ich wohl der dümmste Mensch auf unserem geliebten Planeten war. Ich torkelte am Strand bloß entlang und beschäftigte mich damit, die Sterne zu zählen. Begann mit eins, endete mit siebzehn und begann wieder bei eins, mal bei drei, vielleicht auch mal bei fünfhundertundacht. Die Lust hier nun noch weiter zu laufen war verschwunden, weswegen ich mich irgendwann im Sand niederließ und für einen Moment auf meinem Rücken lag, nach oben in die Sterne starrte und mit meinen Händen durch den Sand fuhr. Meine Gedanken schweiften um diesen einen Mann, welcher sich gerade sicher noch mit seiner Freundin vergnügte. Wie wenig Sinn es einfach machte, dass ich mich damit nahezu freiwillig beschäftigte. Denn der Absinth zwang mich nicht dazu, über solche Kleinigkeiten, wie ich sie betitelte, nachzudenken. Aber war es wirklich so eine Kleinigkeit? Sie zerriss mir beinahe das Herz und verdeutlichte mir nur, dass ich keinerlei Chancen hatte. Wie sollte ich das nächste Mal bei ihm ankommen? Wieder mit einem dummen Spruch? Einer dämlichen Anmache? Oder sollte ich ihn direkt bedrängen? Diese ganzen Fragen riefen nur hervor, dass ich verzweifelte. Was mir klar wurde, als einige Tränen über meine glühenden Wangen liefen und in den fast schon kalten Sand tropften. Ich weinte wegen diesem Mann, weil es nicht so war, dass ich erst seit heute diese Sehnsucht in mir hatte. Er wusste nichts, er wusste rein gar nichts davon wie ich mich fühlte und wie schlecht es mir in Wirklichkeit ging. Und je mehr ich darüber nachdachte, desto schlimmer fühlte ich mich. Ich weinte bitterlich, wollte auch nicht versuchen mich groß zusammenzureißen. Um die Uhrzeit hatte es niemanden zu interessieren, keiner brauchte Fragen stellen, sie kannten mich nicht, wenn sie mich sahen, wussten sie nicht wer ich war und hatten keinerlei Rechte nach mir zu fragen. Manuel wusste was besser für ihn war, und ich war es nicht. Seine Freundin liebte ihn, und er liebte sie mindestens genau so sehr, wenn nicht sogar noch mehr. Sie gehörten zusammen, ich hatte kein Recht einen Keil zwischen die beiden zu treiben. Sollte ich vergessen? Bloß verdrängen? Ich wusste nichts, absolut gar nichts. Bloß, dass ich alleine war. Alleine am Strand, unter dem Sternenhimmel, in der Kälte weinend. Ich war lächerlich, wie er gesagt hatte. Arrogant, nur nicht in diesem Zustand. Wenn ich so schlimm war, was trieb ich noch hier? Ich seufzte. „Versink doch in Selbstmitleid, du Vollidiot“, knurrte ich mir doch leicht gereizt zu und wischte mir die Tränen weg, was aber nichts daran änderte, dass ich noch immer weinte und die alten Tränen somit durch Neue ersetzt wurden. Nun versank ich hier in Selbstmitleid, war noch immer trunken und hatte keinen Plan wie ich jemals wieder zu meiner Hütte finden würde. Ich schloss die Augen erschöpft und seufzte. Er war glücklich und hatte seine Freundin. Ich war unglücklich und single. War es nicht das, was er immer hatte sehen wollen? Sein perfektes Leben, im Vergleich zu meinem, welches nicht so berauschend war, wie immer behauptet? Jeder hatte was er wollte. Außer mir.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 10:49 pm

Manuel:

So sehr ich es auch versuchte, ich konnte per du nicht einschlafen, selbst nach zwei Stunden, die ich mittlerweile bloß wachgelegen hatte, mit Gedanken, die einfach keine Ruhe finden wollten. Somit hatte ich Amy letztlich vorsichtig ins Bett gelegt und mich aber aus diesem entfernt, war stattdessen zum Schrank gelaufen, aus welchem ich die Jeans von vorhin und ein neues Shirt zog, was ich dann natürlich anzog, weil ich keinesfalls vorhatte hier zu bleiben, um Amy wach zumachen. Nur weil ich nicht schlafen konnte, musste sie letztlich nicht darunter leiden. Ein wenig fertig fuhr ich mir durch mein Haar und suchte das Zimmer dann leise nach der Schlüsselkarte ab, bis ich diese gefunden hatte, was aber ein wenig dauerte, da ich mich weigerte Licht an zu machen. „Wo ist dieses verdammte Ding?“, fluchte ich leise vor mich her, bis ich mit meinem Fuß beinahe gegen die Kommode stieß, auf welcher eine der beiden Schlüsselkarten lag. Triumphierend nahm ich diese dann an mich und verließ leise das Zimmer, während ich dann den hölzernen Steg entlang lief, bis zu einer Treppe die mich an den Strand führte.
Nachts war es am Strand ausgesprochen ruhig, man hörte nur das Rauschen des Meeres, während die Sterne sich im Wasser spiegelten. Mit vorsichtigen Schritten stapfte ich nun durch den, mittlerweile komplett abgekühlten, Sand aufwärts, während ich meine Gedanken zu ordnen versuchte. Diese drehten sich nämlich noch immer über Denis und vor allem die Situation, in der wir vorhin gesteckt hatten. Ich konnte keinesfalls sagen, dass ich es schlecht fand, was wir vorhin angestellt hatten. Noch nie hatte jemand meinen Puls so in die Höhe getrieben. Doch kam ich nicht drum herum, sein vorheriges Verhalten zu überdenken. Keinesfalls die Erwiderung meiner Anspielung, mit welcher er mir deutlich gemacht hatte, dass er wohl bisexuell war, sondern eher die Kommentare, mit denen er mich in ein Gespräch verwickeln wollte. Es war anders gewesen wie auf irgendwelchen Events, diesmal wirklich arrogant, aber er schien das alles gar nicht so gemeint zu haben, geschauspielert zu haben. Denn nachdem ich darauf eingegangen war, hatte ich Unsicherheit seinerseits gesehen, keinesfalls den Spaß an diesem Spiel, der erst später eingesetzt war. Leise seufzend versuchte ich meine Gedanken auf etwas anderes zu lenken, blickte noch einmal aufs Wasser, während ich langsam durch den Sand lief, ohne einen Plan, wohin ich gehen wollte.
Ein Schluchzen riss mich plötzlich vollkommen aus meinem Konzept, selbst wenn es noch unendlich weit weg schien. Ich fokussierte meinen Blick in die Richtung vor mir, wo ich eine Person zusammengekauert sitzen saß, und als ich näher kam, blieb mir für kurze Zeit beinahe mein Herz stehen. Wieso war er hier? Wieso weinte er? Wieso traf ich ausgerechnet ihn? So viele Fragen, die ich mir gar nicht wagen wollte, alleine zu beantworten, sodass ich erst einmal die letzten Schritte auf ihn zu machte und mich vor ihn in den Sand hockte. „Was ist los, Denis?“, murmelte ich leise. Sein Blick hob sich und er blickte ein wenig ungläubig blinzelnd zu mir hinüber, bevor er sich auch wieder fing und eine Haltung einzunehmen, die mir in irgendeiner Weise Rückgrat bewies. „Ich hab.. Vielleicht ein wenig zu viel getrunken.. Das ist das Resultat.. Nichts Nennenswertes..‟, gab er mir daraufhin zurück. Das Einzige, was ich ihm hiervon abnahm, war die Sache mit dem Alkohol, weil mir dieser beinahe schon entgegen stieß. Was hatte er sich bitte gedacht betrunken noch hier raus zukommen? Seufzend setzte ich mich vor ihn, nicht gewillt nun so schnell locker zulassen. Meine Gedanken kreisten sowieso nur um ihn, ich hatte also genug Zeit um ihm irgendwie in seiner Situation zu helfen, solange ich mich denn gewillt dazu sah. „Und wieso weinst du dann? Irgendeinen Grund muss es ja haben und es ist definitiv nicht der Alkohol.“, harkte ich nach, bekam daraufhin auch schon genug aus ihm raus. Ob ich damit aber so zufrieden war, war eine andere Sache. „Weil alle außer mir haben was sie wollen.. Du hast deine Freundin, die dich über alles liebt, so sehr wie du sie.. Und was habe ich? Eine erstickende Sehnsucht.. Die seit Ewigkeiten nach dem gleichen Mann schreit..‟ Ich hielt einen Moment inne. Konnte es sein, dass er mich.. Nein. Er konnte sich wohl kaum nach mir sehnen. „Hast du es dem Mann denn je gesagt?“ Seine Reaktion verriet mir, dass dies nicht der Fall war. „Wie soll er es je erfahren, wenn du es ihm nicht sagst?“ „Er hasst mich abgrundtief, weil ich nicht seinem Schema entspreche.. Zumal er nicht homosexuell, oder zumindest bisexuell ist, und sich mir gar nicht mehr nähern würde.. Selbst nicht nachdem ich ihn zumindest für einen kurzen Moment verführt habe, und es beinahe zu einem One-Night-Stand gekommen wäre.. Er ist glücklich mit seinem Leben, so, wie es momentan ist.. Ein Idiot wie ich passt da einfach nicht rein..‟, antwortete er dann, während er kurz zu mir hoch sah, dann aber doch wieder enttäuscht zu Boden sah. Ich schwieg für einen Moment und versuchte zu realisieren, was hier gerade passierte. Wieso sagte er, dass er Sehnsucht nach mir hatte? Wir hatten doch nie groß etwas miteinander zu tun gehabt! Doch wollte ich ihm nun weder Vorwürfe machen, noch etwas ausdiskutieren, da ich nicht wusste, in wie fern sein Charakter durch den Alkohol noch mit seinen Stimmungen variieren würde. „Vielleicht bist du auch nicht ganz so ein Idiot, wie er geglaubt hat.“, murmelte ich und lächelte ermunternd, wusste aber genau, wie wenig ihm das brachte. Er wollte haben, wonach er sich schon ewig sehnte. Doch konnte ich ihm es wohl schlecht geben. „Ich würde dir deinen Wunsch ja gerne erfüllen..“, begann ich und stoppte noch einmal kurz. „Aber ich habe eine Freundin. Vermutlich ist es auch besser für dich, wenn du dir irgendjemanden aussuchst, der zu dir passt und nicht so einen Kerl, wie mich. Ich bin ziemlich nervig, glaub mir. Außerdem bin ich ziemlich viel beschäftigt und ein Mensch, der Ordnung immer voraussetzt. Mich will man gar nicht an seiner Seite haben, nicht mal für eine Nacht.“, erklärte ich ihm vorsichtig und lächelte erneut. Ich konnte kaum was tun, um seinen Zustand zu verbessern, das war mir bewusst. Genauso wie die Tatsache, dass ich es mit meinen Worten nicht besserte. Doch solange ich ihn ein wenig unterhielt und mich vor allem mit ihm unterhielt, begann er nicht noch einmal das Weinen, sodass die Chance bestand, ihn vielleicht noch zu seiner Hütte zu bringen und schlafen zu legen. Er schien ziemlich durch den Wind, musste seinen Rausch auch erst mal ausschlafen. „Deine Worte und diese Niedermache sind mir absolut nicht fremd.. So wurde ich das letzte Mal schon versetzt.. Das fühlt sich nicht gut an.. Und du kennst das nicht, weil du glücklich in einer Beziehung bist.. Du weißt nicht wie das ist, jemanden zu wollen, den du niemals haben kannst..‟ Ich blieb ein wenig ratlos vor ihm sitzen, weil ich seine Situation nicht schlimmer machen wollte, es aber dennoch getan hatte. Es hatte keinen Sinn, wenn ich ihm nun noch weiter vorhielt, wieso ich die falsche Wahl war. Wie sollte er das verstehen? Die Sehnsucht, die er scheinbar mir gegenüber empfand, ließ sich nicht einfach abschalten, sodass er genauso über mich denken und sich jemand anderen suchen würde. Vor allem nicht in seinem alkoholisierten Zustand. Ich seufzte leise und näherte mich Denis noch ein wenig, bevor ich einen Arm von mir unter seine angewinkelten Knie legte und die andere nutzte um Denis Rücken zu stützen, bevor ich mit ihm auf meinem Arm aufstand, einfach, weil ich nicht wollte, dass er sich nun auf dem Rückweg noch was brach, weil er hinfiel. Proteste seinerseits wollte ich gar nicht erst tolerieren.
An seiner Hütte angekommen, zu welcher er mich glücklicherweise noch halbwegs lotsen konnte, setzte ich ihn schließlich ab, beobachtete wie er seine Schlüsselkarte suchte, sie aber nicht fand und half ihm schließlich auch dabei, indem ich kurz in seine Hosentasche griff und die Schlüsselkarte hervorzog, damit dann auch kurzerhand die Türe öffnete. Skeptisch beobachtete ich, wie Denis ins Zimmer taumelte und hob eine Augenbraue, als er beinahe stolperte, sodass ich ihm beim Laufen noch ein wenig unterstützte. Wie viel hatte er bitte getrunken? Vor allem was? „Wie willst du schlafen? In Boxershorts oder so, wie du gerade rum rennst?“ „Mir egal, hauptsache nicht alleine.“, war das Einzige, was er mir zurück gab, sodass ich mich dazu entschied, ihm zumindest aus seiner unbequemen Jeans zu helfen. Gesagt getan und so legte ich die Jeans schließlich ordentlich gefaltet über einen Stuhl, bevor ich Denis zum Bett verfrachtete und dort hineinlegte. So unglücklich wie er aber aussah, war mir klar, dass er nie im Leben von alleine schlafen würde, schon gar nicht bis er den Rausch ausgeschlafen hatte. Somit kletterte ich zu ihm ins Bett und zog ihn zu mir und die Decke über uns, bevor ich meine Arme beschützend um ihn legte. „Du schläfst nun, verstanden?“, murmelte ich leise und lächelte etwas. „Ich bleib auch, bis du eingeschlafen bist. Versprochen.“ Glücklicherweise protestierte er auf meine Anweisung hin nicht, sondern schwieg einfach, sodass ich letztendlich auch leise blieb, während er in meinen Armen lag. Ich beobachtete dabei, wie sein Brustkorb sich hob und wieder senkte. Anfangs noch ziemlich unkoordiniert, letztlich aber im selben Rhythmus, was mir verriet, dass er nun eingeschlafen war. Somit wartete ich noch eine halbe Stunde, bis er auch fest schlief, bevor ich mich langsam von ihm löste, ihn vorsichtig in sein Kissen gleiten ließ und nochmal zudeckte. Dann lief ich in die Küche, nahm mir ein Glas und Wasser, genauso wie eine Kopfschmerztablette heraus. Nachdem ich das Wasser in das Glas gefüllt hatte, lief ich mit der Tablette und dem Glas wieder zu Denis und stellte beides auf dem Nachttisch ab. Er würde am nächsten Tag sicher Kopfschmerzen haben. „Gute Nacht.“, murmelte ich schließlich noch einmal, bevor ich die Hütte verließ und mich auf den Weg zu meiner machte, wo ich mich wieder ins Bett zu meiner Freundin legen würde.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Do Mai 29, 2014 11:50 pm

Erik:

Schon am frühen Morgen war ich aufgestanden und hatte mein Bettzeug wieder zurück auf das große Doppelbett getragen, um zu verhindern, dass Valentin geglaubt hatte, dass er dort alleine geschlafen hatte. Vielleicht war diese Idee dumm gewesen, da er sich sicherlich im Schlaf an mich gekuschelt hätte ohne es zu merken, aber vielleicht fiel es ihm auch gar nicht auf. Ich für meinen Teil hatte bereits geduscht und mich fertig gemacht, hatte auch schon etwas gefrühstückt um das nicht mehr erledigen zu müssen. Und auch wenn ich es nicht durfte, ich hatte das Handy von Valentin bereits den ganzen Morgen bei mir gehabt. Ich war mir sicher dass ich ihn darauf ansprechen wollen und auch eine Antwort erwarten wollen würde, denn ganz so leicht wie er sich das vorstellte, war es nun mal eben nicht. Er konnte mir das nicht verheimlichen und glauben, dass ich das nicht irgendwann erfuhr. Nun wusste ich davon und musste mich damit befassen, war auch nicht gewillt das nun zu ignorieren und nahm mir fest vor, die ganze Angelegenheit ein wenig anzutreiben. Von alleine sprach er nicht, und wozu war ich sein bester Freund? Ich erhob mich aus dem Sand in welchem ich bis eben gesessen hatte, und ging wenige Meter zurück zu unserer Hütte, zog hinter mir die Tür wieder zu und marschierte dann mit langsamen Schritten in das Schlafzimmer, wo Valentin noch ruhig schlief. Ich wollte ihn eigentlich nicht wecken, da es für meinen Geschmack auch noch viel zu früh war, aber ich konnte nicht länger warten. Somit ließ ich mich auf seiner Bettseite vorsichtig nieder, hielt in meiner linken Hand noch immer sein Handy, während meine rechte Hand ganz vorsichtig über seine Schulter strich, welche von der Decke längst nicht mehr bedeckt war. „Aufwachen‟, meinte ich leise, als meine Hand in seinem Schopf angekommen war und einzelne Strähnen vorsichtig hinter sein Ohr strich, damit sie nicht mehr so störend in seinem Gesicht lagen. „Daniele hat dir eine Nachricht geschickt und ich glaube, dass du sie sehr gerne lesen würdest‟, murmelte ich noch etwas leiser und entsperrte sein Handy, bevor ich die Nachricht öffnete und das Handy auf eine freie Fläche auf seiner Bettseite legte, damit er es sich von selbst nehmen und die Nachricht lesen konnte. Ich wusste nicht ob er nun denken würde, dass ich sie bereits gelesen hatte, selbst wenn er da nicht ganz falsch lag. Ich fragte mich teils sogar, ob er sauer sein würde. Aber ich würde mich mit ihm unterhalten, mir war ganz gleich ob er abblocken wollen würde. Ich hatte Möglichkeiten die er von mir niemals erwartete, und ich wollte das Ganze geklärt haben. Eher konnte ich doch auch nicht mehr ruhig schlafen.

Denis:

Mit einem dröhnenden Kopf und schmerzenden Gelenken, zwang ich mich, bei den ersten Sonnenstrahlen wenigstens noch die Augen zuzukneifen, da ich nicht ertrug wie grell dieses Licht wirklich war. Mein Fehler von gestern Nacht machte sich schneller bemerkbar als gewollt, auch wenn es normalerweise auszuhalten gewesen war. Aber es war nicht nur die Tatsache dass ich getrunken hatte, da ich wusste, was sich gestern abgespielt hatte. Durchgehen konnte ich das alles in meinem Kopf aber noch lange nicht, dazu war ich zu müde und viel zu fertig, weswegen ich nach einer kurzen Zeit meine Augen doch widerwillig öffnete und rüber zu dem Nachttisch schielte, auf welchem ich bloß mein Handy erwartet hatte, hingegen aber ein Glas mit Wasser und eine Kopfschmerztablette fand. Mein Handy lag sicherlich irgendwo herum, aber brauchen tat ich es ohnehin nicht. Zumindest nicht in einem Zustand wie diesem, in welchem ich froh war, wenn ich wenigstens ohne Probleme laufen konnte. Ich war nicht komplett ausgenüchtert was mir aber vorher schon oft passiert war. Ich trank einfach den falschen Alkohol, zugleich jedoch den Richtigen, um mich wirklich elend zu fühlen. Ich seufzte leise und befreite mich von der Decke, rutschte an die Bettkante und fuhr mir durch meine strubbeligen Haare, bevor ich nach der Tablette griff und diese mit dem Wasser herunterschluckte. Bis diese wirken würde, konnte noch eine Ewigkeit vergehen. Und bis vielleicht eine kleine Besserung eintrat, musste ich mich beschäftigen. Ich hatte keinen Hunger und genau so wenig war ich gewillt, nun meine Hütte zu verlassen und mich draußen blicken zu lassen. Wenn man es so sah, konnte ich abreisen. Denn nach gestern, was blieb mir da noch? Um nun nicht inmitten dieses Stresses in Gedanken zu versinken, erhob ich mich von dem Bett und marschierte müde ins Badezimmer, wo ich mich bloß kurz frisch machte und mir ausgiebig die Zähne putzte, auch wenn ich kaum vorankam, weil mein Blick sich ständig im Spiegel verirrte. Ich starrte mich selbst an und begann an mir zu zweifeln. Was hatte seine Freundin, was ich nicht hatte? Was war an ihr zu bevorzugen, dass ich nicht reichte? Selbst jetzt dachte ich darüber nach. Nachdem ich mir die Zähne geputzt hatte, kämmte ich mir meine Haare noch ein wenig zurecht und blickte dann kurz neben mich. Draußen war schönes Wetter, was hieß, dass ich mich gar nicht so lange hier aufhalten konnte. Nicht hier drinnen. Und auch nicht bei dieser Hitze. Aber wollte ich nach dem Erlebnis gestern wirklich noch nach draußen? Ich seufzte erneut und ging langsam den Holzsteg entlang und blickte eine Weile lang in das Wasser. Der leichte Wind umspielte meine Haare, während die Sonne bereits auf meiner Haut brannte. Was hatte ich gestern nur für einen dummen Fehler begangen. Ich hatte mich betrunken und war nach draußen an den Strand gegangen, wurde von Manuel gefunden und hatte mich einem Gespräch mit ihm ausgesetzt, in welchem ich viel zu viel von mir preisgegeben hatte. Welche Druckmittel hatte ich nun noch? Ich war in seinen Augen sicherlich nicht mehr das arrogante Arschloch aus Team Pietsmiet, war nur noch ein lächerlicher Kerl der nicht bekommen konnte, wonach er sich wirklich sehnte. Er wusste von meinem Verlangen und nun auch, dass ich keinesfalls eine Abneigung gegenüber Männern hatte. Hatte ich im erzählt, wie es um meine Gefühle stand? Für einen Moment blieb mir die Luft weg. Daran erinnerte mich überhaupt nicht. Es war kein Blackout, nichts Nennenswertes, aber ich wusste es einfach nicht mehr. Vielleicht hatte ich es auch niemals gesagt? Ich schluckte schwer und machte mich zurück auf den Weg ins Badezimmer, ging dann zu meinem Schlafzimmer und marschierte in den recht angemessen großen Umkleideraum, wo ich mir dann frische Boxershorts, eine Jeans sowie ein Shirt raus nahm und mich dann zurück ins Badezimmer begab. Nur weil ich zu müde war, brauchte ich mich nicht vernachlässigen, selbst wenn meine Motivation nicht die Größte war. Somit entledigte ich mich meinen Boxershorts und meines Shirts und stieg unter die Dusche, konnte mich erst gar nicht entscheiden ob ich lieber die Hitze des Wassers oder eine angenehme Kälte ertragen wollte. Ich entschied mich dann aber doch für die Hitze, kam aber dadurch auch nicht von meinen Gedanken ab. Hatte ich ihm gesagt, dass meine Gefühle für ihn so wie die seiner Freundin waren? Seine Freundin liebte ihn, mir ging es nicht anders. Wenn er es wusste, würde er mir bewusst aus dem Weg gehen. Aber hatte er nicht gesagt, wir könnten nachholen, gemeinsam etwas Trinken zu gehen? Ich belächelte diesen Gedanken nicht einmal, da es mir viel mehr weh tat, als dass ich mich freuen konnte. Er war glücklich vergeben, und ich zerbrach mir instinktiv den Kopf darüber, wie ich ihn am Besten an meine Seite bekommen konnte. Mit Dates, die nur unterschwellig welche waren. Mit Worten, die ich wohl gewählt erst von mir gab. Mit Taten, die ihn reizten und dazu zwangen, mehr von mir zu wollen. Dieser Mann war in meinen Augen einfach perfekt, ich wollte ihn so sehr, dass es unglaublich schmerzte, nur daran zu denken, welche Möglichkeiten seine Freundin hatte. Sie besaß seinen Körper und sein Herz, während ich nur davon träumen konnte.
Ich stellte das Wasser in der Dusche ab, nachdem ich mich von dem Schaum befreit und meine Haare ordentlich gewaschen hatte, griff nach einem der Handtücher und band mir dieses um die Hüfte, bevor ich mit dem anderen Handtuch meine Haare ein wenig trocknete und mich hinterher kurz auf den Weg ins Schlafzimmer machte, die Tür zu meinem kleinen Balkon öffnete und hinterher noch kurz von meinem Nachttisch die Packung Zigaretten mitgehen ließ, bevor ich mich hinaus auf den Steinboden begab und mich später auf einem der Stühle, die dort standen, niederließ. Ich nahm eine Zigarette aus der Packung und zog mir vom Tisch mein Feuerzeug, zündete mit diesem die Zigarette an und seufzte leise. Ich wusste dass ich nur rauchte, wenn es mir schlecht ging. Wie viel würde ich die nächsten Tage rauchen? Würde ich in den nächsten Tagen noch einmal so viel Absinth trinken, dass ich am Morgen nicht mehr genau wusste, was ich am Abend zuvor gesagt hatte? Ich nahm einen Zug an der Zigarette und stieß den Rauch mit einem Seufzen aus. Wie sollte ich mich nun bloß verhalten? Vielleicht würde ich mich noch einmal mit ihm unterhalten, und ihm beibringen, dass ich das alles nicht so gemeint hatte. Vielleicht würde ich ihm auch besser aus dem Weg gehen. Gestehen, dass ich ihn mehr mochte als ich durfte, konnte ich schließlich nicht. Ich würde schweigen und seiner Beziehung noch eine Chance geben, hoffen, dass Amy ihm alle seine Wünsche erfüllte und mir wünschen, dass sie wenigstens gut im Bett war, wenn ich schon nicht die Möglichkeit hatte, Manuel zu verführen und mit ihm zu schlafen. Alles was ich nicht tun konnte, tat Amy. Vielleicht war das ein fairer Ausgleich, vielleicht nur eine dumme Behauptung.
Nachdem ich drei Zigaretten geraucht hatte, ließ ich die Packung achtlos liegen und marschierte wieder ins Badezimmer, wo ich mich nochmal komplett abtrocknete und mich anzog, bevor ich mir meine Haare föhnte und diese hinterher noch ein wenig richtete, diesmal aber weniger Gel als sonst dabei benutzte. Sah vielleicht sogar besser aus als vorher, war mir aber auch egal, da ich niemanden beeindrucken wollte. Was nun mein Plan war? Ich hatte gar keinen. Vielleicht würde ich Manuel antreffen, vielleicht würde ich mich bei ihm entschuldigen, vielleicht würde ich ihm gestehen, wie ich fühlte. Vielleicht würde ich aber auch einfach nur schweigen und ihm zeigen, wie schwach ich in Wirklichkeit war. Und ganz vielleicht würde ich noch einen zweiten Versuch starten, ihn flachzulegen. Auch wenn mein Ego dazu gar nicht mehr auszureichen schien. Wie bekam ich ihn sonst umgestimmt? Jeder Mann mochte guten Sex. Ich ging davon aus dass Amy und er gestern miteinander geschlafen hatten, dieser Gedanke mich irgendwie doch ein wenig entmutigte. Aber letztlich war ich auch nicht ganz unschuldig. Denn die Blondine, die ich gestern so dumm angemacht hatte, war nicht die Einzige gewesen, die ich Abends mal mitgenommen hatte. Ob dieser Gedanke mich nun weiterbrachte? Er zeigte mir höchstens, dass es Zeit war, wieder eine Beziehung einzugehen, um ständig mit der gleichen Person Sex zu haben. Was vielleicht auch ganz klug so war. Ich gähnte leicht und fuhr mir noch einmal durch meine Haare, bevor ich mich dann durch sämtliche Räume begab und im Wohnzimmer meine Schlüsselkarte auf dem Tisch vorfand, mit welcher ich mich dann aus der Hütte begab um einen kleinen Morgenspaziergang zu tätigen. Wenigstens um meine Gedanken klar zu bekommen. Wenn ich nicht über Manuel, seine Freundin, Sex und meine Verzweiflung nachdachte, dann vielleicht über meine Arbeit. Ich ging nicht davon aus, dass ich darauf kommen würde, aber vielleicht reichte meine Hoffnung aus.
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Clarity
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 12:43 am

Valentin:

Nachdem ich die Nacht ziemlich unruhig geschlafen hatte, irgendwann auch kurz wach geworden war und bemerkt hatte, was genau der Grund gewesen war, wurde ich dann am Morgen, für meine Verhältnisse, ziemlich früh geweckt. Zumindest, wenn man bedachte wie müde ich gewesen war. Ich öffnete ein wenig verschlafen die Augen und erblickte Erik, welcher mehr oder weniger neben mir auf der Seite hing, wo nun auch mein Handy lag. Daniele hatte mir eine Nachricht geschrieben? Wieso war ihm das so wichtig gewesen? Ich merkte wie mein Herz schneller zu rasen begann, als ich realisierte, wovon Daniele wusste. Jedoch nahm ich recht langsam und gelassen mein Handy, als wäre nichts dramatisches, in der Hoffnung die Nachricht verhieß nicht, was ich beinahe befürchtete.
„Ich habe gehört ihr seid zu dritt kurzfristig in den Urlaub geflogen? Ist alles klar bei dir? Hast du denn mittlerweile mal mit Erik geredet? Er muss wissen, wie du über alles denkst. Ihr seid doch jetzt zusammen im Urlaub, unter euch, vielleicht ist nun der richtige Zeitpunkt ihm zu sagen, wie du für ihn empfindest. Ansonsten wirst du das nie los werden und nur weiterhin darunter leiden und das bringt es auch nicht, Valle. Ich würde das für dich ja übernehmen, doch musst du es ihm selbst sagen. So kann es auf jeden Fall nicht weiter gehen und das weißt du.
Trotzdem, viel Spaß euch im Urlaub und halt mich auf dem Laufenden, vielleicht komm ich ja auch mal vorbei, ganz spontan, wenn es mir mein Terminplan erlaubt, du weißt ja, ich bin ein viel beschäftigter Mann. Mehr oder weniger.
Meld dich mal wieder, denn der alte Rizzo muss ja wissen, wie es seinen Superhomies geht und momentan vor allem, wie es dir geht.“
Ich überflog diese Nachricht beinahe nur, weil ich mir beinahe denken konnte, was diese Anspielung von Erik hieß. Er hatte diese Nachricht gelesen und wusste nun zumindest, dass ich Gefühle für ihn hatte. Jedoch war ich nicht gewillt ihm darüber eine nähere Auskunft zu geben, weil er gar nicht begeistert aussah. Wieso noch weiter reinreden? Wieso nicht weiterspielen, wie bisher, selbst wenn ich schon längst Game Over war? “Er wünscht uns einen schönen Urlaub.”, murmelte ich kalt und sperrte mein Handy, ließ es dann wieder achtlos auf dem Bett liegen und kletterte unter der Bettdecke hervor, bevor ich zum Schrank lief, aus welchem ich mir eine Jeans, ein T-Shirt und frische Boxershorts zog. Ich wollte nun nur noch ins Bad, um Erik aus dem Weg zu gehen. Die letzte Zeit hatte ich versucht ihm was vorzumachen, aber wenn er nun wusste was los war, war es nicht besser, wenn ich ihm dann aus dem Weg ging, bevor ich mich einem Gespräch stellen müsste, welches ich nicht gewillt war, zu führen. Ich hatte Angst, dass er nicht damit klar kam, dass er so keine Freundschaft mehr weiter führen wollte und mich nun links liegen ließ, weil er nicht damit klar kam, dass sein bester Freund in ihn verliebt war. Ich wollte nichts davon hören.

Amy:

Die Nacht hatte ich nur mit Biegen und Brechen überstanden, da ich irgendwann aufgewacht war und gesehen hatte, dass Manuel nicht an meiner Seite lag. Ich konnte mir ziemlich gut zusammenreimen wo er sich wohl befunden hatte, bis er irgendwann nach mehreren Stunden, die ich rumgeschlagen hatte, wiederkam. Natürlich hatte ich nichts gesagt und geschwiegen, weil ich nicht noch als seine eifersüchtige Freundin abgestempelt werden wollte. Er würde nicht verstehen, wenn ich ihm sagte, dass ich ihn so sehr liebte, dass ich es kaum ertrug, wenn ihn andere Frauen ansahen oder seine Fan Girls ihn umarmten und nun entstand noch eine Rivalität zwischen mir und dem Mann, den Manuel gestern noch gehasst hatte, weil er ihn für arrogant und selbstverliebt hielt. Dagegen musste ich natürlich etwas unternehmen, weil ich nicht wollte, dass Manuel sich nun in unserem Urlaub, der schon durch Valentin und Erik gestört wurde, noch mit Denis beschäftigte und letztlich gar keine Zeit mehr mit mir hatte. Ich schätzte Denis als schlau genug ein, zu Mitteln zu greifen, die er nutzen konnte, um Zeit mit Manuel zu gewinnen. So wie er ihm gestern nachgesehen hatte, als ich mich nocheinmal umgedreht hatte, war es kein Wunder gewesen, dass Manuel sich nun schon manipulieren ließ und die Nacht bei ihm gewesen war. Doch ging ich nicht davon aus, dass bisher irgendwas zwischen den beiden gelaufen war. Denn zumindest Manuel war keinesfalls bisexuell, was ich zumindest glaubte. Am Morgen war ich, direkt nachdem die ersten Sonnenstrahlen in unsere Hütte fiehlen, aufgestanden, hatte mich aus Manuels Armen gewunden und war hinüber ins Bad getappt, mit frischer Unterwäsche und einem Kleid, welches Manuel so sehr an mir mochte. Ich stieg letztlich unter die Dusche, brauchte auch gar nicht bis ich mich gewaschen hatte und trocknete mich ab, föhnte meine Haare und flechtete diese bevor ich sie zu einem Zopf machte. Dann schminkte ich mich noch leicht, bevor ich mir die Unterwäsche anzog und das Kleid darüber. Nachdem ich mich einmal abschätzend im Spiegel gemustert hatte, verließ ich das Bad auch. Ich würde nicht zulassen, dass es ein Mann schaffte, mir meinen Freund wegzunehmen. Es war schon schlimm genug, dass es seine besten Freunde taten, zu welchen ich stets freundlich sein durfte. Leise lief ich durch die Hütte, versicherte mich noch einmal, dass Manuel schlief und nahm mir dann mein Handy und eine Schlüsselkarte, bevor ich dann auch nach draußen ging.
Es brauchte gar nicht lange, bis ich den Steg entlang gelaufen war und Denis von meinem Standpunkt aus schon sah. Die ganzen gaffenden Kerle ließ ich hinter mir, steuerte geradewegs auf Denis zu und ließ diesem gar nicht die Zeit, irgendetwas zu sagen. “Ich weiß ganz genau, dass Manuel gestern Abend bei dir war. Warum ist mir sichtlich egal, weil ich nicht glaube, dass er auf irgendwelche deiner Spielchen reinfällt. Ich will nur, dass du dich von ihm fernhälst. Ohne dich ist er besser dran. Schau dich doch mal an, genauso wie du dir nur einmal sein Niveau und dann deines angucken musst. Du spielst nicht in seiner Liga, versteh' das. Abgesehen davon steht er nicht auf Kerle, was ich glücklicherweise bezeugen kann.” Ich lächelte liebreizend, so nett wie es nur ging, während meine Worte alles andere wie nett waren. “Ich kann mir gut vorstellen, dass du auf Kerle stehst. Vor allem, auf solche wundervollen Männer wie Manuel. Aber glaube nicht, dass du je eine Chance bei ihm hast. Er ist treu und nun mal glücklich vergeben. Er liebt mich über alles und ich werde ihn auch nicht hergeben. Streich ihn dir aus deinem durchaus hübschen Köpfchen und vergnüg dich mit irgendwelchen deiner Weiber. Manuel gehört mir.” Ich hatte gar keine Lust mich großartig mit ihm zu unterhalten, ich wollte nur, dass er verstand, dass er keine Chance bei Manuel bekommen würde, weil dieser nur mir gehörte und ich nicht darauf aus war, ihn herzugeben. “Halt dich einfach von ihm fern, klar? Deine Versuche bleiben sowieso erfolgslos. Wenn du es versuchen willst, wirst du nicht nur Probleme mit mir bekommen, sondern auch noch niedergeschlagen rumrennen, weil er dich nicht will.” Ich strich mir meine Haare nach hinten und blieb noch demonstrativ vor Denis stehen, wartete nicht nur seine Reaktion ab, sondern das, was er mir zu sagen hatte. Würde er widersprechen, würde ich ihm sein Leben zur Hölle machen.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 1:51 am

Erik:

Für mich war es kein einfaches Spiel mehr, was Valentin hier veranstaltete und mit sich selbst ausmachte. Es war nur noch nervig dass er mir dauernd aus dem Weg ging, selbst wenn er vermutete, dass ich den Grund kannte. Wie lange wollte er nun vor mir weglaufen? Den ganzen Monat? Wollte er die Abreise buchen und mich zurücklassen? Ich konnte gar nicht fassen, dass er sich wieder so stur verhielt. Nachdem er sich auf den Weg ins Badezimmer gemacht hatte, aber noch längst nicht dort angekommen war, erhob ich mich von dem Bett und folgte ihm so schnell ich konnte. Er konnte mir nicht ständig ausweichen, und das wollte ich ihm beibringen. Welchen Sinn hatte es, nun noch weiter zu schweigen? Zwar stand fest, dass ich niemanden etwas vormachen konnte und momentan meine Gefühle noch nicht einschätzen konnte, aber nun weiter sehen zu müssen wie schlecht es ihm ging, war mir auch nicht lieb. Ich griff nach seinem Handgelenk um ihn zu stoppen, nahm ihm dann die Klamotten aus der zitternden Hand und platzierte diese auf dem Schrank der neben uns stand. Dann ließ ich meine Hand von seinem Handgelenk an seine Schulter wandern, an welcher ich in vorsichtig gegen die Wand neben mir drückte. Eine Hand stemmte ich neben seinem Kopf ab, während die andere noch immer auf seiner Schulter lag. „Hör auf vor mir wegzurennen‟, meinte ich leise, wollte ihn auch keinesfalls verunsichern. Aber ich spürte wie sein ganzer Körper in meiner Nähe bebte, weswegen ich nach seiner rechten Hand griff und meine mit dieser verschränkte. Er scheute meine Nähe nicht, und mittlerweile hatte ich das verstanden. Er hatte einfach nur Angst davor, sie nicht zu ertragen. Das war der Grund dafür, weswegen ich es nun nicht anders probierte. Weswegen ich es tat wie sonst nie, und gar nicht an meinen Verstand appellierte. Ich wollte es nicht ausarten lassen und ihm nur zeigen, dass es keinen Sinn machte, mir das weiter vorzuenthalten. Ich ließ meine Hand noch immer mit seiner verschränkt, zog auch meine Hand nicht von der Wand, und machte auch nicht die Anstalten, mich von ihm zu entfernen. Mein Blick war mittlerweile in seine Augen gefallen, was ihm irgendwann aber zu viel wurde, sodass er den Blick abwendete. Das trieb mich dann doch dazu, dass ich meine Hand von der Wand zog, und diese an sein Kinn legte, an welchem ich seinen Kopf wieder leicht in meine Richtung zog. „Schau mich an‟, flüsterte ich, „wenn ich mit dir rede.‟ Ich wusste dass es ihm schwer fiel, aber was sollte ich tun? Alles ignorieren und weitermachen wie bisher? Das wollte ich unter keinen Umständen. „Warum hast du mir nichts gesagt? Warum folterst du dich selbst und schweigst? Was glaubst du hätte ich getan, wenn du mit mir darüber geredet hättest? Glaubst du, ich hätte unsere Freundschaft beendet und meine Sachen gepackt?‟, fragte ich ihn vorsichtig.

Denis:

Nicht wie ich es zuvor erwartet und mir meinen Tag erhofft hatte, nahm er seinen Lauf, als plötzlich Amy vor mir auftauchte und sich innerhalb weniger Minuten unbeliebt mir gegenüber machte. Es war nicht so dass es mich interessierte wie sie sich gegenüber mir verhielt und ob sie mich leiden konnte oder nicht, aber was sie mir an den Kopf warf, und vor allem wie sie es formulierte, wie biestig sie war und wie eifersüchtig sie dich zeigte, war einfach nur zu bedauern. Sie tat mir sogar fast ein wenig leid, weil sie glaubte, dass ich darauf anspringen würde. Ich war noch viel zu fertig und wollte auch eigentlich gar nicht mit ihr reden, weil ich teils auch wusste, dass das bei ihr gar nichts brachte. Manuel hielt mich für dumm, und das war mir schon bewusst. Aber ich war definitiv schlauer, zumindest gab ich mich besser wie sie. Auch wenn es mir nicht sehr leicht viel, seelenruhig vor ihr stehen zu bleiben, ihr nicht aus dem Weg zu gehen oder ihr irgendetwas anzutun. Auch wenn mein Verlangen danach immer mehr zunahm. Was erlaubte sie sich denn, mich so dumm anzumachen, wenn sie nicht wusste, was vorgefallen war? Ich konnte ihr nun nicht vorhalten, dass Manuel sich gestern liebreizend um mich gekümmert hatte, und ich hinterher in seinen Armen eingeschlafen war. Ich wollte die Beziehung der beiden nicht gefährden, und wenn Amy unbedingt meinte sie musste mich so blöd anmachen, hoffte ich zumindest, dass es sie zufriedenstellte. Ich fuhr mir durch meine Haare und musterte Amy einen ganzen Moment lang. Nach ihren Worten wollte ich eigentlich gar nichts mehr zurückgeben, aber es gab da einen bestimmten Satz, der mich unglaublich störte. „Manuel gehört mir‟, hatte sie gesagt, meinte es sogar ernster als sie es mir beigebracht hatte. Ich wusste bereits dass er ihr Eigentum war. Aber dass Frauen wirklich so hysterisch sein konnten, wenn sie doch keinerlei Beweise für irgendwas hatten? Ich belächelte ihre Worte leicht, verhöhnte sie damit nur innerlich ein wenig. „Deine Liebe zu Manuel ist so groß, dass du einen seiner Arbeitskollegen dazu bezichtigst, ihm zu nahe zu kommen?‟, fragte ich sie noch immer ziemlich gelassen, da ich mich nicht so aufspielen wollte, wie sie es tat. Sie war es, die sich hier lächerlich machte. Ich wollte keinen Streit mir ihr anfangen und gar nicht erst wollte ich, dass Manuel hinterher sauer auf mich war, weil ich meine Meinung vertreten hatte. „Du tust dir keinen Gefallen damit, wenn du nun bei mir nach dem Schuldigen suchst. Wenn deine Beziehung so glatt läuft, hast du doch nichts zu befürchten, oder?‟ Es war einfach dumm von ihr, sich vor mir so aufzuspielen. Ich war mit Manuel nicht weiter gegangen, sie hingegen war mit ihm zusammen und konnte tun und lassen was sie wollte. Er liebte sie, und mich konnte er nicht leiden. Hatte sie wirklich Angst davor, dass ich ihr diesen Mann wegnahm? Für mich nicht nachvollziehbar, zupfte ich an meinem Shirt rum und hob meinen Blick nach einer Zeit wieder zu Amy an. „Wenn ein Mann wie er drauf steht mit einer Zicke wie dir was laufen zu haben, ist das nicht meine Sorge. Ihr gebt ein tolles Paar ab. Die naive, dumme Blondine und ihr heißer Freund. Amy, ich habe keinerlei böse Absichten. Du bist einfach nur eifersüchtig‟, stellte ich klar und lächelte, „weil du nicht erträgst, dass er einen schönen Mann in seiner Nähe hat. Aber mach dir nichts draus‟, meinte ich noch und tätschelte ihr leicht den Kopf, um zu verdeutlichen, für wie dumm ich sie hielt. Und nun wo ich schon so nahe an ihr stand, ergriff ich auf die Möglichkeit um ihr meine Meinung nahezubringen. Ich legte eine Hand an ihr Kinn und drückte dieses leicht hoch, damit sie mir in die Augen schauen konnte. „Anstatt mich so dumm anzumachen, mir Dinge anzuhängen die nicht stimmen, und falsche Vermutungen aufzustellen, solltest du dich lieber mal um deinen Freund kümmern, bevor er dir noch davonläuft. Mach mir nicht das Leben zur Hölle, wenn du weißt, dass du damit deines genau so ruinierst‟, hauchte ich bloß lächelnd und ließ von ihr ab, bevor ich sie noch einmal musterte, und mich dann auf den Weg zu dem kleinen Restaurant machte, welches sich hier in der Nähe des Strandes und der ganzen Hütten befand. Frühstücken empfand ich mittlerweile nicht mehr als ganz so übel. Und nun nach der Nummer mit Amy, tat das sicher mal ganz gut. Hoffte ich zumindest.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 2:36 am

Valentin:

Natürlich hatte ich gehofft, er ließ mich auch weiterhin sturspielen und somit ohne zu protestieren ins Badezimmer, doch lag ich damit natürlich vollkommen falsch, da Erik ja nicht er selbst wäre, wenn er mich belehren würde und meine kindliche, manchmal total übertrieben naive Art, in Zaum halten würde. Er hatte mein Handgelenk umfasst, mir meine Klamotten abgenommen und mich an die Wand gedrückt, mich ihm also in kurzer Zeit immens näher gebracht, was sich an meinem Körper bemerktbar machte. Ich begann zu zittern, ertrug diese Nähe kaum noch, was mir meine Situation einfach nochmal deutlich machte, ehe er meine Hand nahm, seine mit dieser verschränkte und er mich belehrt hatte, dass ich nicht vor ihm weglaufen sollte. Nachdem er mir dann die letzte Möglichkeit nahm, ihm zu entkommen, indem ich mit meinem Blick einen anderen Punkt fixierte, weil ich seinem Blick nicht standhielt, genommen hatte, blickte ich gezwungenermaßen wieder hinauf in seine Augen, ließ mich belehren, mit Sachen, die ich eigentlich wusste, nur nicht beachten wollte, weil sie so unglaublich schwer zu beachten waren.
Während ich mich in irgendeine einfachere Situation zu wünschen versuchte, hörte ich ihm aufmerksam zu, was mein Handeln anging, welches in seinen Augen scheinbar vollkommen falsch war. Doch wieso hätte ich alles durcheinander bringen sollen? Vielleicht hätte ich es ja geschafft, meine Gefühle loszuwerden und ihn wieder nur als besten Freund anzusehen und nicht als unglücklichen Schwarm. Ich belächelte seine Worte, selbst wenn mir nicht danach war. “Dann sag mir doch mal, wie du reagiert hättest, wenn ich vor dir gestanden hätte, um dir zu sagen, dass ich nicht einfach nur dein bester Freund sein will, weil es mir nicht mehr ausreicht.”, murmelte ich leise. “Und sag mir nun nicht, du hättest mich mit offenen Armen empfangen und mir gesagt, wie sehr du dir solche Worte aus meinem Mund gewünscht hast.” Ich wusste das es unfair war, soetwas zu sagen, doch was wollte er von mir hören? Ich wusste zwar, dass er sich mit mir, dem akuten Problem, dann tatsächlich auseinander gesetzt hätte, versucht hätte mich so sanft wie möglich anzufassen und mr das alles einfacherer zu machen. Doch glaubte er, dass es irgendwas besserte, wenn er so lieb mit mir umging? Wenn er mir weiterhin zeigte, wie liebenswert er war und wie gerne ich für immer an seiner Seite stehen würde? “Ich wollte uns Probleme ersparen, denen man sich nun stellen muss. Ich wollte alleine damit klar kommen und diese verdammten Gefühle loswerden, weil sie nur im Weg stehen, einfach, weil du sowieso nicht an mir interessiert bist.”, brummte ich leise vor mich her und blickte in seine Augen. “Du weißt ganz genau, wie sehr du dich nach einer Frau an deiner Seite sehnst, die sich um dich kümmern kann, so wie du dich immer um andere gekümmert hast. Wie du dir wünscht mit ihr all die tollen Dinge zu erleben, die du vorher mit mir erlebt hast. Beispielsweise einen Strandspaziergang, während die Sonne untergeht, nicht?” Ich lächelte schmerzlich und löste mich letztlich von ihm, ließ seine Hand los und gewann einiges an Entfernung, indem ich ein paar Schritte von ihm wegtrat, weil ich diese Nähe zu ihm nicht ertrug. “Es ist nichts besser, nur weil du nun von meinen Gefühlen weißt. Du wirst nur noch vorsichtiger mit mir umgehen wie vorher und gar nicht merken, wie fertig mich das alles macht. Nicht weil du es nicht merken willst. Sondern weil du zu überfürsorglich bist. Weil du mich behandelt hast, als wäre ich dir so unglaublich wichtig, beinahe wie eine feste Freundin. Nicht, dass das jetzt ein Vorwurf sein sollte. Keinesfalls. Ich bin dir sogar dankbar für all das. Aber es ist ja auch nicht das, was du dir bis in alle Ewigkeiten wünschst. Einen nervigen Kerl an deiner Seite, welcher mit seinen Gefühlen nicht zu Recht kommt und deswegen wie ein Häufchen Elend herum läuft.”

Manuel:

Kurz nachdem ich die Türe der Hütte zufallen gehört hatte, war ich wach geworden, wissend, dass irgendetwas nicht richtig war. Ich erblickte Amy nicht neben mir und wusste auch nicht, wohin sie so früh am Morgen hingehen wollte, immerhin war sie diejenige gewesen, die so sehr auf gemeinsame Zeit mit mir beharrt hatte. Ich war also aus dem Bett gekrochen, mehr schlafend wie wach und hatte mich zuerst ins Bad begeben, wo ich kurz unter die Dusche sprang, bevor ich mich anzog und mich auf den Weg aus der Hütte machte. Auf dem Weg nach draußen fuhr ich mir demonstraitv durchs Haar, wissend, dass meine Haare wohl trotzdem nicht so lagen, wie sie es sollten. Mit der Schlüsselkarte in der Hand, nicht glaubend, dass das alles lange dauern würde, begab ich mich also auf dem Weg meiner Freundin hinterher, wollte ihr auch nicht nachspionieren, sondern einfach nur sicher stellen, was sie machte, wenn sie mir doch vorher gesagt hatte, dass sie den Tag mit mir verbringen wollte. Was konnte dann wichtig genug sein, mich dort morgens alleine zu lassen? Als ich von weitem schon sah, dass sie dort mit Denis stand, hob ich eine Augenbraue und beschleunigte meinen Schritt nur noch etwas, um mich dann abseits der beiden zu positionieren, jedoch nah genug an ihnen, um zu verstehen, was dort Thema des Gespräches war und was gesagt wurde. Ich schnappte nur ein bisschen was von dem auf, was Amy Denis sagte, weil ich Recht spät hinzu gekommen war, doch reichte es aus, um innerlich auszuflippen. Sie hatte zwar keine Ahnung in welcher Situation sich Denis befand, dennoch fand ich es nachlässig von ihr, sich ihm so gegenüber zu verhalten, wenn er ihr nichts getan hatte. Sie hatte keine Gründe eifersüchtig zu sein, da ich Denis gestern abgewiesen hatte, selbst wenn ich mittlerweile gar nicht wusste, ob es vielleicht nicht doch reizvoller gewesen wäre, mich auf Denis einzulassen, wenn ich mir ansah, wie biestig Amy doch war. Verstehen konnte ich schon, weshalb man lieber etwas mit einem Mann anfing, als mit einer Frau. Nachdem ich Denis die Chance gegeben hatte, sich gegen die Worte von Amy zu wehren und mitansah, wie er in ein Restaurant einbog, ging ich dann hinüber zu Amy, die noch sichtlich geschockt von dem Rückschlag auf Denis' Seiten war. Es war einfach dumm sich mit ihm angelegt zu haben und dann noch mit solch leichtsinnigen Argumenten. “Was bitte sollte das?”, fragte ich sie und hob eine Augenbraue, zwang mich dennoch ruhig zu bleiben, obwohl sie gerade einen Mann angefeindet hatte, bloß weil ich mit ihm zu tun gehabt hatte. “Er hat dir doch nichts getan oder? Machst du dir ernsthaft Gedanken darüber, dass er für dich Konkurrenz sein würde?” Wenn ich so darüber nachdachte, nach dieser Aktion und der überlegenen und gelassenen Wortwahl von Denis, sah ich durchaus Potenzial in dieser Aussage. “Nur weil ich gestern nochmal weg war und ihm geholfen hab, zurück zur Hütte zu finden, weil er betrunken war, heißt es nicht gleich, dass du ihn anfeinden musst, weil er mich dir wegnimmt. Er ist mein Freund, nicht mehr und nicht weniger. Wenn du damit nicht klar kommst, kann ich dir an dieser Stelle nicht helfen.”, erklärte ich. Ich war sichtlich erbost darüber, wie sie sich ihm gegenüber gegeben hatte. Es war immerhin nicht das Erste mal, dass sie ihre Eifersucht so an den Rand des Unmöglichen trieb. “Ich gehe mal davon aus, dass du nicht in der Lage bist, dich angemessen für dein Verhalten zu entschuldigen. Somit werde ich das erledigen, während du am besten zurück gehst oder einen Spaziergang machst, um runterzukommen.”, meinte ich dann und ließ sie dort stehen, indem ich Denis nachging. Es war mir auch ehrlich gesagt egal, was sie nun tat, weil ich mich gerade lieber mit Denis beschäftigen wollte, welchen diese Worte sichtlich aufgeregt hatten, er mir ja gestern noch gestanden hatte, dass er sich nach meinem Körper sehnte. Dass ich mich nicht weiter mit Amy beschäftigte, mochte vielleicht falsch sein, doch war es sinnlos ihr zu erzählen, dass ihre Eifersucht nichts brachte. Sie verstand es nicht. Denn dieses Thema hatten wir oft genug durchgenommen, in der Hoffnung, sie verstand es endlich.
In dem Restaurant angekommen, blickte ich mich einmal um, während ich erneut versuchte, meine Haare ansatzweise an Ort und Stelle zu bekommen, bevor ich mich auf den Tisch zu bewegte, an welchem Denis saß. “Darf ich?”, fragte ich kurz und setzte mich nach einer Reaktion seinerseits dann an den Tisch. “Mir tut es leid, wie Amy sich da verhalten hat. Sie hat ein Problem damit, wenn ich nur die Luft eines anderen Menschens einatme, glaube ich. Mach dir keinen Kopf. Sie lässt dich nun in Ruhe, versprochen.”, murmelte ich und lehnte mich ein wenig zurück. Es war seltsam ihm hinterhergegangen zu sein, um ihn nun bei seinem Frühstück zu belästigen, nur weil ich mich für meine Freundin entschuldigen wollte. Somit versuchte ich dann doch lieber, ein normales Gespräch anzufangen. “Aber mal was anderes. Wie geht es dir?”
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 3:37 am

Erik:

Das alles ging mir viel zu schnell, ich konnte weiterhin nicht verstehen wie er das mit sich selbst so ausmachen konnte. Er entschied das alles für sich selbst und fragte gar nicht wie es mit mir aussah. Mir hätte aber klar sein können, dass das kein Kinderspiel werden würde. Denn wenn man verliebt war, verhielt man sich anders, und handelte auch nicht wie sonst. Nur wie bekam ich ihn dazu, mich an in heranzulassen? Momentan scheinbar gar nicht. Auf seine Worte konnte ich auch nichts mehr erwidern, da er alles, was ich zuvor hatte tun wollen, entkräftet hatte. Denn er hatte Recht mit dem, was er sagte. Das wollte ich nun nicht wortwörtlich zugeben, aber stimmen tat es. Nur wie schlau wäre es, für ein oder zwei Tage Abstand zu nehmen? Zumindest so, dass jeder von uns mal den Kopf frei bekommen konnte? Ich seufzte leise und blickte zu Valentin, bevor ich nur schwach nickte. „Weißt du‟, murmelte ich, „wir lassen das besser. Ich glaube solange du der Meinung bist, dass sich nichts ändern würde, und ich mir gar nicht so sicher bin, wie ich dich behandeln soll, weil ich scheinbar zu blöd bin um mich um meinen besten Freund und dessen Gefühle zu kümmern, sollten wir uns nicht gemeinsam in einem Raum aufhalten.‟ Mit diesen Worten marschierte ich an ihm vorbei um mir aus dem Schlafzimmer meine Strickjacke, mein Handy und eine Packung Zigaretten zu holen, bevor ich noch einmal zu ihm marschierte und ihn einen Moment lang musterte. Ich hatte keine Lust nun zuzusehen wie er sich weiter so fertig machte, er hatte keine Ahnung was momentan in mir vorging. Ich hatte erfahren dass er etwas für mich empfand, das ich momentan noch nicht wirklich spürte, einfach, weil es viel zu neu war. Aber dass er alles schon schlecht redete, bevor es überhaupt begann, machte mich wirklich stutzig. Denn wieso war er so pessimistisch, wenn niemand gesagt hatte, dass es für uns beide keine Zukunft gibt? Zumindest keine gemeinsame Zukunft, in welcher wir Hand in Hand miteinander am Strand dem Sonnenuntergang entgegen liefen. Ich sah Valentin rauf in die Augen und schluckte schwer. Glaubte er, mir fiel das leicht? Ich fühlte mich vielleicht nicht ganz so schlecht wie er, aber unbedingt besser ging es mir letztlich auch nicht. „Wenn was ist, melde dich. Auch wenn du reden willst, kannst du mir schreiben und ich komme sofort vorbei. Ich glaube einfach nur, dass es besser ist, wenn jeder Zeit bekommt um darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll. Du solltest aufhören so pessimistisch zu denken. Wir haben nie über meine Gefühle dir gegenüber gesprochen‟, erklärte ich vorsichtig, „oder?‟ Ich strich ihm vorsichtig eine Strähne hinter sein Ohr, lächelte noch einmal stärkend und verließ dann, ohne Schlüsselkarte oder ähnliches, die Hütte. Ich ging davon aus dass ich sicher bei Manuel unterkam, vielleicht mit der Ausrede, dass ich ihm beim Schneiden der Videos helfen würde. Hauptsache nur, Valentin hatte genug Zeit zum Nachdenken. Etwas anderes half ihm sicherlich nicht.

Denis:

Primitiv versuchte ich unbemerkt zu beobachten, wie Manuel sich auf dem Stuhl neben mir niederließ, während ich gerade noch dabei war, genüsslich meinen Kaffee zu schlürfen, um ein wenig wacher zu werden. Das funktionierte aber nach der Ansage von Amy eben um einiges einfacher, denn mich belustigte einfach ungemein, wie sie glaubte, sie sei mir überlegen in allem was sie sagte und tat. Ich zerbrach mir auch gar nicht groß den Kopf darüber was sie gerade gesagt hatte, sondern eher darüber, wie Manuel mit einer Frau wie ihr eine Beziehung führen konnte. Meine letzte Freundin hatte sich so verhalten wie ich, in vielerlei Hinsichten. Sie verstand nicht nur wonach es mich meistens gelüstete, ohne dass ich etwas sagte, sie kannte nach einiger Zeit sogar besser als ich, was mir gefiel. Dass ich alles darauf zurückführte lag vielleicht auch mehr daran, dass ich mich nie sonderlich mit Liebe befasst hatte. Und nun wo ich merkte, wie sehr diese überhaupt weh tat, wollte ich es auch nicht. Das war der Grund für die Ausrutscher in meinen verwirrten Gedanken. Ich hörte Manuel angespannt zu und nickte nur, nachdem er sich für seine hysterische Freundin bei mir entschuldigt hatte. Ich hätte wissen müssen, dass sie dazu weder den Mut, noch den Anstand hatte. Weshalb sollte man auch etwas zurechtrücken, wenn man keinerlei Reue der Person gegenüber empfand? Um ihn nun nicht im Regen stehen zu lassen und seine Worte komplett zu ignorieren, ließ ich mich darauf ein. Ich wollte mich eigentlich gar nicht mit ihm unterhalten. Denn schon seine Stimme ließ in mir eine gewisse Panik ausbrechen. Ich hatte mich bei seiner Freundin komplett ruhig verhalten und war nicht ausgerastet, weil ich vorbildlich sein wollte. Aber in seiner Nähe wollte ich gar nichts mehr von alledem. Seine Stimme machte mich verrückt und reizte nur mein Verlangen nach seinem Körper. Ich atmete tief durch und stocherte mit der Gabel ein wenig abwesend in dem Salat rum, den ich vor mir stehen hatte. „Um deine Freundin kann ich mir keinen Kopf machen, wenn der voll davon ist, wie ich dich das nächste Mal verführe‟, brummte ich etwas leiser und ging auf den Kommentar auch gar nicht weiter ein, antwortete lieber auf seine Frage. „Ich bin wieder nüchtern. Viel hat sich von meiner Meinung und meiner Laune nicht verändert. Ich bin ein wenig angepisst weil ich deiner Freundin nicht gezeigt habe mit wem sie es zu tun hat‟, murrte ich, „aber ehrlich gesagt bin ich froh darüber, dass ich nur vorbildlich sein wollte, damit ich deinem Schema entspreche, und die Möglichkeit habe, mich wenigstens mit dir anzufreunden. Du kennst es doch‟, meinte ich während ich nach meiner Schachtel mit den Zigaretten griff, und mir eine aus dieser zog, welche ich dann anzündete und einen langen Zug nahm. Ich stieß den Rauch aus und beobachtete aus dem Augenwinkel wie Manuel mich weiterhin ansah. Ich erwiderte seinen Blick interessiert und hielt auch länger stand, als ich es normalerweise könnte. „Freunde mit gewissen Vorzügen‟, klärte ich ihn leicht provokant auf und zog noch einmal an der Zigarette, bevor ich sie in dem Aschenbecher vor mir ausdrückte, da ich, meiner Meinung nach, für heute genug geraucht hatte, und das vor Manuel nun weniger nötig war. Hinterher nahm ich noch einen Schluck von meinem Kaffee und fuhr mir durch meine Haare, widmete mich dann wieder ganz Manuel. „Wir können auch einfach nur Freunde bleiben. Du weißt dass ich ein arrogantes Arschloch bin und meine Bestätigung brauche‟, spaßte ich dann lächelnd und versuchte mich wieder angemessen zu verhalten. Ich wollte ihm nichts vormachen, was ich eigentlich auch nicht tat. Ich konnte nur gezielt gut provozieren, wie sich auch bemerkbar machte, als ich hörte, wie von etwas weiter weg laute Musik ertönte. Ein weiteres Lächeln umspielte meine Lippen, als die Musik lauter wurde. Ich legte eine Hand in Manuels Nacken und zog seinen Kopf somit leicht zu mir, beugte mich zusätzlich aber noch etwas vor, und stoppte an seinem Ohr. „She can fuck you good‟, flüsterte ich höhnend, „but I can fuck you better.‟ Mein Flüstern war in einem verführerischen Raunen abgebrochen, stets noch beherrscht und nicht zu übertrieben, bloß fordernd genug um ihm noch Freiheiten zu lassen. Ich ließ meine Hand wieder aus seinem Nacken gleiten und lehnte mich wieder ein Stück zurück, als genau die Worte, die ich geflüstert hatte, in dem Lied erklangen, weiches laut im Hintergrund spielte. Mein Lächeln war mittlerweile in ein Schmunzeln umgeschlagen, als ich einen weiteren Schluck von meinem Kaffee genommen hatte. „Bleiben wir dabei das Kriegsbeil begraben zu haben, und vergessen, dass deine Freundin mich nicht leiden kann‟, erklärte ich dann wieder ruhiger. „Wenn wir dabei bleiben dass ihr glücklich gemeinsam seid, und ihr mich da raus haltet, du mich nicht verteilst nur weil ich ein wenig arroganter bin als andere, kommen wir auch miteinander aus.‟ Ich zwinkerte ihm lächelnd zu und stütze mich etwas auf dem Tisch ab, während ich ihn aus dem Augenwinkel weiter beobachtete. Meine Provokationen waren nicht Zweck der Sache. Aber wenn ich es mir nun mit ihm versaut hatte, konnte er wenigstens seine Beziehung genießen, ohne an mich zu denken, was er sicherlich schon getan hatte. Entweder sie, oder ich – und vor diese Wahl stellte man einen Mann wie ihn einfach nicht.

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Clarity
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 5:09 am

Valentin:

Ich blieb regungslos dort stehen und hatte es nicht einmal gewagt, ihm noch eine Antwort zu geben. Zwar hatte ich realisiert, dass er mir gesagt hatte, dass ich mich bei ihm melden sollte, wenn etwas war oder ich reden wollte, ebenso wie er gesagt hatte, dass wir nie über seine Gefühle zu mir gesprochen hatten, bevor er mir einige Haare wieder an die richtige Stelle zurück strich, doch hatte ich nicht gewusst, was ich ihm groß darauf antworten sollte. Sollte ich mir nun Hoffnungen machen, mit meinem besten Freund zusammen zu kommen, der bisher nie Anzeichen von Gefühlen mir gegenüber gemacht hatte, der sich nun vermutlich noch dazu drängen würde, sich in mich zu verlieben, damit diese Freundschaft nicht direkt in die Brüche ging. Da hatte es mal nichts damit zu tun, dass ich das ganze pessimistisch sah, denn immerhin waren nie Gefühle auf Seiten von Erik vorhanden und wenn sie es jetzt wären, dann wusste ich ganz genau, dass er es mir zu Liebe versuchte, damit wir einen Mittelweg fanden, eine Lösung, die vorerst für Ruhe sorgte.
Nachdem Erik die Hütte verlassen hatte, blieb ich noch einige Momente dort stehen, wusste gar nicht, was mir mehr weh tun sollte. Sein letzter Satz oder die Tatsache, dass wir nun wirklich vorerst getrennte Wege gingen, selbst wenn das durchaus angenehmer war, wenn man bedachte, worüber ich mir nun klar werden musste. Seufzend ergriff ich meine Klamotten und spazierte mit diesen letztlich ins Bad und entledigte mich meiner Boxershorts und dem T-Shirt ehe ich mich unter den Duschkopf stellte und das Wasser anstellte, natürlich warm und keinesfalls kalt, um nicht zu schwitzen, wenn ich heraus kam. Das Wasser, welches an meinem Körper abperlte und sich einen Weg zum Boden suchte, hatte eine unglaublich beruhigende Wirkung auf meinen Körper, sodass ich beschloss, ein wenig länger unter der Dusche zu verbringen, wie sonst. Denn ich kümmerte ich einmal nicht um meine Gedanken, die vorher noch aufgescheucht und durcheinander waren, nur um die momentane Situation kreisten.
“Er hat deine Nachricht gelesen und mich heute Morgen geweckt, um mich indirekt zur Rede zu stellen.” “Und?”, quängelte ein ungeduldiger Daniele am Telefon nach mehr Informationen. “Nichts und. Ich wollte ihm aus dem Weg gehen, aber er hat mich aufgehalten. Er hat mich an eine Wand gedrängt und mich gefragt, warum ich ihm das nicht vorher erzählt hab, wovor ich denn Angst hatte, während er seine Hand mit meiner verschränkt hat.” Ich seufzte leise und fuhr mir durch meine Haare, während ich mein Handy stets an mein Ohr hielt. “Das ist doch ein gutes Zeichen?”, harkte Daniele weiter nach. “Nicht wirklich. Ich habe ihm nämlich daraufhin gesagt, dass er, wenn ich es ihm erzählt hätte, sicher nicht mit offnen Armen auf mich zugelaufen wäre, weil er sich schon immer eine hübsche Frau an seine Seite gewünscht hat, die mit ihm all die Dinge macht, die mit mir komisch wären.” “Aber was spricht denn gegen einen hübschen Valentin, hm?” “Einfach alles! Ich mein, er hat ja versucht auf mich zuzukommen und mit mir zu reden, aber da ich abgeblockt habe, hat er eingesehen, dass das momentan keinen Sinn hat und ist erstmal gegangen. Ich weiß nicht wo er untergekommen ist, aber er hat mir gesagt, wenn etwas sein sollte, sollte ich mich bei ihm melden. Oder wenn ich mit ihm reden wollen würde. Anschließend meinte er noch, dass wir nie über seine Gefühle mir gegenüber gesprochen haben. Aber ich weiß ganz genau, dass er sich das auch nur einreden würde, um mich nicht unglücklich zurück zu lassen.” “Wieso siehst du das denn alles so negativ? Vielleicht will er dem Ganzen eine Chance geben, weil er weiß, dass er sich in dich verlieben könnte?”. “Außerdem, willst du nun ewig schweigen und dir einreden, dass es keine Zukunft gibt, ohne dir seine Meinung anzuhören?” Ich seufzte leise. Ich konnte Erik natürlich nicht ewig aus dem Weg gehen, weil es einfach überaus dumm gewesen wäre, ihn ewig warten zu lassen, ohne dass ich mich meldete, natürlich mit einer gut überlegten Antwort darauf, wie es weiter gehen soll, wenn er mich fragen würde. “Nein.. Aber das ist alles einfach so komisch. Ich mein, er hat von meinen Gefühlen durch eine Nachricht erfahren, die nicht einmal von mir stammt, und ist nicht einmal abgeneigt, obwohl ich ganz genau weiß, wie sehr er sich nach einer Beziehung sehnt. Nicht nach einer gleichgeschlechtlichen.” “Vielleicht erweitert ja die Botschaft, dass du dich in ihn verliebt hast, seinen Horizont und er lässt sich auch auf blonde Prinzessinen, mit Seifenblasen ein.” Ich belächelte Danieles Worte, schwieg dann aber für einen Moment. “Valentin, wie oft hast du mir die letzten Wochen gesagt, wie gerne du mit ihm zusammen wärst?”, fragte er mich schließlich ruhig. “Ähm.. Oft?” “Und wieso ergreifst du dann nicht die minimale Chance die sich dir bietet? Selbst wenn sie noch so banal klingt.” “Weil ich Angst davor habe wie sich das alles entwickelt..” “Ihr werdet euch schon nicht gegenseitig umbringen, ansonsten komm ich vorbei und kläre das. Verstanden? Du musst mit ihm reden! Nicht heute, aber spätestens Morgen, wenn du dir darüber im klaren bist, was du wirklich willst und was du ihm sagen magst.” Er hatte ja Recht, ich musste mich auf jeden Fall bei Erik melden, um das alles endgültig zu klären.

Manuel:

Natürlich hatte ich Denis zuerst noch aufmerksam zugehört, was aber etwas nachließ, als er mir erklärte, dass er sich den Kopf darüber zerbrach, wie er mich das nächste Mal verführen sollte. Wollte er mich verarschen? Skeptisch hob ich eine Augenbraue und beobachtete sämtliches Handeln seinerseits, während ich weiterhin auf dem Stuhl sitzen blieb und noch ruhig blieb, obwohl in mir sämtliches Chaos ausbrach. Das Kommentar über Freunde mit Gewissen Vorzügen steckte ich auch wortlos weg. Gestern hatte er mir noch gesagt, dass er sich nach mir sehnte, aber wusste, dass er mich niemals bekommen würde, weil ich vergeben war. Hatte geweint. Eben hatte ihm meine Freundin gesagt, was sie von der Aktion hielt. Und nun dachte er nicht mal groß über all das nach, sondern war mit den Gedanken bloß dabei, sich zu überlegen, wie er mich flachlegen konnte? Bei seinen Worten, die er mir dann in mein Ohr flüsterte, und kurz darauf im Lied wiederholt wurden, bloß nicht so reizend und verführerisch, wie von Denis, blickte ich ihn kurz abschätzend an. Mein Herz schlug nun zwar wieder schneller, doch war das weniger wichtig für mich. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass er mich nicht ernst nahm. Ich hatte ihn verteidigt, mich gestern Abend um ihn gekümmert und meine Freundin eben draußen für ihn stehen gelassen. Wieso? Um mich von ihm wieder überzeugen zu lassen, dass er arroganter war wie andere, was ich aber gar nicht mehr glauben wollte? Mittlerweile musste ich einfach sagen, dass sein Versuch, vielleicht aus Verzweiflung, bei mir weniger Anklang fand, selbst wenn ich ihm gegenüber nicht abgeneigt war und das auch gar nicht verschweigen wollte. Provokationen fand ich auch ganz nett, nur nicht an Stellen wie diesen, nicht an Stellen an denen sie nicht angebracht waren. Wäre ich nicht noch so genervt von meiner Freundin, hätte ich ihn hier vermutlich auch sitzen gelassen und wäre zurück gegangen, nur wusste ich gar nicht ob sich Amy derweil wieder in unserer Hütte befand. Was tat ich nun stattdessen? Ich spielte sein Spiel weiter, tat so als würde ich zumindest einen seiner Sätze schlucken. “Falls das einer deiner erbärmlichen Versuche war, mich zu verführen, dann hast du leider verloren, Liebelein. Das hat weniger geklappt, wie von dir erhofft.” Ich lächelte unwiderstehlich. “Willst du vielleicht, dass ich es dir beibringe? Willst du vielleicht, dass ich mich mit dir beschäftige, so wie ich es mit meiner Freundin tue?”, fragte ich und beugte mich derweil zu seinem Ohr vor. “Willst du nicht vielleicht doch lieber eine Beziehung, anstatt bloß eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen? Willst du nicht meinen Körper ganz für dich, sodass du dich daran ergiebig beschäftigen kannst, ohne dass du mich erst verführen musst?” Meine Hand, welche ich bisher brav bei mir gehalten hatte, ruhte derweil schon auf seinem Oberschenkel. “Wie gesagt, du musst nur mit mir sprechen. Aber bisher, hast du deine Worte nie direkt an mich gerichtet, wenn du gesagt hast, dass du dich nach dem Körper eines bestimmten Mannes gesehnt hast, du, derjenige der mit seinen Worten doch so gut umzugehen scheint, wenn er meine Freundin in die Knie zwingt.” Leicht grinsend ließ ich meine Hand von der jetzigen Postion aus, in seinen Schritt wandern, wo ich für kurze Zeit Druck auf seine Lenden ausübte, wissend worauf das alles hinauflaufen könnte. Entweder ich machte mich unbeliebt bei ihm oder ließ mich auf den billigen Versuch ein, mich zu verführen, um das Verlangen nach ihm, welches seit gestern existent war, zu stillen. Es schien offenstichlich, welchen Weg ich wählen würde. “Du musst nur was sagen und wir verlegen das Frühstück auf deine Hütte, damit du verzehren kannst, wonach du dich lange gesehnt hast.”
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Yuna
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 7:56 am

Denis:

Seine kräftige Hand die erst noch unschuldig auf meinem Oberschenkel geruht hatte, war mittlerweile in meinen Schritt gerutscht und machte die ganze Sache unangenehmer, als sie durch seine provokanten Worte ohnehin schon geworden war. Er schien sich dennoch unschlüssig zu sein, da keiner von uns solche Angelegenheiten wie nun gewohnt war. Was für mich aber mindestens genau so komisch war, bestand darin, dass seine Meinung mir gegenüber sich in kürzester Zeit geändert hatte. Er war nicht mehr darauf aus mich schlecht zu machen oder normal zu agieren, nicht so, dass es vulgär und gefährlich für uns beide wurde. Gefährlich war es für mich vielleicht weniger als für ihn, da er noch immer seine Freundin am Hals hatte. Aber niemand hatte ihn gezwungen nun darauf einzugehen, auch wenn ich damit teilweise sogar unzufrieden war. Denn dieser plötzliche Meinungsaustausch war nicht das, worauf ich irgendwie gehofft hatte. Denn ab nun an wurde es schwer, ihm noch groß aus dem Weg zu gehen, was ich nach der Aktion mit seiner Freundin eigentlich für schlau gehalten hätte. Und trotz der Tatsache, dass seine Aktion bei mir Anklang fand, gefiel mir das absolut nicht. Ich legte meine Hand auf seine und richtete meinen Blick in seine Augen, ehe ich die Hand nebenbei weg zog, meinen Blick allerdings stets hielt. „Und mich hältst du für ein Arschloch‟, knurrte ich leicht gereizt bevor ich nach einem der Angestellten verlangte, woraufhin ein recht niedlicher Kerl ankam, der mir dann die Rechnung überreichte und sich um mein Tablet mit dem Essen kümmerte. Ich bezahlte ihn und griff dann nach meiner Zigarettenschachtel, ehe ich mich von meinem Platz erhob und noch einmal zu Manuel schielte. Ich hatte einen Fehler mit meinen Provokationen begangen, aber den Kampf den er mit sich ausmachte, wollte ich auch nicht beobachten. Das alles kam zu erzwungen und einfach nicht so, als dass ich groß darauf eingehen wollen würde. Dass ich nun aber trotzdem schon zu viel gehabt hatte, da ich eindeutig verrückt nach diesem Mann war, nur endlich selbst Beherrschung und ein angemessenes Verhalten lernen musste, machte sich auch schnell deutlich. Ich zupfte an meinem Shirt rum und sah mich ein wenig angespannt um, bevor ich noch einmal zu Manuel heruntersah. Ich hatte ihm eigentlich nichts mehr zu sagen, nun, nachdem er triumphiert hatte. Er konnte sich darüber sicher prächtig amüsieren, während ich hingegen ein arges Problem damit hatte. Ich schüttelte ungläubig den Kopf und machte mich aus dem Weg raus aus dem Restaurant, um so schnell wie nur möglich zurück zu meiner Hütte zu kommen. So leicht war das dann aber noch nicht, was mir deutlich wurde, als Erik mich fast umrannte. Erschrocken sah ich zu ihm rauf und verschluckte mich aufgrund meiner Nervosität, was nur auslöste, dass er mich völlig wirr musterte. Ich schien beinahe zu spüren wie er sich ein fieses Grinsen zu unterdrücken versuchte, was ich aber damit ausglich, dass ich ihn wütend ansah. „Nicht‟, knurrte ich, „witzig.‟ Er zog eine Augenbraue hoch und nickte dann nur, scheinbar wollte er gar nicht mehr groß fragen, hatte eher ein eigenes Anliegen, welches er mir recht schnell preisgab.

Erik:

Ich hatte mittlerweile auch erfahren dass Denis sich hier irgendwo herumtrieb, was für mich nun kein Grund war ihn direkt zu überfallen und ihn zu fragen, ob ich eine Nacht bei ihm pennen könnte, falls er alleine hier Urlaub machte. Dass er mir aber in die Arme rannte und das auch noch mit einem für mich belustigenden Problem, machte die Sache ein wenig schwerer. Ich musterte ihn angespannt und fuhr mir durch meine dunklen Haare. Ich wollte mich nun eigentlich nicht fragen was er angestellt hatte, da er normalerweise nicht so schlimm war, dass er sich alleine an Körpern aufgeilte. Er hatte seine eigene Art und Weise es zum Sex zu treiben, woher ich das aber wusste, war etwas anderes. Ich hatte nie mit ihm verkehrt, allgemein niemals mit einem Mann, aber hier und da erfuhr man gewisse Dinge, wenn man sich alkoholisiert mit anderen unterhielt. Ich sah mich ein wenig um, um vielleicht zu finden, woran es lag, dass Denis sein kleines Männerproblem hatte. Aber ich fand keinen Anhaltspunkt und ließ es somit bleiben. Beinahe schon mitleidend sah ich ihn dann doch grinsend an. „Ich weiß es passt nicht‟, begann ich ganz ruhig und vermied den Blick abwärts seines Körpers mittlerweile. „Aber kann ich eine Nacht bei dir pennen? Gehen wir davon aus dass ich auch auf dem Boden schlafe, mich aber sicherlich nicht für dich prostituiere um dich zu bezahlen‟, spaßte ich dann lachend, woraufhin er mich nur gereizt ansah, im nächsten Moment aber etwas abwesend nickte. Er wusste wie das zu verstehen war, aufgrund einer etwas älteren Geschichte die er ausgepackt hatte, als wir gemeinsam mit Peter und den anderen ein wenig Alkohol gekippt hatten. Ich sah rüber in die Richtung wo sich die Hütte von Denis befand, ehe ich ihm meine Jacke in die Hand drückte, damit er sie zum Verstecken seiner scheinbar nervigen Erektion nutzen konnte. „Danke‟, brummte er nur leise, woraufhin ich nickte. Eigentlich müsste er sich nun sicherlich darum kümmern, aber bei seinem Stolz würde er das ohnehin nicht tun. Ich würde nicht helfen, das war ihm aber klar. Somit deutete er nur zu seiner Hütte und lief los, worauf ich auch folgte, auch wenn ich mir dabei ziemlich doof vorkam. Immerhin würde ich gleich neben ihm sitzen und ihn dabei beobachten wie die Schmerzen in seinen Lenden vielleicht anfingen, falls die Erektion nicht sofort abklang. Ich konnte ihn ja nicht ablenken, das war kein einfaches Problem, wie wir beide gut genug wussten.
Angekommen in seiner Hütte ließ er sich ohne weitere Worte auf der Couch nieder und zerrte an seiner Jeans rum, um diese nicht ausziehen zu müssen, woran meine Anwesenheit ihn schließlich hinderte. Ich grinste nur schief und schüttelte den Kopf, nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte. Ich ließ mich auf dem Sessel ihm gegenüber nieder. „Willst du echt nicht?‟ „Spinnst du‟, knurrte er, „eigentlich sollte das der Kerl machen der dafür gesorgt hat. Manuel ist so ein Vollidiot‟, knurrte er nur in meine Richtung. Ich hob eine Augenbraue und lehnte mich interessiert vor, während ich Denis hektischem Atem folgte. „Nicht im Ernst‟, erwiderte ich nur und verzog leicht die Miene. Ich hoffte so sehr, dass er nicht den Manuel meinte, den ich kannte. Recht schnell machte sich aber deutlich, dass genau er der war, den Denis meinte.

Denis:

Ich hatte mich nicht verplappert oder ähnliches, er sollte meinetwegen wissen, dass sein Freund Schuld an meiner Erektion war. Ich wollte ihm nun nicht die ganze Geschichte auftischen, aber es reichte, wenn er wusste, was sich zugetragen hatte. „Gestern am Strand haben wir es aufgrund kleiner Provokationen zu einem Kuss geschafft. Wir wären fast gemeinsam im Bett gelandet, allerdings ist uns seine Freundin dazwischen gekommen‟, erklärte ich ihm und keuchte schwer auf, als ich spürte wie meine Lenden nun doch leicht zu schmerzen begannen. Es brachte nichts wenn ich mich mit Worten ablenkte, aber momentan konnte ich es nicht ändern, und wollte es allein auch überhaupt nicht. „Vor einer halben Stunde hat mir seine Freundin die Meinung gegeigt, weil Manuel mich gestern Abend, als ich besoffen am Strand gelegen habe, zurück zu meiner Hütte getragen hat. Sie hat verlangt, dass ich mich von im fernhalte. Und im Restaurant eben, habe ich ihn provoziert, ihn sexuell aufgezogen in Hoffnung er springt darauf an. Er hat nur widerwillig meine Versuche, ihn zu verführen, erwidert. Das ist das Resultat‟, meinte ich beinahe schon leidend und raufte mir die Haare verzweifelt. „Nicht nur dass mich die Tatsache, dass ich es nun sicher versaut habe, absolut stört. Er ist nun weiter glücklich mit seiner Freundin und ich muss gedanklich ertragen, wie sie sich an seinem Körper vergeht, seine Liebe spürt, während ich nicht mehr bekommen habe als einen Racheakt für mein dummes Verhalten!‟, stellte ich noch klar und schluckte schwer. Ich war nicht alleine daran Schuld, Manuel war seit seiner Aktion eben beteiligt, zumal er mich gestern geküsst hatte, nicht ich ihn. Aber nach meinen Worten eben, konnte ich das Ganze knicken. Ich hatte ihn so arg provoziert zu einem so falschen Zeitpunkt, musste nun damit leben dass ich es übertrieben hatte. Ich war nicht unschuldig und das war ich noch nie gewesen, aber ich war es nicht gewohnt, etwas langsam anzugehen. Und bei Manuel beging ich damit einen scheinbar großen Fehler, was mich vollkommen zurückwarf. „Was soll ich tun?‟, fragte ich Erik verzweifelt. Mehr verzweifelt darüber, dass ich nun keinerlei Chancen mehr hatte, an Manuel ranzukommen, als darüber, dass meine Erektion noch immer nicht abgeklungen war, was schon ein wenig ulkig kam. Immerhin saß Erik dort seelenruhig, hörte mir zu, wie ich mich ausheulte, und musste mit ansehen, wie mich zugleich meine Erektion folterte. Das war schon ein wenig eigenartig, aber ehrlich gesagt war mir das gleich. Wichtiger war, dass ich eine Lösung für mein Problem fand. Für mein Problem, welches Manuel anging. Ich hatte keinen Lust darauf, dass ich nun von ihm verabscheut wurde. Ich wollte meine Fehler wieder gut machen und ihn davon überzeugen, dass ich auch ohne Provokationen leben konnte. Dass ich nicht so arrogant war wie ich mich nun gab, und dass ich sehr wohl ein Herz hatte. Das zeigte sich mir alleine dadurch, dass meine Gefühle für diesen Mann nicht nachgaben. Er war mir wichtig, und ich hatte das alles einfach in den Dreck gezogen. Ich war vielleicht doch so dumm, wie seine blondhaarige Freundin.

Erik:

Mich wunderte immens was in der kurzen Zeit geschehen war, vor allem dass wir davon keinen Wind bekommen hatten und Manuel kein Wort gesagt hatte. Normalerweise war er immer sofort bei uns, wenn es etwas Neues gab. Aber ihm schien das nicht so wichtig gewesen zu sein, was mir schon irgendwie leid tat. Denis schien ihn zu mögen, wohl sogar zu lieben, so wie er sich verhielt. Es tat weh, wenn die Liebe nicht erwidert wurde. Ich seufzte laut auf. Das erinnerte mich an die Situation mit Valentin. Aber bevor ich mich damit befasste, war wichtiger, dass ich mich um Denis kümmerte. Ich konnte beobachten wie sein Körper mit Erleichterung komplett in die Kissen auf der Couch sank, nachdem seine Erektion abgeklungen war. Darauf folgte sein Aufatmen, ehe er sich aufsetzte und sich durch seine Haare fuhr. Ich ließ mir seine Worte noch einmal durch den Kopf gehen, und kam zu dem Entschluss, dass nicht nur er falsch gehandelt hatte. Wenn er Manuel provoziert hatte, auf eine sexuelle Basis, die Manuel nicht gewöhnt war, weil er eine harmlose Freundin hatte, die gar kein Vergleich zu einem Raubtier wie Denis war, wunderte mich seine Reaktion nicht. Warum er es im Restaurant dazu hatte kommen lassen, wurde mir aber nicht klar. Entweder hatte er mithalten, oder ihn einfach nur leiden sehen wollen. Aber so wie ich Manuel kannte, würde er niemals triumphieren wollen, sobald ein Mensch litt. Selbst wenn er Denis hassen würde, konnte er sich gar nicht darüber belustigen, wenn es ihm schlecht ging. Ich schüttelte den Kopf und lehnte mich leicht nachdenklich etwas vor, nachdem ich meine Hände verschränkt hatte. „Manuel kennt so ein Verhalten nicht. Er hatte nie einen Mann an seiner Seite, sondern nur seine Freundin, mit der er ab und an mal schläft. Sie provozieren sich nicht, so wie du es gewohnt bist, um einander zu verführen oder den Sex reizender zu machen. Er weiß damit doch nicht umzugehen‟, erklärte ich ihm gelassen. „Außerdem kennt ihr euch kaum, und mein letzter Stand war, dass er dich für ein arrogantes und selbstverliebtes Arschloch hält. Und du? Du findest er sei der perfekte Mann für dich‟, meinte ich noch angeschlagen und lehnte mich wieder zurück. „Vielleicht solltest du deine Provokationen unterlassen und ihm deutlich machen, dass du dich besserst. Ich meine, er hat noch eine Beziehung. Ich kann dir nicht sagen, ob er dir gegenüber groß abgeneigt ist. Was ich aber nicht glaube, wenn er es so weit bringt, dich im Intimbereich zu berühren‟, meinte ich dann etwas ernster.

Denis:

Ich seufzte über seine Worte hinweg nur, da er vollkommen richtig lag, und ich es einfach nicht einsehen wollte. Ich musste mich besser verhalten und mich zurücknehmen, auch wenn ich es nicht anders gewohnt war. Verspielt war ich schon immer gewesen, ich war auf der suche nach Abenteuern und hatte nun eine Person gefunden, mit welcher ich diese erleben wollte. Aber auch nur diese eine Person, keinerlei andere mehr. „Danke‟, meinte ich leise, „vielleicht ist das gar nicht mal so dämlich.‟ Er nickte und fuhr sich durch seine Haare. Wenn ich mir das nun vornahm, müsste ich ihn aber auch zur Rede stellen. Um ihm deutlich zu machen, dass ich das nicht gewollt hatte, wir Freunde werden konnten, und ich mich nicht mehr so scheiße verhielt. Ich tat das nicht aus Reue, mehr aus Liebe zu ihm, von der er noch immer nichts wusste. Er würde es auch nicht erfahren, einfach, weil ich es scheute, abgestoßen zu werden. Vielleicht würde ich es ihm in einigen Jahren gestehen, aber nicht heute und nicht morgen. Das hatte Zeit, bis sich das zwischen uns beruhigt hatte. Auch wenn es mir weh tat, ich hatte keine andere Wahl, wenn ich Kontakt zu ihm wollte. Und dieser war mir wirklich wichtiger als Sex mit ihm. Ich würde verzichten und mich auch nicht auf andere einlassen, weil ich mich fühlen würde, als würde ich in betrügen. Von nun an hatte ich ein Ziel welches ich strikt verfolgen wollte. Aber damit genug. Weshalb wollte Erik eigentlich bei mir schlafen? „Und was ist mit dir? Hat deine kleine Prinzessin wieder rumgemault?‟ Er sah mich auf diesen Satz hinweg leicht gereizt an, was mir schon zeigte, worum es hier ging. Scheinbar war er auf ihn auch nicht gut zu sprechen, zumindest nicht in einem so schlechten Sinne. „Tut mir leid‟, rette ich mich nur rasch, „ich wusste nicht dass es etwas Ernstes ist. Was ist denn los?‟ Vorsichtig hob ich meinen Blick wieder zu ihm an und musterte ihn. Es schien wichtig zu sein, wenn ich nicht drüber scherzen durfte. Und nun wollte ich auch wissen, was es war, in Hoffnung, ihm helfen zu können.

Erik:

Eigentlich war ich nicht die Art von Mensch, die sich bei anderen über Probleme beklagte. Aber ich fühlte mich nicht gut. Denn die Tatsache, dass Denis in Manuel verliebt war, ohne dass dieser das wohl wusste, hatte etwas von dem, was Valentin abzog. Nur dass ich mittlerweile wusste, wie er empfand. Ich musste gestehen, dass ich tatsächlich versuchte mich zu zwingen, auch in zu lieben. Dass ich ihn nicht verletzen und versetzen wollte. Er hatte es einfach nicht verdient ungeliebt zu bleiben, aber was sollte ich denn tun? „Valentin liebt mich‟, stellte ich nur klar, „und ich ihn nicht. Ich kann einfach nicht. Unsere Freundschaft steht auf dem Spiel, und ich will ihn nicht verlieren.‟ Ich bereute schon, überhaupt gesagt zu haben, dass ich ihn nicht liebte. Aber es war so. Momentan empfand ich für ihn einfach nichts, weil mir die Freundschaft wichtiger war. Weil ich den Kontakt zu ihm, dem wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht verlieren wollte. Er bedeutete mir mehr als alles andere, ich würde mein Leben für ihn geben. Aber ob er mir das noch glaubte, war mir nicht ganz klar. „Es tut weh, überhaupt dran zu denken, dass meine Gefühle nicht für die Liebe ausreichen. Ich verletze ihn damit und ich weiß das. Aber ich kann mich nicht zwingen ihn zu lieben, genau so wenig will ich ihn um mehr Zeit bitten, um meinetwegen intimere Zeit‟, murrte ich verzweifelt. Ich konnte nicht von heute auf morgen jemanden lieben, auch wenn einem das bei Valentin nicht schwer fallen dürfte. Er war wohl mit Abstand der zuvorkommendste Mensch, liebevoll und ehrgeizig, hatte allgemein einen tollen Charakter. Zudem war er noch attraktiv und unglaublich charmant, kindlich auf eine Art und Weise die man nur süß finden konnte. Aber wie würde es klingen, würde ich ihn um Zeit bitten? Um Zeit in seiner Nähe, um mich wirklich in ihn zu verlieben? Mit Dates, Kuschelabenden und anderen schönen Dingen, die man so tat, um sich näher zu kommen. Es würde so dumm kommen, wenn ich im das vorschlug. Er würde mir sicherlich vor den Kopf stoßen und mich für bescheuert erklären. Oder redete ich mir das nur ein? „Erinnerst du dich daran, als du das erste Mal verliebt warst?‟, fragte Denis mich, woraufhin ich ihn angespannt ansah. Ich nickte aber, da ich das noch genau wusste. „Wie hast du sie damals rumgekriegt?‟ „Wir hatten unzählige Dates. Waren im Kino, gemeinsam Essen und haben bei mir Zuhause Filme geguckt und gekuschelt‟, erzählte ich ihm dann. „Ich habe ihr oft Rosen geschenkt und ihr andere kleine Presente gemacht, war mit ihr sogar im Urlaub und habe ihr dort meine Liebe gestanden, bei Kerzenschein am Strand.‟ „Kerzenschein am Strand‟, wiederholte Denis sich, woraufhin ich ihn interessiert ansah. Er lag richtig. Wie blind war ich eigentlich? „Du willst dich verlieben. Du willst es, um ihm nicht weh zu tun. Find doch erst einmal heraus, ob deine Gefühle das zulassen. Fang mit kleinen Dingen an. Lad ihn zum Essen ein. Schau mit ihm gemeinsam Filme, meinetwegen Schnulzen. Kuschel mit ihm um ihm das Gefühl zu geben, dass du auch da bist. Wenn du dich verliebst, gib euch beiden eine Chance. Klappt es nicht, lass es sein. Es hätte keinen Zweck und täte ihm nur unnötig weh.‟ Seine Worte klangen in meinen Ohren so plausibel, so einfach, dass es schon dumm war, dass ich nicht selbst drauf gekommen war. Ich belächelte ihn und seine Worte leicht und nickte. „Danke‟, meinte ich nur ruhig und versank für einen Moment in meinen Gedanken. Es war einen Versuch wert, ihn zu solchen Dates auszuführen. Nicht um ihn kennenzulernen wie man es normalerweise tat, aber einfach um zu erfahren, ob das in mir andere Gefühle auslöste, ob ich mich verlieben konnte, was ich wirklich wollte. Nicht weil ich ihn bemitleidete, sondern weil ich mit ihm glücklich werden wollte. Er und ich – bis an das Ende unserer Tage. Gemeinsam, und nicht getrennt. Nicht mehr als beste Freunde, sondern als Paar, welches kitschig, wie Valentin es liebte, Hand in Hand durch die Straßen spazierte. Ich würde alles für ihn tun. Und so nun auch alles umwerfen, um herauszufinden, ob ich ihn lieben konnte.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 8:38 am

Manuel:

Ich hatte keinesfalls gewollt, dass sich Denis mit seinem Problem nun aus dem Staub machte, bloß weil er sich auf den Schlips getreten fühlte, weil ich dem ganzen so zwanghaft gegenüber stand. Doch hatte er nie Situationen genutzt, in denen ich durch sein normales Verhalten bereit gewesen wäre, eine nähere körperliche Beziehung einzugehen, die er sich doch gewünscht hatte, wie er sagte. Ich konnte ja nicht wissen, dass das nicht das Einzige war, was er sich wünschte. Ich wusste ja nicht, dass das längst nicht ausreichte. Nachdem er das Restaurant schließlich überstürzt verlassen hatte, fuhr ich mir seufzend durch mein Haar und bestellte mir bei dem Kellner, bei dem Denis eben noch bezahlt hatte, eine Cola, welche auch recht schnell an den Tisch gebracht wurde. Wieso hatte Denis sich genau diesen Zeitpunkt ausgesucht, um erneut zu versuchen, mich in irgendeinerweise zu reizen, damit ich auf ihn einging. Wieso hatte er es so maßlos übertrieben? Vermutlich hätte ich nicht einmal ein Problem damit gehabt, wenn es wann anders gewesen wäre. Ich hatte mir Sorgen gemacht und wirklich ernsthaft wissen wollen, wie es ihm nun ging, hatte nicht hören wollen, dass er sich den Kopf darüber zerbrach, wie er mich verführen konnte. Ich wusste doch auch nicht, wie ich mit ihm umgehen sollte! Ich war erst seit gestern hier, mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Annäherungen konfrontiert worden, hatte meine Meinung Denis gegenüber umkrempeln müssen, genauso wie ich ihn gestern ins Bett gebracht und mit ihm gekuschelt hatte. Das war einfach zu viel auf einmal.
Ich trank hastig den letzten Schluck meiner Cola aus, bezahlte diese und begab mich zurück zu unserer Hütte, wo ich direkt von Amy überfallen wurde, welche mir gestand wie leid es ihr tat, dass sie Denis nicht mehr nerven würde und künftig mehr Vertrauen in diese Beziehung steckte. Glauben konnte ich dies kaum, doch wollte ich gar nichts darauf erwidern. Mir war nicht danach, mich über irgendetwas aufzuregen und eine Diskussion anzufangen, weswegen ich bloß nickte und ihre Aussagen im Raum stehen ließ, ohne groß darauf einzugehen. Das erweckte bei ihr genügend Skepsis und Zweifel, dass sie zumindest die Aufmerksamkeit, die ich ihr nicht geben wollte, zurück erlangen wollte, indem sie sich, nachdem ich mich auf das Bett gesetzt hatte, auf meinem Schoß platzierte und ihre Lippen verlangend auf meine drückte. Doch hatte ich kein bisschen Lust, auf irgendeines ihrer Spiele. Ich hatte keine Lust, mich sexuell mit ihr zu beschäftigen, nach dem heutigen Morgen, zumal sie damit nur meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte. Ich löste mich somit recht schnell von ihren Lippen und hob sie von meinem Schoß hinunter auf das Bett. “Ich habe keine Lust.”, erklärte ich ihr. “Meine Aufmerksamkeit kann man auch anders gewinnen.” “Es geht mir gar nicht um deine Aufmerksamkeit.”, antwortete sie daraufhin trotzig. “Ach nein? Worum dann?” “Deinen Körper. Er gehört mir. Das will ich nutzen so oft ich kann.” Erneut startete sie einen Versuch, mich um die Finger zu wickeln, was ich aber abwinkte. “Ich hatte eigentlich vor mit dir eine Boattour zu machen, aber wenn du dem gegenüber so abgeneigt bist.”, murmelte ich in einen Kuss, wissend, dass sie lieber eine bescheuerte Boatstour machen würde, wie sich länger hier mit mir zu beschäftigen, so wie ich drauf war. Ich musste wirklich eingestehen, dass ich vollkommen überfordert mit all meinen Gedanken, den Eindrücken und Gefühlen, was mein Verlangen anging, war.
Die geplante Boattour fand also statt, sodass meine Freundin auf dem Boot die Zeit nutzte, um genügend Bilder von der Aussicht, aber auch von den Hütten, in weiterer Entfernung zu machen, während ich mich bloß auf einer der Bänke niedergelassen hatte und die frische Luft genoss, die Sonne auf meiner Haut, die noch recht angenehm war, weil sie schon wieder zurück ging. Viel zu lange hatte Amy noch beim Essen gebraucht, als dass wir früher hätten gehen können.
Wieder am Strand angekommen, erklärte ich ihr, dass ich noch vorhatte, diesen Abend etwas trinken zu gehen, sagte ihr aber auch, dass sie mitkommen konnte, wenn sie wollte. Doch lehnte sie ab, schöpfte durch meine Einladung wohl genug Vertrauen um mich alleine gehen zu lassen, was ich letztlich mit ein wenig Geld und einer Schlüsselkarte in der Hosentasche auch tat. Ich schleppte mich zu einer Bar, wo ich mich beinahe wortlos niederließ und mir erst einmal nichts wie eine Cola bestellte, mit mir am Ringen war, ob ich Alkohol trinken sollte, was ich sonst recht selten bis nie tat. Während ich dann die Ersten Schlücke der Cola nahm, bemerkte ich die Blicke von Mädchen auf mir, die gestern schaulustig gewesen waren, bis sie sich auch näherten. “Du.. Du bist doch der Kerl von gestern Abend am Strand, oder?” Ich blickte zu den Mädchen, welche sichtlich eingeschüchtert wirkten, was ich mir gar nicht erklären konnte. “Ja. Aber falls ihr auf das Geschehen anspielt, es war reine Provokation und nichts anderes. Ich bin nicht schwul.”, erklärte ich ihnen und lächelte. Daraufhin begannen sie auch zu strahlen und nach meinen, doch recht freundlichen, Worten, schienen sie auch ein wenig Mut zu fassen. “Das ist schade! Ihr beide wart wirklich süß zusammen! Selbst wenn Denis ein Arschloch ist.”, meinte eines der Mädchen. Ich hob eine Augenbraue. “Und wieso bist du dieser Meinung?” “Er hat uns gestern gedroht, wir sollen uns von ihm verhalten. Aber ich glaube er hatte schon einiges intus.” Ich seufzte leise. Dann hatte er sich wohl mit ihnen hier herum getrieben. Was danach passierte, bis er am Strand aufgetaucht war, schien mir doch unklar, doch wollte ich es momentan auch gar nicht genau wissen. Es war mir lieb, wenn ich ihn mal für einen Moment aus meinen Gedanken streichen konnte, nachdem ich ihn wohl nun auch vergrault hatte. Vielleicht hasste er mich nun ja. Vielleicht sehnte er sich nun nicht mehr nach meinem Körper. Vielleicht hatte ich ihm ja auch tatsächlich geholfen. Immerhin hatte er mich als “Arschloch” betitelt.
Die Mädchen waren relativ schnell wieder verschwunden, selbst wenn sie noch einige Fragen stellten, bis ich meine Cola ausgetrunken hatte. Somit bestellte ich mir noch eine, noch immer unschlüssig, was ich wirklich trinken sollte. Es fiel mir einfach viel zu schwer, Entscheidungen zu treffen, welche mit Vernunft zu tun hatten. Zumindest, seitdem ich einen Fuß auf Bora Bora gesetzt hatte.

Valentin:

Den Tag hatte ich recht gut herum gekriegt, denn hatte ich noch eine halbe Ewigkeit mit Daniele telefoniert, welcher wirklich sein Bestes gegeben hatte, was die Mission anging, mich aufzumuntern. Letztendlich hatte ich ihm dann noch versprechen müssen, dass ich sämtliche Chancen die sich mir, bezogen auf eine Beziehung mit Erik, boten ergreifen würde und mich nicht dagegen wehren würde, wie ich es bisher ja strickt tat. Nachdem ich dann also aufgelegt hatte, hatte ich mir meinen Laptop geschnappt und mich auf Seiten wie Facebook oder sogar Twitter rumgetrieben, fleißig Fragen beantwortet, mich für gemalte Bilder bedankt und Tipps angenommen, die Musik betrafen. Ich hatte mich mit der Community unterhalten, selbst wenn ich es nicht für nötig hielt, zu erwähnen was momentan los war. Dadurch, dass ich somit auch nicht daran denken musste, musste ich feststellen, wie mich die Gespräche wirklich aufmunterten, weil die Community oft einfach genauso war wie ich, mit all den Flachwitzen nur so um sich schmiss und mir tatsächlich ein Grinsen auf meine Lippen zauberte, was sich unglaublich gut anfühlte. Doch musste ich irgendwann auch aufhören stetig Sachen zu kommentieren, bevor gefragt wurde, was Erik tat, warum ich nicht bei ihm war und was hier abging. “Ich bin dann mal raus für heute, noch eine Runde am Strand spazieren gehen. Und wie stets mit euch? Was habt ihr heute noch vor?”, postete ich letztlich und loggte mich dann aus, war aber noch lange davon entfernt nach draußen zu gehen. Es war mir noch zu hell. Somit vertrieb ich die nächste Zeit mit Filmen, die ich mir ansah. Aber keine Schnulzen, welche mich nur noch trauriger werden lassen würden, sondern Apokalyptische Szenarien, wovon man aber die meisten Filme in die Tonne kloppen konnte. Es gab kaum etwas, was mich wirklich fesselte. Dennoch beschäftigte es mich und erfüllte somit die Aufgabe, die ich an diese Filme gestellt hatte, bis es wirklich dunkel geworden war.
Bei Anbruch der Dunkelheit und der kühlen Luft, welche durch die offene Balkontüre hereinzog, beschloss ich dann wirklich aufzubrechen. Die Chance verliebte Pärchen zu treffen war ziemlich niedrig und somit hatte ich wohl den ganzen Strand beinahe für mich alleine. Ich schloss die Balkontüre, schnappte mir eine Schlüsselkarte und meine Strickjacke, welche ich mir überzog, bevor ich mich nach draußen gab, wo mir eine frische Briese entgegen wehte und mir eine Gänsehaut verpasste. Sanft lächelnd fuhr ich mir durchs Haar und begab mich dann barfuß über den Steg, eine Treppe hinunter zu dem Strand, andem Erik und ich gestern noch nebeneinander her gelaufen waren. Aber nicht so fröhlich wie sonst, sondern schweigsam, mit einer angespannten Stimmung, welche sich nun nicht gebessert hatte, seitdem er wusste, was mich die letzten Wochen so bedrückt hatte. Vorhin hatte ich keinesfalls fair gehandelt, indem ich alles schlecht redete, aber ich wusste, dass er sonst wirklich versucht hätte, sich zu irgendetwas zu zwingen, wenn ich ihm nicht sagte, dass ich genau das nicht haben wollte. Ich hoffe er verstand das und hatte das keinesfalls falsch verstanden. Das letzte was ich wollte war, dass nun noch mehr Missverständnisse auftraten. In Gedanken versunken stapfte ich durch den kühlen Sand, aber mehr noch durch den, welcher durch die Wellen des Meeres immer mal wieder nass gemacht wurde, sodass ich Fußspuren im Sand hinterließ, welche ich mir auch immer mal wieder ansah, bis sie letztlich weggespült wurden.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 9:38 am

Denis:

Den Nachmittag hatte ich gemeinsam mit Erik verbracht und mich noch lange mit ihm über unsere Probleme unterhalten, alte Geschichten hochgeholt und mit ihm darüber gelacht, was sich in den letzten Wochen alles getan hatte. Vieles hatte sich verändert und doch waren einige bestimmte Dinge gleich geblieben. Aber die wichtigsten Veränderungen waren meine Liebe zu Manuel, und das Verlangen von Erik, Valentin lieben zu lernen. Es waren Dinge die wir beide ungerne zugaben und bisher wohl nur untereinander wussten, aber wir hatten beschlossen, das zu ändern. Zumindest in kleinen Schritten, nicht etwa gewillt alles zu überstürzen. Somit hatte sich Erik bei Anbruch der Dunkelheit auch von meiner Hütte entfernt und sich auf den Weg zu seiner eigenen gemacht um Valentin aufzusuchen, noch einmal mit ihm zu reden und vielleicht momentane Probleme wenigstens aus dem Weg zu schaffen, und ihm die Sache zu schildern. Ich hingegen wollte noch einmal zu Manuel und mich mit ihm über den grässlichen Morgen unterhalten, an welchem wir beide einige Fehler begangen hatten. Ich wollte mich entschuldigen und ihm beibringen, dass ich anders sein konnte, wenn ich wollte. Ich würde alles probieren um seine Meinung bezüglich mir noch einmal zu bessern. Und somit begab ich mich am Abend in einem schwarzen, dünnen Hemd und einer Jeans ein wenig zum Strand, um noch ein wenig Energie zu tanken. Ich war mir nicht sicher ob es so schlau war, direkt am gleichen Tag wieder auf ihn zuzugehen. Aber ich war der Sache gegenüber positiv gesinnt, hoffte auch, dass meine Entschuldigung bei ihm Anklang fand. Denn ich war nicht darauf aus, ihn nun wieder anzumachen. Ich wollte mich mit ihm unterhalten und einiges klarstellen. So kam es mir gerade recht, dass ich ihn an der Bar sitzen saß, an welcher ich mich gestern noch betrunken hatte.
Mit langsamen Schritten marschierte ich rüber zur Bar und blieb ein wenig neben dem Barhocker von Manuel stehen, fuhr mir leicht schüchtern durch meine Haare und brauchte kaum etwas hervor. „Hey‟, meinte ich nur leise und setzte mich dann bloß vorsichtig auf den Barhocker neben ihn. Der Barkeeper war glücklicherweise nicht der von gestern, weswegen ich erleichtert aufatmete und mir ein kleines Glas mit Absinth geben ließ. Ich wollte meinen Verstand bloß ein wenig auflockern, und das ging leichter, wenn ich ein wenig Alkohol trank. Ich rührte das Glas aber noch nicht an, als ich Manuel von der Seite musterte, und nur beobachtete, wie er auf den Tresen starrte. Ich wusste nicht wie er seinen Tag verbracht hatte, er wusste nicht dass ich Erik gestanden hatte, dass ich verliebt war. Und er würde es auch in den nächsten Tagen nicht erfahren, wo ich mir eigentlich ziemlich sicher war. Ich griff nach dem kleinen Glas mit dem Absinth und schwenkte dieses leicht unruhig etwas hin und her, während ich beobachtete, wie die Flüssigkeit nun hin und her schwappte. Währenddessen dachte ich über meine Worte nach, um nichts falsches zu sagen. Dann jedoch hob ich den Blick wieder zu Manuel an. „Es tut mir unfassbar leid, wie ich mich dir gegenüber verhalten habe. Es ist keine Ausrede, wenn ich sage, dass ich es nicht anders gewohnt bin‟, stellte ich etwas leiser klar und starrte kurz auf das leere Glas vor mir. „Das Problem ist, dass wir uns unter falschen Umständen getroffen und kennengelernt haben. Du kennst mich nicht wirklich, du hast dir eine Meinung über mich, arrogantes Arschloch, gebildet. Du weißt gar nicht dass ich auch normal sein kann‟, begann ich ziemlich ruhig und gelassen. „Ich habe mich falsch verhalten und mich dir falsch präsentiert. Ich reize bestimmte Dinge zu früh aus, wenn mein Interesse zu groß ist. Und mein Interesse an dir, war unermesslich.‟  Ich tat so als würde er mich nun nicht mehr interessieren, was ich schnell raffte. „Ehrlich gesagt ist es das noch immer. Aber ich habe vorhin nachgedacht. Unser Start war doof. Wir sollten neu anfangen, und uns wenigstens nun nicht gegenseitig schlecht machen. Jeder macht Fehler, und ich habe dich überfordert‟, meinte ich, während ich mir das Glas mit dem Absinth an die Lippen hob, und dann einen Schluck von diesem nahm. Der Absinth brannte im Hals, weswegen ich mich dazu entschied, das Glas direkt zu leeren. Als der Barkeeper mir noch ein Glas anbot, dankte ich ab und sah wieder zu Manuel. „Und, was hältst du davon, neu anzufangen? Freundschaftlich, oder meinetwegen auch ohne Freundschaft. Kollegen, von mir aus. Ich will nur nicht, dass wir uns gegenseitig das Leben zur Hölle machen.‟

Erik:

Das Gespräch mit Denis hatte mir erst die Augen geöffnet, auch wenn es komisch war, dass ich von selbst nicht auf diese ganzen Dinge gekommen war, und erst einen kleinen Schubser gebraucht hatte. Dieser brachte mich dazu, am Abend noch einmal unsere Hütte anzusteuern. Da fand ich Valentin allerdings nicht vor, weswegen ich dazu umschlug, in dieser Dunkelheit wirr Paare zu fragen, ob sie einen Jungen mit langen blonden Haaren gesehen hatten. Viele bejahten dies und lotsten mich rüber zum Strand, wo sie meinten, er sei einfach nur in immer die gleiche Richtung gelaufen. Bei dem letzten Paar welches mir das sagte, begann ich es auch zu glauben. Ein ruhiger Abendspaziergang ohne irgendwelche Hintergedanken war das aber bestimmt nicht. Ich begab mich auf den Weg zum Strand und ging diesen langsam ab, achtete stets auf die Umgebung um nichts zu übersehen. Aber wie konnte man Valentin auch übersehen, wenn man von weitem schon seine blonden Haare leicht im Wind fliegen sah? Ich belächelte dies leicht und ging ein wenig schneller, auch wenn ich wusste, dass ich in nun nicht so erschrecken oder überfallen durfte. Ich wollte es langsam angehen lassen und ihm zugleich nicht beibringen, dass ich mich erst verlieben musste. Ich wollte ihm einfach eine schöne Zeit bescheren und ihn glücklich machen, ohne etwas dafür zu verlangen.
Mein Schritttempo nahm wieder ab, als ich endlich neben im angekommen war. Meine Hände hatte ich mittlerweile in die Hosentaschen meiner Jeans geschoben, da sie doch ein wenig kalt geworden waren. Ich wusste dass er mir wahrscheinlich nicht sehr viel zu sagen hatte, ich hingegen auch nicht, aber dennoch war es wichtig, dass er nun von meinen Plänen erfuhr. Zumindest ein wenig vermuten konnte, was ihn in der nächsten Zeit erwartete. Aber war es so schlau, mit Worten zu arbeiten? Taten waren vielleicht genau so wenig angebracht. Aber wie sollte ich ihn behandeln? Ich streckte meine Hand aus und griff nach seiner, allerdings nicht um nun die ganzen Paare nachzumachen. Ich hielt ihn ab, nun noch weiterzulaufen. Dass ihm das nicht gefiel, war mir direkt klar. Aber ich ließ mich nun nicht noch versetzen, weswegen ich in ohne weitere Worte in meine Arme zog und ihn auch weitgehend in dieser liebevollen Umarmung hielt, weil ich nicht riskieren wollte, dass er sich nun von alleine wieder befreite, auch wenn ich einen gewissen Widerstand spürte. „Ich habe nie gesagt dass ich dich liebe, und auch nicht, dass ich es nicht tue‟, flüsterte ich leise und strich mit meiner rechten Hand sanft über seine Haare. „Alles was ich sage tut dir weh. Aber soll ich dich anders behandeln, nur weil du verliebt bist? Ich tue dir nicht absichtlich weh, und du solltest das wissen‟, meinte ich und löste mich langsam aus der Umarmung, ließ meine Hände an seine Wangen gleiten damit er seinen Blick nicht abwendete. „Sag mir wie ich mich verhalten soll, um dich nicht zum Weinen zu bringen oder dich fertig zu machen. Wie soll ich mit dir umgehen, ohne dass du dich schlecht fühlst, weil du mir ein wenig mehr Zeit gibst, weil mir die Überforderung auf den Magen schlägt?‟
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 11:19 am

Manuel:

Es schien vermutlich vollkommen bescheuert, wie ich einfach nur an der Bar saß und mehrere Gläser Cola trank, mich von dem Alkohol stets verhielt, obwohl all die anderen sich die Kante gaben, wohl einiges vergessen und verdrängen wollten oder weil sie ihre Grenzen nicht kannten. Weil mich letztlich selbst der Barkeeper skeptisch musterte, rang ich mich dann dazu durch mir ein Glas Rum zu bestellen, welches ich jedoch nur langsam und zögerlich zu leeren begann, weil ich nicht sonderlich viel vertrug und noch mitbekommen wollte, wann ich an meine Grenzen stieß. Ich starrte bloß Löcher in die Luft, bevor ich mich dazu zwang, meinen Blick auf den Tresen zu senken, um nicht ausversehen noch irgendjemanden anzustarren.
Als ich ein leises “Hey” neben mir vernahm, musste ich meinen Kopf nicht einmal drehen um zu wissen, wer dort neben mir auf einem Barhocker Platz genommen hatte. Doch schien Denis gerade ziemlich unsicher und schüchtern, was mir seine weiteren Worte nur noch einmal zeigten, nachdem er sich einen Absinth bestellt hatte. Er versuchte wirklich sich zu entschuldigen, mit einer Erklärung, die ich ihm glaubte, weil es bei mir nicht anders war. Immerhin war ich das alles eben nicht gewohnt und vollkommen überfordert mit dieser Situation, genauso in diesem Moment, weil in meinem Kopf alles drunter und drüber ging. Ich leerte mein Glas, sodass ich kurz innehielt, da der hochprozentige Alkohol in meinem Hals brannte, vor allem weil ich das alles nicht gewohnt war, und bestellte mir noch eins, während ich den Worten von Denis folgte. Während er nach Erklärungen suchte, die verständlich machten, warum der Kontakt zwischen uns bisher nie geklappt hatte, hatte ich das nächste Glas schon halb geleert und belächelte nur die Tatsache, dass er sich tatsächlich noch korrigiert hatte, nachdem er von seiner Sehnsucht als Erstes in der Vergangenheit geredet hatte, sie dann aber wieder in den Vordergrund zog, indem er mir erklärte, dass es nun ja nicht einmal anders war. Jedoch ließ ich das ganze vorerst unkommentiert, hörte ihm einfach weiter zu und konzentrierte mich auf seine Worte, was mir mit der Zeit immer schwerer fiel. “Neu anfangen hört sich gar nicht mal so schlecht an. So können wir Missverständnisse vermeiden.”, erklärte ich knapp. “Aber auch mir tut es leid. Ich war.. Ich bin mit dem Ganzen noch ein wenig überfordert. Ich weiß einfach nicht, wie ich mich dir gegenüber verhalten soll. Das mit vorhin war aber definitiv falsch. Ich wollte aber keinesfalls, dass du unter meiner Art zu leiden hast.”, erklärte ich und war schon drauf und dran mir ein drittes Glas zu bestellen, jedoch bemerkte ich recht früh, dass es keine gute Idee war, wenn ich nun noch ein Glas hinunter zwang. Wenn ich meine Regeln wieder brach, was ich mitterweile viel zu gerne tat. Ich wollte nicht über meine Grenzen hinaus, welche ich mittlerweile wirklich erreicht hatte. Aber ich war ja fest der Überzeugung, dass ich gerade noch so an der Grenze vorbei schlitterte und mich, sowie meinen Verstand, noch beisammen hatte, was aber von Sekunde zu Sekunde weniger der Fall war, obwohl ich mittlerweile schon wieder auf Cola umgestiegen war, weil mein Körper den Alkohol definitiv nicht vertrug. Die zwei Gläser Rum waren einfach zu viel gewesen, was ich einsehen musste. Denn mittlerweile merkte ich, wie mir leicht schwummerig wurde und ich kaum noch vernahm, was um mich herum passierte, einfach nur mitbekam, wie Denis noch immer ruhig neben mir saß. Ob er derweil etwas gesagt hatte oder nicht, wusste ich nicht, war mir aber auch ehrlich gesagt vollkommen egal. “Aber was wäre... wenn ich mich doch an deine Art gewöhnen könnte, wie sie nun mal ist? Die Tatsache, dass... du eben einfach nicht warten willst.. was Annäherungen angeht.” Ich blickte nun stur in die Richtung von Denis, während ich mein Glas Cola achtlos auf dem Tresen stehen ließ. “Abgeneigt dem gegenüber bin ich ja nun nicht unbedingt... wie du vielleicht weißt.” Mein Verstand war wohl doch noch fähig genug, um festzustellen, dass ich keinesfalls Anstalten machen durfte, mich ihm nun noch ernsthaft zu nähern, nachdem ich es schon mit meinen Aussagen unbewusst vollkommen übertrieb, selbst wenn ich das alles wirklich ernst meinte.

Valentin:

Ich war eine ganze Weile unterwegs gewesen, hatte mich an die kühle Nachtluft gewöhnt, welche mich nicht einmal mehr erzittern ließ, weil meine Strickjacke mir genügend Wärme spendete. Doch irgendwann war diese nächtliche Ruhe unterbrochen worden, indem ich abrupt davon abgehalten wurde, nun noch Schritte in die ehemalige Richtung zu machen. Somit drehte ich mich beinahe ein wenig erschrocken um, ehe ich schon an Eriks Brust hing, vermutlich genauso hilflos wie ich ausgesehen hatte. Ich musste sagen, dass ich seine Nähe wirklich genoss, ob nun als bester Freund oder sonstiges und so hörte ich auch ruhig und aufmerksam seinen Worten zu, selbst nachdem er mit seinen Händen, welche an meinen Wangen verweilten, dafür sorgte, dass ich ihm auch ja nicht auswich, selbst wenn ich das im Moment gar nicht vorhatte. “Du musst mich nicht behandeln, als wäre ich besonders zerbrechlich, nur weil ich verliebt bin.”, murmelte ich leise und atmete tief durch, während ich meine Hände einfach weiter achtlos runterhängen ließ, weil ich wusste, wie unangenehm es ihm wäre, würde ich diese nun an seine Brust legen, selbst, wenn es nur war, um nicht blöd dazustehen. “Du kannst mit mir reden wie sonst auch, nur zerbrech dir nicht deinen Kopf darüber, was du sagst. Ich werde das alles schon verkraften.” Ich lächelte etwas und runzelte dann nachdenklich die Stirn. “Was die Zeit angeht.. du kannst dir meinetwegen so viel nehmen, wie du willst. Vielleicht um das alles zu verkraften, eine Lösung zu finden oder auch, um zu planen, wie du mich am besten los wirst.”, scherzte ich und blickte ihn an. “Aber versprich mir, dass du mich nicht mehr alleine lässt, nur weil ich mal wieder in einem Konflikt mit mir selbst verstrickt bin und niemanden an diesem lustigen Spiel teilhaben lasse.” Ich wollte wirklich nicht, dass er noch einmal wegging und irgendwo unterkommen musste, sodass ich nicht einmal genau wusste, wo er sich aufhielt, solange ich mich nicht bei ihm meldete. Es klang blöd, doch hatte ich mir trotz allem irgendwo Sorgen um ihn gemacht, selbst wenn Manuel sich hier auf dieser Insel befand. Ich hatte ja keine Ahnung, wie Erik das Ganze aufgenommen hatte. Doch scheinbar ganz gut. Solange er nur Zeit brauchte um sich über die Zukunft klar zu werden und wie er das Ganze zum besten Wandeln konnte, würde ich Zeit geben, solang er denn nur wollte. Solang er sie brauchte, um ein, für ihn zufriedenstellendes, Resultat zu erreichen, wobei ich hoffte, dass es nicht damit zusammenhing, mich zurück zu lassen. “Ich verspreche dir im Gegenzug meinetwegen auch, dass ich nie wieder lüge und nichts mehr so lange vor dir geheim halte, wenn ich selbst damit nicht klar komme. Ich verspreche dir, dass ich erzähle, wenn mich etwas bedrückt. Wenn nicht immer am selben Tag, dann aber in naher Zukunft, sodass du nichts so erfahren musst, wie das nun eben der Fall war. Deal?”, fragte ich anschließend nach all den Worten, die ich losgeworden war, und hob eine Augenbraue, lächelte jedoch. Ich wollte meinen besten Freund auf keinen Fall verlieren, das hatte Daniele mir auch kenntlich gemacht. Ich wollte Erik an meiner Seite haben. Ob nun tatsächlich als festen Freund oder eben weiterhin als Besten, würde die Zeit ergeben, für welche ich unglaublich dankbar war, egal wie es auskommen würde. Immerhin durfte ich schon mein ganzes Leben mit solch einer wundervollen Person verbringen. Da meine Gedanken mir aber zu sehr ins kitschige und klischeehafte übergingen, entriss ich mich ihnen. “Außerdem kannst du dann auch wieder deine eigene Hütte beziehen und musst nicht bei irgendwem unterkommen. Immerhin hast du für diese Hütte bezahlt und ich hingegen.. habe gar nichts dazu beigetragen.”


Zuletzt von Clarity am So Jun 01, 2014 8:29 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Fr Mai 30, 2014 12:38 pm

Denis:

Schneller als gewollt spürte ich, wie dumm es von mir gewesen war, Manuel bloß dabei zuzusehen, wie er sich einen zweiten Rum bestellte, ohne dass ich selbst wusste, was er nun vertrug. Ich für meinen Teil vertrug normalerweise ziemlich viel, nur Absinth machte mich wirklich fertig. Und meinen Absinth hatte ich bereits gekippt, womit für mich eigentlich schon genug Alkohol im Körper war. Ich brauchte mich nicht wieder besaufen wie gestern, glaubte auch eigentlich nicht dran dass Manuel der Alkohol fertig machen würde, aber ich hatte mich völlig geirrt. Denn nach einer geraumen Zeit merkte ich, wie seine Konzentration, mir zuzuhören oder sich normal mit mir zu unterhalten, einfach nachließ. Ich konnte sagen was ich wollte, er schaffte es einfach nicht, sich mit mir zu beschäftigen. Was sollte ich denn nun groß machen? Ich konnte ihn nicht hier sitzen lassen und ihn nicht zu seiner Hütte bringen, weil mich seine Freundin sonst köpfen würde. Sie würde sicher denken ich hatte ihn abgefüllt und vergewaltigt, die Alte hatte doch ohnehin einen Schaden und erwartete nur solche Dinge von mir. Ich seufzte laut auf und bezahlte den Barkeeper weil Manuel dazu nicht wirklich kam, nicht mal mehr wusste wann er sich den Rum bestellt hatte, und ob vielleicht nicht noch etwas anderes dazwischen gelangt war. Ich konnte ihm das auch nicht sagen, ich wusste nur, dass er nicht viel vertrug. Und das machte er mir noch einmal deutlich, als er neben mir anfing, hemmungsloser als zuvor zu agieren. Seine Wortwahl blieb stets beherrscht und doch verlangte er beinahe schon viel zu viel. Er sprach davon dass er meiner Art gegenüber nicht abgeneigt war, und auch nicht vor Annäherungen zurückschrecken würde. Somit blieb für mich auch nichts mehr übrig, als zu schweigen. Denn was sollte ich sagen? Ich konnte darauf nicht eingehen, wenn er dicht war, keine Ahnung hatte, was er von sich gab, und ich wohl am nächsten Tag das Arschloch wäre, nur weil er sich selbst abgefüllt hatte. Ich schluckte schwer und erhob mich von dem Barhocker, bevor ich Manuel an der Schulter von seinem hinunterzog. Als er vor mir stand, schon ein wenig schwankte, legte ich meine andere Hand auch noch auf seine Schulter und verdrehte die Augen. Wo sollte ich denn nun mit ihm hin? Nach seinen Worten wäre es dumm, ihn mit zu mir zu nehmen. Aber wäre es schlau, ihn seiner Freundin auszuliefern? Keinesfalls, wenn ich nicht wusste, ob sie die Situation nicht sogar ausnutzen würde. Sie sagte doch, dass Manuel einzig und allein ihr gehörte, und somit auch sein Körper. Wie würden noch früh genug sehen, wie das wirklich war. Ich schüttelte diesen Gedanken schnellstens ab und schob eine Hand an Manuels Kinn, drückte dieses leicht hoch damit sein Kopf nicht so hinunter hing, weil er zu fertig war, um sich noch die Mühe zu machen, ihn aufrecht zu halten. „Wenn deine Freundin das rauskriegt, bist du der Erste, den ich beschuldige‟, murmelte ich und stützte ihn so gut es ging, um mich mit ihm auf den Weg zu meiner Hütte zu machen. Tragen konnte ich ihn nicht, auch wenn es praktischer gewesen wäre. Er war größer als ich und zudem stärker gebaut, ich brauchte mich daran, trotz meiner Muskeln, gar nicht versuchen. Und dadurch dass ich ihn bloß stützte und er noch alleine laufen musste, dauerte es auch ewig. Er tratschte sinnlose Dinge und blieb häufig stehen, sackte hier und da mal zusammen und machte mir den Weg zur Hölle. Am liebsten hätte ich in gepackt und ihm eine Schelle verpasst, damit er wieder ein wenig zu sich kam. Aber gegen Alkohol brachte Gewalt einfach nichts. Über den Gedanken grinste ich doch leicht, als wir in der Nähe meiner Hütte angekommen waren. Ich befasste mich schon mal damit nach meiner Schlüsselkarte zu fischen, welche ich glücklicherweise schneller gefunden hatte als sonst. Mit dieser öffnete ich die Türe und drängte Manuel vorerst in den Eingangsbereich, lotste ihn aber ziemlich schnell in mein Schlafzimmer, wo ich ihn zuvor kurz aufs Bett drückte und ihm dann aus seinen Schuhen half, mir das gleich tat und hinterher kurz in die Küche lief um einen Schluck zu trinken. Das hier war ganz und gar nicht gut. Er war betrunken und hatte schon angedeutet, dass er Annäherungen nicht scheuen würde. Ich war nicht völlig dagegen, aber es würde mir sicherlich nicht gut tun, ihm nahe zu kommen, während er besoffen war. Und stets nicht wusste, dass ich in ihn verliebt war.
Ich ging zurück ins Schlafzimmer und sah wie Manuel dort noch immer völlig fertig am Bettrand saß, anstatt sich zurückfallen zu lassen, und einfach zu schlafen. Ich beobachtete ihn etwas aus der Entfernung, trat dann aber ein wenig an das Bett heran und blieb vor Manuel stehen, sah zu im runter und seufzte. „Du bist so ein Vollidiot‟, murmelte ich leise und hockte mich vor ihm hin, während ich stets seine Mimik nicht aus den Augen ließ. „Brauchst du irgendwas?‟, fragte ich dann dennoch ziemlich vorsichtig. Ich wollte ihn nun nicht bemuttern oder sonstiges. Aber was blieb mir? Ich erhielt nur aufrecht, was ich mir geschworen hatte. Auch wenn Manuel ein gefundenes Fressen, ein Opfer zugleich für mich war. Ich wollte nicht unfair werden, nachdem ich mich entschuldigt hatte. Zärtlichkeiten auf eine ehrliche Art und Weise waren mir lieber.

Erik:

Alles was er sagte zog mich nur wieder an den Meeresgrund, auf den Boden der Tatsachen. Noch immer glaubte ich dass er sich selbst belog und das alles nur spielte, damit ich nicht wieder fragte. Aber wenn er nun glaubte dass ich das auf mir sitzen ließ, hatte er sich gewaltig geirrt. Mittlerweile hatte ich meine Hände wieder von seinen Wangen genommen und war einen Schritt zurückgegangen, um mich nun nicht zu überfordern. Ich wusste wie ich ihn zur Ruhe bringen konnte, aber ich wollte keinesfalls meine Reize und vor allem nicht seinen Status nutzen, um die Situation zu verschönern. Ich wollte eine Lösung finden und nicht gleich alles auf den Kopf stellen, aber das erschien mir als völlig perplex. Denn wie leicht war es, seinen besten Freund davon zu überzeugen, dass man sich bestimmt in ihn verlieben konnte? Ich beobachtete Valentin einen ganzen Moment lang und hegte weiterhin meine geheime Skepsis. Wenn er nur wüsste, was in meinem Kopf alles vorging. Selbst als er mit mir vereinbaren wollte, dass er mich nicht mehr anlog, konnte ich nichts von mir geben. Ich wollte ihm nicht glauben und mich erst selbst davon überzeugen, dass er ernst meinte, was er sagte. Aber wie konnte ich in dazu bringen, mich nicht mehr zu belügen? Bestimmte Dinge zumindest so zu manipulieren, dass sie glaubhaft klangen? Oder meinte er es wirklich ernst und keineswegs böse mit mir? Bevor ich ihm vertraute, vertraute ich lieber mit und meinem Instinkt. Ich trat den Schritt, den ich eben zurückgegangen war, wieder an ihn heran, und legte eine Hand an sein Kinn, welches ich leicht hoch drückte, damit er mir wieder in die Augen sah. „Ich zwinge mich nicht‟, meinte ich leise als ich mich ein wenig vorgebeugt und meine andere Hand an seine Hüfte geschoben hatte. Es war mir neu, es war etwas, was ich eigentlich zurückhalten wollte. Aber ich wusste dass er mich anders nicht ernst nahm oder beachtete, und wie konnte ich anders? Ich wollte seine Aufmerksamkeit nun so sehr, dass mich nicht störte, wie ich zuvor an meine Moral und meine Gutherzigkeit appelliert hatte. Ich wollte Ordnung schaffen und ihm nahebringen wie es wirklich um uns gemeinsam stand, denn er war nicht so alleine, wie er es wohl dachte.
Mittlerweile war ich ihm noch näher gekommen und hatte nur noch eine kleine Entfernung zu seinen Lippen, hielt aber meinen Blick auch noch willig in seinen Augen, um zu beobachten, wie er reagierte. Sein hektischer Atem verdeutlichte sich mittlerweile, nicht nur weil sein Brustkorb sich schneller hob, sondern auch weil sein warmer Atem meine Lippen erreichte. Ich lächelte schwach als ich meinen Blick kurz gesenkt hatte. Vielleicht beging ich damit einen Fehler und verschreckte ihn, vielleicht tat ich ihm damit auch einen Gefallen, so genau konnte ich das aber nicht einschätzen. Mein Blick lag mittlerweile wieder in seinen Augen, von ihm entfernt hatte ich mich allerdings noch immer nicht. Es wurde ernster und er schien das zu merken, wurde auch deswegen nicht viel ruhiger. Mein Herz ging mindestens genau so schnell wie seines, mein Puls raste und mir war unglaublich warm. Ich fühlte mich nicht einmal schlecht. Es war sogar ganz gut, Kontrolle über die Situation zu haben. „Ich brauche Zeit um herauszufinden ob das mit uns mehr als nur eine Freundschaft werden kann. Ob es genug Halt bekommen wird, damit es nicht zerbricht‟, flüsterte ich an seine Lippen. „Denn was tun wir, wenn das scheitert?‟ Mittlerweile starrte ich auf seine Lippen und befasste mich intensiver mit den Gedanken in meinem Kopf, noch immer nicht fähig abzuschätzen, was in seinem Kopf gerade vorging. „Wenn mir gefällt, was ich tue, wirst du in den nächsten Tagen an der vielen Liebe ersticken‟, hauchte ich noch und sah noch einmal rauf in seine Augen. „Versuch nicht nett zu sein, wenn es dir weh tut. Ich will dass du ehrlich bist. So wie ich es nun auch mit mir bin‟, waren die letzten Worte die ich an seine Lippen hauchte, ehe ich meine vorsichtig, gewagt und zärtlich zugleich auf seine senkte, als meine Hand mittlerweile in seinen Nacken gerutscht war. Von nun an konnte er selbst entscheiden, wie abgeneigt er der ganzen Sache doch gegenüber war. Ich für meinen Teil empfand nichts. Nichts, was mich beunruhigte oder anwiderte. Ich küsste meinen noch besten Freund und fühlte mich dabei nicht einmal schlecht, spürte hingegen eher, wie gut mir das eigentlich tat. Würde Valentin das nun als erbärmlichen Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen, werten, wäre sowieso alles für umsonst gewesen. Aber ich hatte so vieles mit ihm vor, eigentlich. Nicht nur die nächsten Tage zu den Schönsten zu machen. Nein. Wenn ich den Jungen lieben wollte, dann auch mit Leib und Seele. Wenn, sollte er nur mir gehören.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Sa Mai 31, 2014 1:37 am

Manuel:

Davon, wie Denis meine Drinks bezahlte, mich von dem Barhocker, rüber zu seiner Hütte geschleppt hatte, hatte ich kaum noch etwas mitbekommen, bemerkte nur plötzlich die weiche Matratze unter mir, sodass ich beinahe nachgeben wollte, weil ich mich schwer tat, wach zu bleiben, wenn ich nicht irgendwas fokussieren konnte. Doch trat Denis letztlich wieder in mein Sichtfeld, mit der Frage, ob ich irgendetwas brauchen würde, was ich nur belächeln konnte. Ich strecke meine Hand nach seinem Arm aus und verfehlte glücklicherweise nicht, sodass ich ihn anschießend zu mir aufs Bett zog und mich, noch ein wenig schwankend und dennoch bestimmt, auf seinem Unterleib niederließ, während ich ihm in die Augen sah. “Dich.”, keuchte ich letztlich leise an seine Lippen, wusste aber, wie wenig Alkohol man so riechen würde, dank des hochprozentigen Gifts, welches bloß Schaden anrichtete, aber nicht noch soetwas wie eine Fahne mit sich zog.
Ohne groß abzuwarten, senkte ich meine Lippen schließlich auf die von Denis und wollte auch gar nicht einsehen, dass das was ich tat vielleicht falsch war, wenn es sich so richtig anfühlte. Ich war zwar betrunken und mochte von dem Ganzen nichts mitbekommen, doch konnte ich sagen, dass meine Planungen, die ich ihm gegenüber in meinem betrunkenen Zustand hegte, nicht allzu schlimm waren, weil ich einfach nur das tun wollte, wozu es die ganze Zeit über nie gekommen war, weil immer irgendetwas gestört hatte. Nun hätte natürlich der drastische Akoholpegel in meinem Blut störend sein können, doch wen hatte dieser nun noch zu interessieren?
Diese Meinung hielt ich auch bei, als ich mich letztlich für einen Moment von seinen Lippen löste und mich stattdessen seinem Hals widmete, welchen ich ohne zu zögern zu liebkosen begann. Ich verteilte Küsse auf diesem, fuhr mit meiner Zunge über einige Stellen und war hin und wieder drauf und dran gewesen, ihm einen Knutschfleck zu verpassen, ob er nun wollte oder nicht. Viele Chancen gab ich ihm bisher sowieso noch nicht, da mein Körper sich wohl sicher war, dass er nicht mitziehen würde, solange sein Verstand noch so funktionierte, wie es eben der Fall war. Er würde nicht mit mir schlafen solange ich betrunken war. Zumindest, solange ich ihm nicht deutlich gezeigt hatte, dass der Alkohol meine Fähigkeiten, was nun Zärtlichkeiten anbelangte, nicht beeinschränkte. “Das Einzige, was ich brauche, bist du und dein Körper.. und den werde ich mir heute Abend nehmen..”, flüsterte ich schließlich in die Nähe seines Ohres, trotz meines alkoholiserten Zustandes, verführerisch und klar, als hätte ich nichts getrunken. “Danach.. können wir gerne einen Neuanfang starten.. aber diese Nacht, will ich doch gerne Zärtlichkeiten widmen.” Mein Hirn war gar nicht fähig noch mehr Schwachsinn zu produzieren, welchen ich ihm entgegen bringen konnte, sodass ich letztlich nur noch in der Lage dazu war, ihn wieder in einen Kuss zu ziehen, hoffend dass er sich auf das Ganze einließ und mich nicht von sich wies nur weil ich betrunken war und nichts davon mitbekam, nicht einmal klar war, ob ich von meinem Handeln morgen überhaupt noch etwas wissen würde. Der Alkohol hatte mich fertig gemacht und mir sämtlichen Verstand, sowie mein klares Denken geraubt, sodass ich meinem Verlangen und meiner Lust, trostlos ausgeliefert war und dieser nachgehen konnte, ohne von mir selbst gestoppt zu werden. Doch vielleicht tat mir diese Zwanglosigkeit mal ganz gut, frei von meinen Regeln und Gedanken, einfach nur das genießen, was ich wirklich wollte, mir aber nicht eingestand, was in diesem Fall nun einfach das unglaubliche Verlangen zu Denis war, welches gestillt werden musste.

Valentin:

Nach meinen Worten hatte ich Erik ein wenig missmutig beobachtet, aus Angst er hatte etwas falsch aufgegriffen, und ging deswegen wieder auf Abstand, überlegte sich alles anders, während ich bloß an Ort und Stelle stehen blieb und ihn ansah. Ich wendete meinen Blick auch vorerst gar nicht von ihm ab, selbst als ich mich unglaublich dämlich fühlte, wie ich nur dastand und ihn anstarrte.
Jede seiner Bewegungen nahm ich war, weil ich gebannt darauf achtete wie er reagierte, wie seine Mimik und Gestik war, nachdem ich ihm das Ganze eben schon so einfach wie möglich gestalten hatte wollen. Er sollte sich meinetwegen so viel Zeit nehmen wie er brauchte, musste mir, wenn er nicht wollte, auch nie sagen, ob er sich nun in mich verliebt hatte oder nicht, wenn ihm die Zeit letztlich reichte, um eine Entscheidung zu fällen. Nach dem Gespräch mit Daniele war mir auf jeden Fall klar geworden, dass ich Erik keinesfalls verlieren wollte, koste es, was es wolle.
Nachdem Erik letztlich aber wieder Nähe zu mir gewann, indem er wieder vor mir trat und den Schritt, den er zurück gegangen war, wieder auf mich zu machte, merkte ich, wie mein Herz wieder anfing schneller zu schlagen, was sich nicht besserte, als er eine Hand an mein Kinn legte, um mich dazu zu bringen, ihm in die Augen zu schauen, was ich dann natürlich auch tat. Doch anstatt mir eine Antwort zu geben und mir zu erklären, dass er damit einverstanden war und den Deal mit mir einging, kam er mir noch näher und ließ kaum noch Abstand zwischen uns, sodass ich schon seinen Atem an meinen Lippen spürte, was mich verrückt werden ließ. Mein Puls stieg rasant in die Höhe, weil mein Herz schneller schlug, sowie ich es mir auch mit dem Atmen schwer tat, nachdem ich die ersten Sekunden die Luft angehalten, jedoch bemerkt hatte, dass ich nicht die ganze Zeit so verweilen konnte. Ich blickte ein wenig erschrocken in seine Augen, weil ich nicht mit solch einer Tat gerechnet hatte, solch abrupter Nähe, nicht wissend, was ich tun sollte, um weniger dumm rüber zu kommen, wie ich es gerade tat, eben weil ich bloß so nutzlos vor ihm stand, wie gebannt auf seine Lippen starrte. Ich hörte ihm so aufmerksam zu, wie es mir möglich war, während jedoch sein Atem an meinen Lippen, mir sämtliche Konzentration zu stehlen versuchte. Ich hoffte einfach, dass jegliche Versuche in Richtung einer Beziehung nicht scheiterten, weil ich es mir so sehr wünschte, mich schon so lange danach sehnte, eine Beziehung mit ihm einzugehen. Zwar konnte ich nichts verlangen, doch konnte ich mich ins Zeug legen, um Erik zu überzeugen, was eine Beziehung mit mir anging,wenn Erik sich schon darauf einließ, mir so nahe zu kommen, ohne mir eine Abneigung gegenüber zu bringen. Ich wollte, dass er mich lieben konnte, ohne sich zwingen zu müssen. Ich wollte, dass er einer Beziehung positiv gegenüber stand und mich nicht mehr als besten, sondern als festen Freund sah. Natürlich würde das alles Zeit kosten und es konnte sein, dass diese Versuche scheitern würden. Doch war es trotz allem einen Versuch wert.
Nachdem Erik mich belehrt hatte, dass ich ehrlich zu ihm sein sollte, so wie er es nun auch mit sich war, bestimmt auch in nächster Zeit sein würde, obwohl es ihm vermutlich auch nicht leicht fiel, senkte er dann schließlich seine warmen Lippen auf meine und sofort durchfuhren meinen Körper Hitzewellen, unter welchen ich normalerweise wohl eingegangen wäre, mich nun aber eher gleichzeitig mit Adrenalin und Glücksgefühlen versorgten, selbst wenn ich wusste, dass das Ganze noch keinesfalls auf ernsthaften Gefühlen basierte. Aber es war schön. Es war das, was ich mir ebenfalls lange gewünscht hatte. Erik nahe sein zu dürfen, ohne abgestoßen zu werden. Ich erwiderte noch ein wenig zögerlich und verlegen seinen Kuss, während ich letztlich meine Hände an eine Brust legte, einfach, weil ich nicht so nutzlos und hilflos in der Gegend rum stehen wollte, wenn Erik sich schon überwunden hatte, um mir so nahe zu kommen, was ich dann, solange ich die Möglichkeit hatte, auch auskosten wollte, selbst wenn mein kleines Herz kaum noch mitkam, weil es so schnell schlug.
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Sa Mai 31, 2014 2:42 am

Denis:

Binnen kürzester Zeit hatte sich mein Standpunkt auf mein Bett verlagert, auf welchem ich hilflos unter Manuel lag und ertrug, wie er in seinem alkoholisierten Zustand mit mir spielte, was mir einerseits absolut nicht passte, andererseits aber genau das war, was ich wirklich wollte. Mein Körper hatte sich nach ihm und seinen Berührungen gesehnt, aber es stand nicht im Vergleich, wie das alles ablief, wenn er betrunken oder nüchtern war. Ehrlich gesagt war er mir sogar nüchtern lieber als betrunken, weil ich schon wusste, dass ich nun Auslöser dafür wäre, dass es überhaupt zum Sex kommen würde, wovon ich bereits ausging. Ich wäre Schuld daran mit ihm geschlafen zu haben, und würde seine Freundin das erfahren, wäre ich direkt das schwarze Schaf. Aber was interessierte mich seine dumme Freundin? Sie hatte mir eine Ansage gehalten und ich hätte alle ihre Anforderungen fast erfüllt. Aber auch nur fast. Manuels Lippen trieben meinen Puls höher und ließen mein Herz schneller klopfen, durch das Adrenalin welches durch mich rauschte. Und so sehr ich auch versuchte noch einen kühlen Kopf zu bewahren, ich wusste, dass ich ihn nun nicht versetzen konnte. Er war dicht und wusste nicht was er tat, brachte es heute ohnehin zu nichts mehr. Aber vielleicht erinnerte er sich wieder daran und merkte doch, dass ihm die Nähe zu mir gefallen hatte. Wenn ich das erzielen konnte, würde ich diese Nacht tatsächlich nicht so wegwerfen, wie mein Kopf es aufgrund meiner Gefühle eigentlich wollte. Ich konnte mir hiermit das Herz brechen, zugleich aber auch meine Liebe verstärken, wenn ich erst einmal wusste, wie es war, Sex mit diesem Mann zu haben. Ganz gleich wie dicht er doch momentan war. Wenn sich keine andere Möglichkeit bieten würde, hätte ich diese versäumt. Und das wollte ich keinesfalls ertragen.
Als er sich von meinem Lippen gelöst hatte und sich stattdessen mit meinem Hals beschäftigte, ließ ich meine Hände an seinen Hintern gleiten und keuchte schwer auf. Ich spürte seine Zunge und die intensiven Küsse durch die Hitze die sich mittlerweile im Raum gesammelt hatte, nur viel exzessiver als es mir sonst möglich gewesen war. Er hatte sich irgendwann auch wieder von meinem Hals gelöst und für einen Moment außer Acht gelassen, was er eben angezettelt hatte. Lieber ging er noch einmal mit für ihn wahrscheinlich sinnlosen Worten darauf ein, dass ich es gleich bis zum Sex treiben würde, weil er dazu gar nicht mehr fähig war, und es dennoch genau so haben wollte, wie er mir mit seinen Worten nur noch einmal zeigte. Und noch bevor er mich etwas erwidern ließ, zog er mich wieder in einen zärtlichen Kuss welchen er auch gar nicht ausweiten konnte, weil ich ihn davon abhielt. Ich vergrub eine Hand in seinem Schopf und zog seinen Kopf leicht hoch, sah ziemlich fordernd rauf in seine Augen und drückte seinen Kopf herab zu meinem Hals, neigte meinen Kopf dann leicht so, dass ich ihm noch etwas ins Ohr flüstern konnte. „Wenn du nun schon meinen Körper willst‟, flüsterte ich verführerisch, „kann es auch jeder durch eine Kleinigkeit erfahren.‟ Ich lächelte und hob meinen Blick wieder zur Zimmerdecke an, ehe ich auch schon spürte wie Manuel auf meinen Wunsch einging. Es war mehr ein Wunsch als ein Befehl, nicht etwa weil ich jedem zeigen wollte, dass ich mit dem Mann geschlafen hatte, den ich liebte. Sondern eher weil ich ihm dann lehren konnte, dass er mir wirklich nahe gekommen war, und das alles eine gewisse Bedeutung mit sich trug. Ich spürte wie er an einer Stelle meines Halses küsse aufdrückte und hin und wieder etwas exzessiver an der gleichen Stelle saugte, sich wieder damit befasste diese Stelle zu küssen, weil sie empfindlicher wurde, und dieses Spiel so lange trieb, bis er glaubte, dass es reichte. Das würde ich noch früh genug feststellen, und somit zog ich ihn am Schopf wieder hoch zu mir, bevor ich meine Hände unter sein Shirt gleiten ließ und ihn hinterher aus diesem befreite. Ich warf es achtlos in eine Ecke des Raumes und schob eine Hand in Manuels Nacken, um in wieder in einen Kuss zu ziehen, um seinen Blick nicht ertragen zu müssen, welcher von Hunger nach Zärtlichkeiten nur so geprägt war. Dieser Blick machte mich nur wuschig und brachte mich dazu, Dinge wieder objektiv zu sehen. Und das war momentan einfach nicht meinem Schema entsprechend.
Manuel hatte sich mittlerweile von mir befreit und fummelte an seiner Jeans rum, während ich mit zwei Fingern die Stelle entlang fuhr, an welcher Manuel sich zuvor noch zu schaffen gemacht hatte. Mein Stolz über einen Knutschfleck von ihm konnte ich nicht leugnen, er hätte sich schließlich weigern können, wobei das in dem Zustand eher unmöglich war. Als ich fertig mit meiner Bewunderung war, schielte ich zu Manuel. Ich hatte mich längst von meiner Jeans und meinem Hemd befreit, er hingegen kam nicht voran und wurde deswegen schon biestig. Ich lächelte und rutschte an die Bettkante, an welcher er saß. Ich platzierte mich hinter ihm, kniete nun dort und konnte leicht mit meinen Händen über seinen Oberkörper fahren, spürte schon im nächsten Moment wie er seinen Kopf leicht in den Nacken fallen ließ, und somit leicht gegen meine Schulter kam. Ich drückte ihm einen Kuss auf die Schläfe und ließ meine Hände abwärts zu seiner Gürtelschnalle gleiten, öffnete diese und befasste mich danach mit dem Reißverschluss. Manuel bekam davon kaum noch etwas mit, was mich ein wenig verunsicherte. Ich zog ihn wieder auf das Bett und drückte ihn mit dem Oberkörper auf die Matratze, hob seinen Kopf jedoch leicht an als ich mich über ihn gebeugt hatte und nun mit meinem Unterleib leicht gegen seinen Hintern drückte. „Bist du dir sicher, dass du das willst?‟, flüsterte ich fragend, woraufhin er erst nur nickte, dann aber ein „Mehr als alles andere‟ zurückgab, was mir bestätigte, dass er wenige Taten noch mitbekam. Somit rutschte ich wieder ein wenig zurück und zog ihm die Boxershorts runter, entschied mich dann aber diese lieber ganz los zu werden, und warf sie einfach neben mich, ehe ich mich ebenfalls aus meinen Boxershorts befreite und mir durch die Hitze, die mich noch immer folterte, mit dem Handrücken über die Stirn fuhr. Unser Vorspiel war trotz des Alkohols den er intus hatte zu lang gewesen, dennoch genießbar und reizend zugleich. Und über das, was morgen passieren würde, machte ich mir auch längst keine Gedanken mehr. Es lag an ihm, ob er es morgen wieder aufgriff. Denn eins stand fest: der Knutschfleck an meinem Hals, der mittlerweile einen leicht lilafarbenen Ton angenommen hatte und sogar etwas größer geworden war, stammte von ihm. Ich belächelte diese Tatsache leicht und ergriff Manuels Hände, mit welchen ich meine verschränkte, bevor ich sie in die Matratze drückte um ihm die Möglichkeit zu geben, die ersten Schmerzen gleich schneller überstehen zu können. Und um ihn nicht weiter auf die Folter zu spannen, versenkte ich mich mit einem schwerfälligen Keuchen in ihm, ließ stets nicht von seinen Handgelenken ab, als er begann, sich befreien zu wollen um sich noch exzessiver in die Matratze zu krallen, als er es ohnehin schon tat. Sein erstes lautes Stöhnen verriet mir, dass die Schmerzen im ersten Moment unzumutbar waren, aber nicht hießen, dass ich nun aufhören sollte. Ich baute einen angenehmen Rhythmus auf, in welchem ich mich in ihm versenkte und mich wieder aus ihm zog, bis er sich daran gewöhnt hatte und meine Ohren nicht mehr unter einem qualvollen Ton zu leiden hatten, bloß weil er das Ganze nicht gewöhnt war. Es mochte neu für ihn sein, aber leugnen, dass es ihm gefiel, konnte er nicht. Ich beugte mich mit der Zeit ein wenig zu seinem Nacken vor, hatte meine Hände mittlerweile von seinen gelöst und mich selbst auf der Matratze abgestemmt, um mein Tempo nicht verringern zu müssen. Mein Stöhnen und das schwere Keuchen durch die Hitze, das Gefühl welches durch mich rauschte, erstickte ich an seinem Nacken, welchen ich mit Küssen bedeckte und mit meiner Zunge erkundete. Sein eigenes Stöhnen war in meinen Ohren die schönste Melodie, Ansporn dafür, nur weiterzumachen und meinen Höhepunkt herauszuzögern. Ich wusste dass das wahrscheinlich unsere erste und letzte Nacht bleiben würde, und kostete sie somit vollkommen aus. Denn der Mann den ich liebte hatte es verdient, gut behandelt zu werden, geliebt zu werden wie es ihm zustand. Und ich gab mir größte Mühe, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich wollte perfekt für ihn sein, spielte mit diesem Gedanken weiter, während ich seinen Rücken mit meinen Lippen abtastete und seinem Gekeuche weiterhin folgte. Dieser Mann war alles was ich brauchte, und zugleich auch alles, was ich überhaupt wollte. Ich wollte ihn, seinen Körper, und den Sex mit ihm, welchen ich momentan zumindest aktiv genug hatte, auch wenn mir sein Einsatz fehlte. Deshalb mochte ich ihn nüchtern lieber. Aber würde sich nicht noch so eine Situation ergeben können? Ich zweifelte gar nicht mehr dran und machte das nun auch nicht zunichte. Wichtiger war die Befriedung die im Raum stand, mit welcher ich mich dann eher beschäftigte, als mit läppischen Gedanken über mich und mein Privatleben.
Nachdem ich uns beide ausreichend Befriedigung geschenkt hatte, war ich noch schnell duschen gewesen da Manuel plötzlich gemeint hatte, dass er nicht schlafen wollte, und ich mich weiter mit ihm und seinem Körper beschäftigen sollte. Er wusste zu dem Zeitpunkt nicht einmal mehr wer ich war, so wie ich das beurteilen konnte. Aber es war mir auch egal, denn ich war zufrieden. Und somit hatte ich mich, nachdem ich duschen gewesen war, wieder zurück ins Schlafzimmer begeben. Manuel war noch immer damit beschäftigt seine Boxershorts wieder anzuziehen, was er alleine aber nicht hinbekam. Ich schmunzelte nur in seine Richtung bevor ich zu ihm ging, eine Hand an sein Kinn legte und die andere auf die Hand schob, die noch immer den Stoff seiner Boxershorts festhielt. „Ich wünschte du könntest dich und deine Hilflosigkeit erleben‟, murmelte ich an seine Lippen und hauchte ihm dann einen Kuss auf diese, ehe ich ihm die Boxershorts half und ihn hinterher auf seine Seite des Bettes zog, wo ich in hinterher halb zudeckte, weil es noch immer viel zu heiß hier im Raum war, und sein Kissen noch ein wenig richtete. Ich wusste dass er meine Worte sowieso nicht verstanden hatte, beachten tat ich dies aber wenig. Hingegen marschierte ich wieder auf meine Bettseite, legte mich auf diese und sah kurz rüber zu Manuel. Er war schon dabei einzuschlafen, als ich ihn dann etwas rüber zu mir zog und einen Arm um ihn legte, seinen Kopf auf meiner Brust positionierte, damit er am Morgen vielleicht sogar genau so aufwachte. Ich war einfach nur glücklich und wollte dass er das auch mitbekam, sobald er aufwachte. Und so schloss ich irgendwann auch die Augen, stets mit den Bildern der letzten Minuten im Kopf. Ich war froh, dass es dazu gekommen war, und wusste, dass es nicht bei einem Mal bleiben würde.

Erik:

Als ich spürte wie er meinen Kuss erwiderte und seine Hände auf meinen Oberkörper gelegt hatte, wurde mir doch bewusst, dass ich auf keinen Fall irgendwelche Fehler begehen durfte. Ich konnte ihm mit den kleinsten Dingen sein Herz brechen, und das wollte ich einfach nicht. Ich wollte auch nicht übertreiben und mich hintergehen, und somit löste ich mich nach einer geraumen Zeit aus dem Kuss und lächelte schwach, als ich Valentin wieder in die Augen sehen konnte. Wir konnten uns morgen immer noch darüber unterhalten, wie es weitergehen sollte. Auch wenn ich meinen Vorhaben nachgehen würde. Ich würde ihn zu gewissen Dates ausführen um zu lernen, wie es war, mit dem besten Freund auszugehen. Um zu erfahren, ob es mir gut tat, ob es meine Gefühle nur austrickste oder ob ich es ernst meinen konnte. Und das wollte ich nicht etwa weil ich Mitleid hatte, sondern weil mir alles an diesem Jungen lag, und ich keinen Grund darin sah, ihn nicht lieben zu lernen. Ich zog meine Hand von seiner Hüfte und legte die Hand, die ich zuvor in seinem Nacken gehabt hatte, an seine Wange, ehe ich ihm einen Kuss auf die Stirn drückte und hinterher komplett von ihm abließ, meinen Blick aber stets in seinen Augen hielt. „Es ist spät‟, meinte ich leise. „Wir sollten zurückgehen.‟ Er nickte nur bevor er auch langsam von alleine den Weg antrat, woraufhin ich ihm nur einen kurzen Augenblick nachsah, und ihm dann aber auch folgte. Mir war noch immer nicht wirklich klar inwieweit ihn die Aktion von eben nun belastete, oder bloß beschäftigte. Ich würde ihn aber nicht fragen sondern einfach meinen Plan durchziehen, wenn ich sah, dass er die gewisse Motivation zeigte. Denn ich wollte ich ihn nicht hängen lassen, wenn nichts dagegen sprach, mit ihm auszugehen und Dinge zu tun, die man sonst nur in einer Beziehung machte.
Mittlerweile waren wir gemeinsam in der Hütte angekommen, Valentin war duschen gegangen während ich mich im Schlafzimmer umgezogen, und zuvor schon frisch gemacht hatte. Seit Tagen war ich nicht mehr im Internet unterwegs gewesen, und eigentlich war mir auch egal, was sich dort abspielte. Aber trotzdem riskierte ich einige Blicke und las mich durch wenige Posts, verlor aber relativ schnell mein Interesse, da im Internet ein lautstarkes Chaos herrschte. Sie bekriegten sich alle wegen der Situation von Valentin und mir, weil sie versuchten sich gegenseitig zu erklären, weshalb wir so plötzlich in den Urlaub geflogen waren. Die Jungen hebten Skepsis und die Mädchen drehten völlig durch, was mich, wie ich merkte, doch ein wenig wütend machte. Sie bildeten sich alle ihr Urteil ohne zu wissen wie schwer das alles wirklich war. Ich seufzte und sperrte mein Handy, legte dieses beiseite und fuhr mir dann durch meine Haare. Ich war sichtlich erschöpft vom ganzen Nachdenken, was sich langsam auch deutlich zeigte. Ich hatte nun zwar einen Plan, aber Fakt war, dass ich mir nichts vorspielen konnte. Ich konnte nicht behaupten dass ich nun schon Gefühle entwickelt hatte, auch wenn der Kuss vorhin auf freiwilliger Basis basiert, und mir unglaublich gefallen hatte. Es klang doof, aber er war nicht von den Gefühlen geprägt gewesen, wie er es eigentlich sollte. Liebe war meinerseits nicht im Spiel gewesen, und das zog mich runter. Ich wollte ih lieben so wie er mich. Ich wollte gar nicht so viel Zeit, wie er mir nun zugesprochen hatte. Ich wollte einfach nur so schnell es ging zu den Dates kommen und Valentin auf eine andere Art und Weise kennenlernen, um ihn lieben zu lernen. Und dass das dringend nötig war, bewies er mir, als er mit langsamen Schritten den Flur entlang tappte und plötzlich im Schlafzimmer stand. Seine Haare waren noch leicht verstrubbelt weil er sie zuvor gekämmt hatte, er war noch dabei sich in sein Shirt zu zwängen, als er auf seine Seite des Bettes lief. Ich lächelte nur. Ich könnte einen so lieben und vor allem schönen Mann an meiner Seite haben. Vielleicht war das auch der Sinn meines Lebens. Diesen Mann zu lieben und nie wieder loszulassen. „Was machen wir morgen?‟, fragte er mich ruhig, als er sich endlich in das Shirt gezwängt und sich auf seine Bettseite gelegt hatte. Ich drehte meinen Kopf leicht zu ihm und schien wohl leicht nachdenklich. „Etwas Schönes‟, meinte ich nur. „Dürfte dir gefallen. Außer du willst nicht.‟ „Doch, doch. Klar.‟ Er lächelte leicht, was ich nur erwiderte, und mich hinterher neben ihm auf meiner Bettseite niederließ. Ich deckte mich nur leicht zu, nachdem ich mich um mein Kissen gekümmert hatte. Dann sah ich noch einmal zu Valentin. „Schlaf gut‟, murmelte ich und lächelte noch einmal leicht. „Du auch‟, meinte er nur erwidernd, liebevoll genug sodass es mich nicht aus der Fassung riss, bevor er dann die kleine Lampe neben sich auf dem Schreibtisch ausknipste, und wir gemeinsam im Dunkeln lagen. Ich würde die nächsten Tage nutzen um wirklich durchzuziehen, was ich mir vorgenommen hatte. Denn es war mir wichtig, ihn nicht zu verletzen. Selbst, wenn ich dafür einiges riskierte. Wir waren zwar noch einen Monat hier, aber das hieß nicht, dass nicht bald die ganze Community wüsste, was wirklich los war. Und ich wusste nicht inwieweit Valentin das noch belasten könnte. Aber eines war mir klar: ich würde ihn vor allem und jeden in den Schutz nehmen, komme was wolle.
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Clarity
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BeitragThema: Re: Bora Bora [prs]   Sa Mai 31, 2014 9:31 am

Valentin:

Am nächsten Morgen weckten mich die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster fielen und mein Gesicht so sehr erwärmten, dass es mir nicht gegönnt war, noch länger zu schlafen, selbst wenn ich das normalerweise um diese Uhrzeit noch liebendgerne tat. Doch ich musste einsehen, dass es keinen Sinn mehr hatte, weitere Versuche zu starten, wenn ich keinen Platz hatte, um vor den Sonnenstrahlen zu flüchten, außer den, mich an meinen besten Freund zu kuscheln, was ich aber nur zu gerne mied. Nicht weil ich seine Nähe unangenehm fand, sondern weil ich wusste, dass sie mir so nicht genügte.
Ein wenig taumelnd begab ich mich zum Schrank, nachdem ich mich aus dem Bett gequält hatte, jedoch darauf achtend, dass ich Erik nicht weckte. Wenn ich schon nicht mehr schlafen konnte, dann wollte ich ihm wenigstens nicht seinen Schlaf rauben. Noch ein wenig verschlafen fuhr ich mir durch mein Haar, während ich bloß ratlos in den Schrank starrte, absolut keine Ahnung hatte, was ich anziehen sollte. Letztlich zog ich mir einfach ein schwarzes Vans Shirt aus dem Schrank, sowie eine normale Jeans und Boxershorts, bevor ich damit ins Badezimmer tapte. Was Erik nur gestern damit gemeint hatte, dass wir heute etwas “Schönes” unternehmen würden? Nachdenklich schloss ich hinter mir die Türe und legte meine Klamotten auf eine der Ablagen. Was hatte er geplant? Wollte er nun den wirklichen Urlaub mit mir beginnen, sodass wir gemeinsam die Insel erkunden konnten? Da ich merkte, dass es nichts brachte, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, weil ich es sowieso noch früh genug erfahren würde. Somit entledigte ich mich lieber meinem T-Shirt und meiner Boxershorts, bevor ich mich unter die Dusche stellte und das Wasser aufdrehte. Vielleicht würde der Tag heute ja Normalität annehmen, weil Erik endlich wusste, was mit mir los war und ich wusste, dass er Zeit brauchte, um sich über das alles klar zu werden.
Ich hatte erfolgreich das Bad unter Wasser gesetzt, nachdem ich einmal quer dort durch gelaufen war, auf der Suche nach einem Handtuch, was ich dann auch recht bald gefunden hatte, natürlich auf einer anderen Ablage wie vermutet. Bevor ich mir das Ganze Chaos einmal ansah, trocknete ich mich erstmal ab und streifte mir die Boxershorts über, während von meinen Haaren aus noch einiges von Wasser auf meine Schultern perlte, was mich zwar ein wenig störte, aber nun nicht im Vordergrund stand. Denn ich hatte es tatsächlich geschafft, dadurch dass ich klitschnass durchs halbe Badezimmer gelaufen war, dieses auch in Wasser zu ertränken. Wie sollte ich das denn nun wieder trocken kriegen? Ich seufzte leise auf und legte vorerst einfach das Handtuch auf den Boden, mit welchem ich letztlich auch versuchte das Wasser aufzunehmen, sodass ich das Handtuch immer wieder über der Badewanne auswrang. Natürlich dauerte das seine Zeit, zeigte aber nach einiger Zeit seinen Effekt, da der Boden nach und nach wieder trockener wurde, zumindest so trocken, dass man keine komplett durchnässten Socken hatte, wenn man einmal durchs Badezimmer musste. Doch würde das sowieso noch komplett trocknen, sodass ich mir keine Sorgen machen brauchte. Ich pustete mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, während ich mich dann wieder zur Ablage neben dem Waschbecken begab, um mich wenigstens fertig anzuziehen. Wieso passierte solch ein Mist auch immer mir? Ich griff nach meinem T-Shirt und streifte mir dieses dann über, bevor ich mir auch meine Jeans anzog. Obwohl meine Haare noch immer nass waren, beschloss ich, mich nicht weiter um diese zu kümmern, weil sie auch an der Luft trocknen konnten. Somit begab ich mich wieder aus dem Badezimmer, schnappte mir schnell auf dem Weg zur Terasse mein Handy und ließ mich dann dort auf einer Liege, im Schatten, nieder, bevor ich begann mich ein wenig auf Facebook rumzutreiben und Kommentare zu schreiben, zu lesen und auch Nachrichten zu beantworten. Mittlerweile war vollkommenes Chaos ausgebrochen, da genug Zeit verstrichen war, für die Fan Girls und Fan Boys, um ihre Vermutungen auszutüfteln und sie Online zu verbreiten, damit sie dort anklang fanden und diskutiert wurden. Zwar lagen sie ja teilweise richtig, doch würde ich das so schnell nicht zugeben wollen. Bisher lag ja gar nichts fest, außer meinen Gefühlen für Erik. Es war noch alles offen und viel zu früh, um etwas zu verbreiten, was noch nicht entstanden war. Es war auch zu früh für mich, um mir Hoffnungen zu machen, die womöglich noch einmal zerstört wurden.

Manuel:

Mein Zustand war grauenvoll, als ich am nächsten Morgen wach wurde, da mich nicht nur meine Kopfschmerzen übermannten und ich mich fühlte, als hätte ich kaum Schlaf bekommen, sondern auch alle Erinnerungen an gestern Abend nicht mehr vorhanden waren. Ich war gerade dabei aufzustehen und mich aufzusetzen, da bemerkte ich erst, dass ich in den Armen von Denis lag und wohl die ganze Zeit mit dem Kopf auf seiner Brust gelegen hatte. Was war passiert und wieso lag ich hier in seinen Armen? Ich versuchte mich mental auf alle Szenarien vorzubereiten, musste mir aber schnell eingestehen, dass das gar nicht nötig war, weil ich damit gar kein so großes Problem hatte, wie ich vorerst gedacht hatte.
Vorsichtig setzte ich mich nun doch auf und musterte Denis einen moment lang, wobei mir der Knutschfleck an seinem Hals auffiel, sodass ich doch für einen Moment schwer geschluckt hatte, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass ausgerechnet dieses Szenario zutraf. “Ich hab mit ihm..”, ich brach den Satz, den ich bloß leise vor mich her gemurmelt hatte, ab und stand stattdessen auf, darauf bedacht Denis nun nicht noch zu wecken, um erst einmal in meinem Kopf Ordnung zu schaffen. Ich blickte kurz an mir runter, wonach mir klar wurde, dass hier irgendwo meine Klamotten verstreut waren, ich somit die Aufgabe hatte, diese nun erstmal einzusammeln. Und als wäre jedes der Teile ein Schlüssel zu einem verborgenen Schatz, erinnerte ich mich Stück für Stück wieder daran was gestern Abend passiert war. Ich erinnerte mich daran, wie ich ihn in der Bar vollkommen betrunken angegraben hatte und wie er anfangs nicht darauf eingegangen war, hier seine Meinung durch mich aber wieder geändert, und sich auf mich eingelassen hatte. Verschweigen, dass mir meine eigenen Erinnerungen gefielen, wollte ich nicht, doch war es beängstigend, wenn ich bedachte, dass ich immernoch eine Freundin hatte und das hier nicht jemand war, mit dem ich kurz vor einer Beziehung stand.
Ein wenig durcheinander, nun mit allen Klamotten, begab ich mich ins Badezimmer, schloss hinter mir die Türe und wollte mich gar nicht groß daran stören, ob es nun okay war einfach sein Bad unter Beschlag zu nehmen, um mir den Schweiß abzuwaschen, welcher dank gestern überall an meinem Körper heftete. Mittlerweile war ich mir nur gar nicht mehr so sicher, ob es so ein großer Fehler gewesen war, mich betrunken zu haben, selbst wenn meine Kopfschmerzen mich ziemlich fertig machten.

Amy:

Gestern Abend hatte ich noch ewig wach gelegen, weil Manuel nicht bei mir gewesen, sondern stattdessen einen Trinken war. Ich hatte auch ewig auf ihn gewartet, hatte mich solange mit meinem Handy beschäftigt und darauf gehofft, dass er bald wieder zurück kommen würde und sich zu mir ins Bett legte. Doch je später es wurde, desto mehr schwand meine Hoffnung, ihn den Abend nochmal zu Gesicht zu bekommen, weil ich einfach zu müde war und aufgrund dessen auch eingeschlafen war. Zwar hatte ich total schlecht geschlafen, und mir wurde am nächsten Morgen auch klar warum, doch hatte ich so zumindest die Nacht rum gekriegt, in welcher ich wohl vergeblich auf Manuel gewartet hätte. Er befand sich nämlich nicht neben mir, als ich meine Augen öffnete. Er war auch nicht im Bad oder in der Küche vorzufinden und genauso sah es auch aus. Es war alles wie es gestern war, als ich zu Bett gegangen war. Wo war er bloß? Doch als ich mir diese Frage stellte, fand ich darauf nur eine einzige Antwort. Eine einzige Sache, die ich für möglich hielt und mich zum rasen brachte. Somit war es auch kein Wunder, dass ich im Badezimmer schneller fertig war wie sonst, mir schnell ein rotes Top und weiße Hot Pants angezogen hatte, bevor ich die Hütte mit einer Schlüsselkarte verlassen hatte und mich auf den Weg machte, Manuel zu suchen. Doch da ich wusste, wo er sich befinden würde, mir nur die genaue Hüttennummer fehlte, hatte ich mich noch damit beschäftigen müssen, wo ich diese herbekam. Nach einigem herumfragen in einer Art Verwaltungsgebäude auf Bora Bora, hatte ich auch herausbekommen, wo sich die Hütte von Denis Hartwig befand und mich direkt auf den Weg zu dieser gemacht.
Wutentbrannt klopfte ich letztlich ein paar Mal an der Holztüre, während ich ungeduldig auf meinen Füßen hin und her wippte, schon erwartete wie mir Denis beinahe nackt entgegenkam, Manuel auf dem Bett liegend. Stattdessen öffnete mir ein Denis, welcher vollkommen verschlafen aussah und mich im ersten Moment nur überrascht ansah, während mir aber direkt der Knutschfleck an seinem Hals auffiel, welcher durch die Größe gar nicht zu übersehen war. Ich merkte wie sich die Wut in mir aufstaute, was das Geräusch einer Dusche im Hintergrund auch nicht viel besser machte, da ich wusste, wer sich dort befand. Beinahe schon knurrend verschaffte ich mir Eintritt in die Hütte, indem ich Denis einfach bloß zur Seite schob und vorerst sonst noch in Ruhe ließ, obwohl ich ihm die Augen auskratzen, am besten sogar die Kehle durchschneiden wollte. Ich wusste was vorgefallen war, glaubte aber, dass Denis Manuel dazu gedrängt hatte. Zwar war mir noch unklar auf welcher Basis und mit welchen Mitteln, doch war Manuel weder schwul noch bisexuell. “Was denkst du eigentlich wer du bist?” (Die Frage sollte man eigentlich ihr stellen, haha) Ich drehte mich letztlich wieder zu Denis, nachdem ich nun mitten im Raum stand und ihn ein wenig entgeistert ansah. “Ich will gar nicht wissen, wie du Manuel zu deinen Spielchen bekommen hast. Fakt ist, du hast dir seinen Körper genommen, obwohl du kein Recht auf ihn hast. Er ist nicht dein Freund und es wäre mir neu, dass er das vielleicht werden will.” Natürlich machte ich meiner Wut mit Worten Luft, weil ich nicht der Mensch war, der handgreiflich werden wollte, selbst wenn es so verlockend war, wie noch nie, wenn ich bedachte, dass dieser Kerl mit meinem Freund geschlafen hatte. “Was wolltest du damit bezwecken? Dass er sich in dich verliebt, durch eine Nacht, die er nie vergessen wird? Als wenn er sich in sojemanden wie dich verliebt.” (Hihi, als wenns schwer wäre. Er hat sie ja auch mal geliebt, yo) Ich lächelte. “Hast du wirklich geglaubt, dass du damit bessere Chancen bei ihm hast? Dass du ihn für dich gewinnen kannst? Wie erbärmlich.”

Manuel:

Meine entspannte Dusche wurde unterbrochen, indem ich die Stimme meiner Freundin im Nebenraum vernahm, aufgebracht und vergleichsweise laut, zu all den Gesprächen die wir geführt hatten. Das veranlasste mich, meinen nassen Körper aus der Dusche zu schleppen, in welcher ich nur Zeit rumgeschlagen hatte, seitdem ich gewaschen war. Ich trocknete mich so schnell wie möglich ab, während ich mich kaum darauf konzentrieren musste, mitzubekommen, was dort drüben vor sich ging. Durch meine Kopfschmerzen waren meine Sinne geschärft, zumal meine Freundin laut genug war, dass ich jedes Wort, dass aus ihrem Mund kam, verstehen konnte. “Vielleicht stehst du ja auf solche schwulen Abenteuer, Manuel tut das defintiv nicht.” Ich hob eine Augenbraue und zwängte mich in mein T-Shirt, bevor ich meine Jeans anzog, mir während dessen überlegen musste, was ich sagte, wenn ich aus dem Bad heraus kam. Entweder ich machte die Nacht mit Denis schlecht und stellte mich auf die Seite meiner Freundin oder ich blieb ehrlich und stellte mich damit auf die Seite meiner Freundin. Beide Wege führten unwillkürlich zu Stress, welchen ich nicht vermeiden konnte. Welcher mir da lieber war, schien abschätzbar zu sein, wenn man nur bedachte, wie die Seiten aussahen. Sollte ich mich zu meiner eifersüchtigen, äußerst primitiven und besitzergreifenden Freundin gesellen oder lieber zu dem Mann, welcher mich, laut meiner Erinnerungen, gestern verwöhnt hatte, ohne Anforderungen an mich zu stellen oder gar zu sagen, dass es irgendwelche Konsequenzen mit sich trug. Die Wahl schien schon beinahe zu leicht, selbst wenn ich sagen musste, dass sie mir auch in gewisserweise schwer schien. Immerhin war ich mit Amy zusammen und hatte eine schöne Zeit mit ihr gehabt. Wieso ich mich trotz allem nicht zu ihr stellte, lag aber auf der Hand. Ihre beherrschende Art, gleichzeitig jeden fertig zu machen, der sich nur in meine Nähe begab, war mittlerweile nur noch anstrengend und hatte auch kaum etwas von Liebe. Diese existierte schon länger nicht mehr und ich wusste, dass es bei ihr auch genauso war, sie nur Angst hatte, vor dem Allein sein.
Ich drückte die Klinke hinunter, die mich von dem Chaos im Schlafzimmer trennte, und setzte eine Schritte weiter vor in den Raum, sodass ich meine Freundin wenigstens dabei unterbrach, solche hirnrissigen Sachen zu sagen und sie auch noch davon abhielt, Denis nun beleidigend gegenüber zu treten. “Das reicht doch jetzt, oder nicht?”, fragte ich kurz und bemerkte bloß, wie Amy mich überrascht anssah, sich nun auch mir zuwendete. “Was soll das heißen, 'es reicht'? Nichts reicht hier, wenn der Kerl dich verführt hat.”, fuhr sie mich an und ich lächelte nur abwesend. “Wenn war das alles eher anders herum.”, gestand ich, selbst wenn ich wusste, dass es bloß zum Teil die Wahrheit war, da ich ja betrunken gewesen war. Amy schien die Welt nicht mehr zu verstehen, während sie mich ansah, ich jedoch merkte das kaum Enttäuschung in ihrem Gesicht geschrieben stand, genauso wenig wie Trauer. “Schau dich doch mal an. Du hast doch insgeheim damit gerechnet. Du hättest nie solch eine Angst um mich gehabt, wenn du nicht gewusst hättest, dass sowas möglich war.” “Ich kann nicht fassen, dass du auch so ein Homo bist.” Durch ihr Kommentar wurde mein Lächeln nur noch etwas breiter, beeinflusste mich jedoch nicht bei dem, was ich ihr zu sagen versuchte. “Wann haben wir uns das letzte Mal gesagt, dass wir uns lieben?”, fragte ich sie schließlich, wollte darauf aber eigentlich keine Antwort haben. “Das ist nun gut schon drei Tage her und ich weiß, dass wir uns das wohl auch noch eine ganze Zeit lang nicht mehr gesagt hätten. Und warum? Weil es einfach nicht mehr der Wahrheit entsprechen würde.” “Wieso sollte es nicht der Wahrheit entsprechen? Manuel, wir sind ein Paar! Da liegt es doch nahe, dass ich dich liebe.” “Du liebst nicht mich, sondern die Vorstellung nicht alleine zu sein und jemanden in deinem Leben zu haben, auf den du Acht geben kannst. Aber dafür bin ich nicht der Richtige.” Sie sah mich vollkommen ernst an. “Wieso? Weil du genauso schwul bist, wie der Kerl neben mir? Vorher hast du auch nicht so gedacht.”, brachte sie mir nur entgegen und meinte dieses abwertende Kommentar zu Anfang wohl toternst, worüber ich mir ein leises Lachen kaum noch verkneifen konnte. “Aber wenn ich mir anschaue, wie primitiv du bist, wenn du mich wegen meiner sexuellen Orientierung beleidigst, dann weiß ich, wieso ich nun so denken kann.” “Du widerst mich an, Manuel. Was hat dieser Bastard nur aus dir gemacht?” Mein Blick wich für eine Sekunde zu Denis, welcher bisher nicht ein Wort gesagt hatte, selbst wenn ich wusste, dass er in dem Moment weder meine Freundin, noch mich leiden konnte, da ich mich ignoranter gab wie ich rüberkommen wollte. Doch Amy hatte nun eine Grenze überschritten, die ich gewillt war ihr aufzuzeigen und das wohl mit Erfolg, da sie in der kurzen Phase des Schweigens über meine Worte nachdachte. “Er hat absolut nichts mit mir gemacht.”, erklärte ich dann noch kurz. “Ich werde meine Koffer packen und verschwinden, Manuel. Ich hoffe, du weißt das.” Ihre Worte ließen mich kalt, genauso wie sie mir nie nachtrauern würde. “Weiß ich, genauso wie ich weiß, dass ich dich gehen lassen werde. Das sogar ohne ein schlechtes Gewissen. Denn schau dich an, du bist in deinen besten Jahren und siehst toll aus. Du kriegst hiermit die Chance jemanden zu finden, den du wirklich lieben kannst und niemanden, den du wie dein Eigentum verteidigen musst, bloß weil du Angst hast alleine zu sein, wenn man dich verlässt. Wenn du denjenigen gefunden hast, wird er dich nicht mehr verlassen und dir keine Gründe geben, misstrauisch zu sein.”, meinte ich letztlich. “Leb wohl.” Das waren meine letzten Worte an sie, mehr hatte ich nicht zu sagen. Ob sie meinen Rat annehmen oder ihn einfach in ihren Gedanken wegsperren würde, war mir relativ gleich. Ich wollte einfach, dass sie wusste, wie ich über all das dachte. Ich wollte, dass sie sich meine Worte zumindest einmal durch den Kopf gehen ließ, um festzustellen, dass ich Recht hatte. Denn auf Liebe basierte diese Beziehung schon lange nicht mehr und für mich hatte es leider viel zu viel Zeit und dieses Treffen mit Denis gebraucht, um das erst zu erkennen. Doch ein wenig geknickt, durch die Ratlosigkeit die sich wohl in Amy breit machte, verließ sie letztlich die Hütte, ohne Denis noch eines Blickes zu würdigen oder noch einen Ton von sich zu geben, da ich ihren Part ja fleißig übernommen hatte. Nun war mir aber nicht mehr nach reden, als ich plötzlich wieder alleine mit Denis in dem Raum stand, welcher soeben mitbekommen hatte, dass ich mit meiner Freundin Schluss gemacht hatte. Ob er nun glaubte, dass ich ein total mieses Arschloch war, war mir egal. Immerhin hatte ich nun ja nichts mehr zu verlieren. “Tut mir leid, dass ich dir wieder so viele Probleme gemacht habe.”, stellte ich kurz klar. “Ich hätte mich weder gestern betrinken und dir somit zu Last fallen dürfen, noch hätte ich dich eben in solch eine Situation bringen dürfen, die du dann noch bis zum Schluss ansehen durftest.” Ich blickte ein wenig ratlos zu ihm. Ob er nun endgültig wusste, dass ich der Falsche für ihn war, weil er glaubte, ich sei herzlos? Ich war bloß nicht mehr verliebt gewesen. “Ich denke, es ist besser wenn ich gehe.” Zwar würde ich nicht zurück zur Hütte gehen, um Amy ein wenig Ruhe zu gönnen, Zeit um ihren weiteren Weg zu planen, doch war das meine Sorge. Vielleicht würde ich einen Spaziergang machen oder mich vielleicht auch bloß einfach irgendwo hinsetzen, mit einem Blick aufs Meer, um nachzudenken. “Danke, dass du mich gestern nicht einfach sitzen gelassen hast, so voll wie ich war.”
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